Die Uda-Saga, Band 1, Episode 34
Shownotes
Als sich die Magd und der Knecht gemeinsam auf den Weg machen, schleicht Elß hinter ihnen her. Sie entdeckt ein Viertel, das sie ungemein fasziniert, und sie erfährt, dass der Pferdeknecht nicht nur der beste Freund ihres Mannes ist, sondern noch ein anderes Geheimnis hat.
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00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Episode von ELZ.
00:00:12: Das ist Band eins der Udasager, den neuen historischen Roman vom Niederrhein mit der besonderen Perspektive.
00:00:20: Taucht ein in das spannende Leben der normalen Menschen – der Bauern, der Bürger, der Soldaten und wie sie ihren Alltag erlebten im Deutschland des elften Jahrhunderts und in vielen Generationen danach!
00:00:35: Vor dem Hintergrund der realen Ereignisse begleiten wir zusammen diejenigen, erfahrt ihr auf www.die-udar-saga.de.
00:01:11: Band zwei unter dem Titel Merlind erscheint bald im September, zwanzigzehntsechsundzwanzig Also los mit Episode thirty-four von ELZ!
00:01:23: Dem ersten Band der Uda Saga!
00:01:26: Uda saga... Uda saga... Dreißigstes Kapitel?
00:01:37: Tünn Robert hatte Tausendvierundsechzig kaum noch Zeit für Els und die inzwischen weiterwachsene Familie.
00:01:46: Sein fast sechzigjähriger Vater hatte ihm nahezu alle Entscheidungsgewalt übertragen, wollte nur noch bei besonders herausragenden Angelegenheiten gefragt werden.
00:01:56: Fast täglich ließ er Albert zu sich kommen, holte ihn oft auch selbst den Roberts Haus ab um im jeden Tag weitere Dinge beizubringen, die er als erfolgreicher Geschäftsmann wissen und beherrschen sollte.
00:02:08: Lengst hat er ihn auch Gräfin ihrem Trudys vorgestellt.
00:02:11: Sie fand ebenfalls gefallen an dem Jungen,
00:02:14: v.a.,
00:02:14: nachdem sie erfahren hatte, dass er der älteste Sohn ihrer alten Bekannten Ells war – die war froh, das neben Sarah seit Jahren auch Ida im Haushaltheilf!
00:02:24: Es war stets viel Trubel in dem erneut erweiterten Haus am Heumarkt.
00:02:28: Lioba war jetzt sieben, Albert V, Roberta IV, Helena II.
00:02:35: Und nun schrie der Säugling Aron wieder nach der Brust seiner Mutter.
00:02:40: Ells genoss ihre Rolle sehr, zumindest immer dann wenn sie sich vorstellte jetzt mit fünf Kindern in Ödbäuerin zu sein!
00:02:48: Sie wusste das dort ihre Freundin Walli nach zwei Fehlgeboten inzwischen schon sechs Kinder hatte.
00:02:54: Vier Jahre war es jetzt her dass Ells sich nach ihrem Geburtstag im Mai wochenlang mit dem Gedanken gequält hatte gerade irgendetwas Wichtiges in ihrem Leben zu versäumen.
00:03:04: Als wenig später Roberta zur Welt kam, war dieses Gefühl eine ganze Weile verschwunden.
00:03:09: Es gab einfach zu viel neu zu organisieren – zumal auch Albert unter einer so hartnäckigen Erkrankung litt, dass er sich mit ihm und der neugeborenen Wochenlang einschloss bis er wieder gesund war – mithilfe von Salben, Tees- und Heilkräutern.
00:03:24: Sie war immer noch erstaunt das Wolbert damals darauf verzichtet hatte seinen Medikus zu schicken….
00:03:29: Möglicherweise konnte er endlich einen Zusammenhang herstellen zwischen dem Adalassen von durch Krankheit geschwächten Kölnern und ihrem Bald darauf folgenden Ableben.
00:03:40: Wenn es denn seine Erkenntnis gewesen war, hatte er diese während Alberts schwere Erkrankungen für sich behalten statt dessen anschließend behauptet davon offiziell gar nichts gewusst zu haben.
00:03:50: Els hatte ohnehin massive Vorbereitung getroffen und Ida vor und Sarah hinter der Türe platziert.
00:03:57: Sie durften einander nur öffnen, um dreckiges gegen sauberes Unrat gegen Lebensmittel, leere gegen volle Becher zu tauschen wenn kein anderer in der Nähe war.
00:04:07: Wenn der Medikus damals zur Albert hätte kommen wollen hätten sie die Türe aufbrechen müssen, denn sie war aufgeheiß von Els mit einem starken Riegel versehen worden.
00:04:17: Die angeblichen Segnungen der Wissenschaft und Medizin sollten nicht noch einmal eines ihrer Kinder zugrunde
00:04:23: richten.".
00:04:25: Jetzt, vier Jahre später, genoss Els die schönen Momente mit Aron.
00:04:29: Sein erster Hunger war gestillt, Els legte ihn an ihre andere Brust und sofort fühlte sie wie nicht nur ihre Milch sondern auch ihre Liebe in dieses winzige Geschöpf hineinfluss.
00:04:41: Sie wusste genau dass sich ihrer alte Freundin Wally diese Augenblicke ebenfalls gönnte – auch wenn noch so viel auf ihrem Hof zu tun war!
00:04:50: Els erinnerte sich, was sie im Sommer vor vier Jahren beim Stillen von Roberta plötzlich eingefallen war.
00:04:56: Sie hatte vollkommen vergessen, dass sie doch mit zwanzig Jahren ein Mädchen aussuchen sollte um es allmählich an die geheime Schwesternschaft heranzuführen.
00:05:06: Damals kam ihr der Gedanke ziemlich abwegig vor.
00:05:09: Sollte sie wirklich in Köln ein kleines Mädchen auf seine Fähigkeit testen ob es ein Geheimnis für sich behalten kann?
00:05:16: Sollte sie es fünf Jahre später anhalten, schreiben und lesen zu lernen?
00:05:21: Das war in Köln deutlich einfacher als in Öd.
00:05:24: So viele Kaufleute brachten ihren Kindern das bei!
00:05:27: Auch ihr Schwiegervater hatte damals schon angekündigt, dass selbst in die Hand zu nehmen, wenn Albert alt genug sei... Die Schulung des gerade mal anderthalb Jägen war bereits durchgeplant kaum, daß er mit Laufen begonnen hat….
00:05:40: Aber wie sollte ein solches Kölner Mädchen dann mit fünfzehn nach Öd kommen, ohne dass es Aufsehen erregte und die Gefahr bestand alles zu verraten?
00:05:49: Als Lambert damals bei einem der Familientreffen von neuen Bauprojekten des Erzbischofs erzählte für die, die noch gut erhalten in römischen Grundmauern verwendet würden war Els wieder der Röberturm vom Öd in den Kopf gekommen.
00:06:03: Und das Bild von dem seltsamen Ding – daß sich offenbar schon seit Jahrhunderten im wasserdichten Fass befand.
00:06:09: Und da war sofort die Idee geboren, dass sie ja einfach Walli einweihen könne.
00:06:14: Dass die Geheimnisse für sich behalten könne, wusste sie nur zu gut.
00:06:19: Dass sie weder Schreiben noch Lesen beherrschte oder natürlich auch kein Latein konnte, war in diesem Fall ziemlich egal.
00:06:26: Sie würde einfach mit ihr zusammen zum Turm gehen, ihr Vorlesen und Übersetzen was darauf stand und sie dann bitten ihrerseits geeignete Ötermädchen für die Schwesterenschaft zu gewinnen.
00:06:37: Sie würde sich dann darauf beschränken, in zwei Jahren Lioba ein Geheimnis anzuvertrauen und ihr dann fünf Jahre später ohnehin lesen und schreiben beibring.
00:06:45: Damit hätte sie die Mission ihrer Mutter erfüllt und musste sich nicht weiter darum kümmern.
00:06:51: Aaron war nun vollständig gesättigt.
00:06:54: Seine Schwester Helena trat neben ihn, streichelte über sein kleines Köpfchen und drückte ihm ganz vorsichtig einen Kuss auf seine Wange.
00:07:02: Der Name der Zweijährigen hatte mehr mit Öd zu tun als sie oder irgendein anderer in Köln ahnte.
00:07:10: Es war vor vier Jahren ein großes Hallo in Öd gewesen, als sie nach etlichen Jahren erstmals wieder in ihr Heimatdorf gereist war und mit Hans als Aufpasser und Roberta auf dem Arm von Hof zu Hof geschlendert war.
00:07:24: Lutscho befand sich mit seinen neuen Gehilfen auf irgende einem Feldzug.
00:07:29: Er hatte geheiratet und war auch schon Vater eines Sohnes geworden, der jedoch bereits nach wenigen Wochen gestorben war.
00:07:36: Die meisten erzählten nichts Gutes von Lutscho.
00:07:39: Mit leichter Nervosität hörten Hans und Els die Bauern davon erzählen wie Lutschow in den Ruinen der Hütte von Els hatte graben lassen.
00:07:47: Offenbar hatte er die Version vom Tod seines betrunkenen Vaters im Schlamm neben dem grünen Weg nach Kempten nicht geschluckt.
00:07:54: Die Geschwister hielten den Atem an Doch als sie erfuhren, dass Lutscho bei der fünften Grabung nur auf das Skelett eines Hundes gestoßen sei und aufgegeben habe, atmeten Sie gleichzeitig erleichtert aus.
00:08:07: Insgeheim nahmen sie sich vor, bald möglich selbst noch einmal bein Nacht dort zu graben – das mußt aber warten!
00:08:15: Erst einmal hatte Els große Mühe Hans davon zu überzeugen, daß er sich mit Walli mal für ein oder zwei Stunden in der Dunkelheit allein auf den Weg machen müsse ohne zu sagen wohin sie wollten.
00:08:26: Er durfte ihn auch nicht folgen.
00:08:28: Er hatte sich darauf erst eingelassen, als Els und Walli ihm gezeigt hatten dass sie unter ihren tunigen Griffbereite Messer trugen um sich zur Not selbst und gegenseitig schützen zu können.
00:08:39: Am Nachmittag zuvor hat er Els Walli in ein paar unbeobachteten Momenten schnell eingeweiht.
00:08:46: Lange hatte Walli sie fassungslos angestarrt Und dann darauf hingewiesen das Nicht nur Sophia wie Els nur zugutwisse sondern auch Gisela in Kämpfen inzwischen gestorben sei.
00:08:57: Also kommt es auf uns beide an, das Geheimnis in die nächste Generation zu tragen und da du eindeutig näher dran bist könntest Du doch dafür die Verantwortung übernehmen", hat der Elz ihre Freundin gesagt und die immer noch staunende Walli lange umarmt.
00:09:12: In der Nacht fand Elz auf Anhieb den Mechanismus.
00:09:16: Sie erklärte Walli dass gewöhnlich die neu eingeweihten nun allein gelassen würden damit sie die Kerze befestigen, das Wasser eingießen und alles studieren könnten.
00:09:25: Aber ich musste ja vorlesen!
00:09:27: Ja bitte, hatte Walli gespannt erwidert – und dann nur noch gestaunt – als ihr die Weisheit aus uralter Tradition vorgehalten wurde zum wahren starken Geschlecht zu
00:09:38: gehören.".
00:09:39: Helds war bei dieser Gelegenheit vor vier Jahren etwas aufgefallen was sie selbst bei ihrer Premiere fünf Jahre zuvor gar nicht bemerkt hatte.
00:09:48: Links unterhalb der Vertiefung waren noch weitere sehr kleine Buchstaben in das Silber eingeprägt.
00:09:56: Elz nahm die Kerze und hielt sie näher daran, dann entzifferte sie langsam Silbe für Silbe.
00:10:20: Und was heißt das?
00:10:21: Hatte Walli wissen wollen.
00:10:23: Das habe ich selbst gerade erst entdeckt!
00:10:27: Das ist ein Ausdruck ewiger Dankbarkeit in Erinnerung an unsere Königin Helena.
00:10:34: Spannend, hatte Walli geantwortet und dann gefragt Wer ist das?
00:10:40: Woher soll ich das wissen?
00:10:42: War die Antwort von Els gewesen Und erst viel später war ihr, der in ihren Ohren so sympathisch klingende Namen wieder in den Sinn gekommen.
00:10:50: Als Robert keinen Namen für ihre dritte Tochter wusste hatte sie ihn spontan gefragt wie er Hellena fände und er fand ihn genauso gut als Sie.
00:11:00: Erst bei der Taufe!
00:11:02: Als sie das Wasser im Becken sah und sich für einen Augenblick das winzige Köpfchen ihres kleinen Mädchens darin spiegelte, hatte sie sich wieder an die Szene in Öd und die Innschrift erinnert.
00:11:14: Mit ihr als Hilfe kochte Els nach dem Stillen mal wieder einen großen Eintopf, im Grunde so wie sie ihn von Kindsbeinen an in Öd kannte.
00:11:23: Aber während es dort nur zu besonderen Anlässen und wenn Sie überhaupt Welchen bekommen konnten auch Speck gab gehörte der in Köln zum Standard.
00:11:33: Als Thündi Teller zusammenräumte fragt er Robert im Vorbeigehen leise.
00:11:37: ob ist dabei Bleibe was sie vereinbart hätten?
00:11:40: Ja sicher ich wünsche dir ein paar schöne Tage lautete die Antwort.
00:11:45: Els wurde hellhörig.
00:11:47: »Du verreist, Thyn?« fragte sie über den Tisch hinweg.
00:11:51: Sie hatte nun auch Helena gefüttert und übergab Aron und ihre kleine Tochter an Ida, die sich den Säugling über die Schulter legte.
00:11:59: Thyn war sichtlich verlegen.
00:12:00: – Nicht so direkt!
00:12:02: – Nein!
00:12:04: Ich verreiße!
00:12:05: Übernahm Robert.
00:12:07: Wir brechen morgen nach Mainz auf... Das Schiff ist ganz schön voll geworden, nachdem mehrere jüdische Kaufleute mir ihre Fracht mitgegeben haben.
00:12:16: »Da soll es einen Regen austauscht zwischen den jüdischen Gemeinen in Mainz und Köln geben« sagte Elz, tündigte.
00:12:24: In dem Augenblick erinnerte sich Elz daran, wie er ihr in Nersen erzählt hatte – das er mit seinen Eltern ursprünglich auch aus Mainz nach Kölne hatte umziehen wollen – als dann ein paar Jahre später auf eigene Faust nachgeholt »Ida will heute die Kinder ins Bett bringen.
00:12:41: Ich würde dann auch gerne zu meiner Familie, wenn ich darf« sagte Sarah.
00:12:45: – Natürlich!
00:12:47: Gerne!
00:12:48: sagte Els.
00:12:48: – Kommst du heute Abend noch zurück oder übernachtest du bei deiner Schwester?
00:12:53: – Es dürfte spät werden.
00:12:56: Also bin ich wohl erst nach Sonnenaufgang zurück, wenn es recht ist, sagte Sarah und schaute Els fragend an.
00:13:03: Die war mit den Gedanken woanders….
00:13:05: Sie erinnerte sich an das fast gleichzeitige Entschwinnen von Markt und Knecht vor einigen Jahren, und ihre gemeinsame Wiederkehr.
00:13:14: Schon damals hatte sie dem auf den Grund gehen wollen – sie nahm sich vor dieses Mal genauer hinzuschauen, wenn gleich auch Thun das Haus verlassen
00:13:22: würde.".
00:13:23: »Kann ich dir noch etwas helfen bei deinen Reisevorbereitung?« fragte sie Robert als wenig später Thun tatsächlich ebenfalls gegangen war.
00:13:32: «Nein!
00:13:33: Damit muss ich mich selbst befassen.».
00:13:35: Dann bin ich auch mal eben aus dem Haus.
00:13:38: Ich bin mit Lisa auf einen Tee
00:13:39: verabredet.".
00:13:40: »Soll' ich dich begleiten?
00:13:42: Es ist ja schon dunkel!«.
00:13:44: »Nein, es ist ja nicht weit.
00:13:46: Da werden schon keine Halunken lauern – jedenfalls nicht um diese Zeit!«.
00:13:50: Wenig später war Els draußen und konnte sehen wie Sarah offenbar am anderen Ende des Platzes auf Thünn gewartet hatte und sie nun beide weiter Richtung Norden ging.
00:14:01: Els lief so leise wie möglich hinter ihnen her folgte ihn Richtung St.
00:14:06: Petrus, dann die Straße links nach Westen danach wieder rechts nach Norden bis sie in die Judengasse einbogen und an der zweiten Straßeneinmündung links in den Torweg ging.
00:14:20: Sie steuerten zielstrebig auf ein großes Gebäude zu vor dem sich schon viele Menschen versammelt hatten.
00:14:28: Es war die Synagoge.
00:14:31: Zu ihrer größten Überraschung sah sie wie Thün eine junge Frau herzlich umarmte und köste.
00:14:38: Auch Sarah schlang ihre Arme um ein junges Mädchen, die beiden hatten offenbar auf sie gewartet.
00:14:45: Alle vier ging nun zusammen Richtung Synagoge.
00:14:48: Thün durch den Eingang links – die Frauen nahmen denen weiter rechts.
00:14:54: Els stand ratlos vor dem jüdischen Gotteshaus aus dem die ersten Gebete ertünten.
00:14:59: War Thün heimlich verheiratet?
00:15:03: Hels rechnete.
00:15:05: Wenn Sarah ungefähr zur selben Zeit ihr Kind bekommen hatte wie Siliova, dann wäre ihre Tochter jetzt etwa sieben Jahre alt – das kam hin!
00:15:15: Aber die Frau, die Thunso selbstverständlich geküsst und umarmt hatte war viel älter wohl Anfang zwanzig.
00:15:23: Es war nichts Ungewöhnliches dass ältere Männer blut junge Frauen oder Gespielinnen hatten.
00:15:29: Sie selbst hatte sich schließlich in den zehn Jahre älteren Lambert verliebt und an dessen fünfzehn Jahre älteren Bruder geheiratet.
00:15:38: Aber Tönn, der Vorgab Robert immer treu gewesen zu sein!
00:15:43: Was führte der für ein Doppelleben?
00:15:46: Mögt ihr nicht mit reinkommen?
00:15:48: Es ist schließlich Pessach, sagt die Frau, die gerade an ihr vorbeigegangen war und sich jetzt noch einmal zu ihr herumdrehte.
00:15:55: Äh... Entschuldige ich bin nur zufällig hier – Ich bin Kanijudin, ich bin Christin.
00:16:01: Aber das macht doch nichts!
00:16:03: Kommt einfach mit mir und ihr werdet euch fast wie an eurem Osterfest
00:16:06: fühlen.".
00:16:08: Unschlüssig trat Els von einem Fuß auf den anderen.
00:16:11: Die andere Frau ging ein paar Schritte zurück, hakte sich bei herunter und zog sie mit in die Synagoge.
00:16:18: Gerade sprach der Rabbiner von den Plagen, die daher über die Ägypteer gesandte.
00:16:24: Das kannte Els tatsächlich….
00:16:26: Und auch die Passage mit dem Auszug der Israeliten aus Ägypten, würde sie in zwei Wochen sicherlich wieder in der Osternacht in St.
00:16:34: Petrus hören.
00:16:35: Längst hatte Thünn seine Herrin entdeckt und ihr kurzfreundlich zugewunken – Sarah und Sie saßen in einem von den Männern abgetrennten Bereich.
00:16:45: Als der Rabbiner nach dem ersten Teil der Feier mit seinen Helfern begann, ungesäuertes Brot, weitere Speisen und Wein herumzureichen, näherten sich Thunn und Sarah mit ihren beiden Begleiterinnen.
00:16:56: Frau Els, das ist aber schön, dass ihr zu uns gekommen seid, sagte Sarah und strahlte.
00:17:02: Darf ich euch meine Tochter vorstellen?
00:17:05: Sie schubt das junge Mädchen mit den dunklen Locken und dem freundlichen Gesicht vor sich.
00:17:09: Amira!
00:17:10: Das ist Frau Els – meine Herrin!
00:17:13: Els gab ihr die Hand, dann schaute sie Sarah an.
00:17:17: Sag dir beiden doch bitte du zu mir.
00:17:19: Zu gerne!
00:17:21: erwiderte Sarah.
00:17:22: Sie wies auf drei weitere Pessach-Besucher neben sich.
00:17:26: Das sind meine Schwester Pua, ihr Mann Joshua und ihre Tochter Shifra.
00:17:31: Alle gaben Els die Hand.
00:17:34: Ihre anderen Kinder sind leider krank – Ihr Bruder Baruch kümmert sich um sie!
00:17:38: Wenn du magst kannst du sicher gleich mitkommen und Sie auch kennenlernen.
00:17:42: Nicht war Joshua?
00:17:44: Der angesprochene nickte mehrfach.
00:17:46: Es wäre uns eine Ehre, sagte er und nickte Els weiter zu.
00:17:50: – Äh, ich weiß nicht.
00:17:52: Ich habe Robert gesagt!
00:17:54: Ich würde nur kurz zu Lisa gehen.
00:17:56: Der wartet sich ja schon auf mich.
00:17:58: – Und warum bist du dann hier?
00:18:01: fragte Thünn die junge Dame an der Hand.
00:18:04: Weil, weil ich euch gesehen hatte und spontan wissen wollte wo ihr denn um diese Zeit hingeht, sagte Els und schaute zuerst verlegen auf ihre Schuhe und dann erwartungsvoll auf die bildtübsche Frau mit den langen zu einem zopfgebundenen Blondenhaaren.
00:18:19: »Das ist übrigens Mirjam.
00:18:21: Meine Tochter«, sagte er grinsend, drehte sich um und rief zwei Burschen zu sich, besprach sich mit ihnen und gab ihn jeweils ein Geldstück.
00:18:31: »Das mit Robert ist erledigt!
00:18:33: Die beiden sagen ihm Bescheid, dass du unter meinem Schutz stehst und ich dich persönlich nach dem Fest bei ihm abliefern werde.
00:18:39: Dabei strahlte Thön regelrecht.
00:18:43: Der Rabbi erreichte mit seinen Helfern die kleine Gruppe.
00:18:46: Jeder erhielt einen Becher mit Wein Der erste von Viren, bemerkte Joshua.
00:18:52: –Vier?
00:18:53: fragte Els mit verwunderten Augen.
00:18:56: Ja!
00:18:56: Sehr vieles ist bei uns mit einer tieferen Symbolik verknüpft.
00:19:01: Die vier Becher Wein stehen für die Viererlösung der Israeliten durch den Herrn, erklärte Joshua.
00:19:07: Ganz genau meinte der Rabbi und führte aus, dass dies zur Feier der vier erfüllten Versprechen des Herrn geschehe, der Erlösung und der Erhebung zum Volk Gottes.
00:19:23: Elz schwirrte der Kopf, hatte sie das nicht den Öd einmal am Tisch mit Lambert gelesen?
00:19:30: Exodus oder so?
00:19:32: Ich glaube, dass findet sich auch in unserer Bibel", sagte sie vorsichtig.
00:19:39: Richtig!
00:19:39: Und darauf lasst uns trinken, sagte der Rabbi.
00:19:43: Aber auch Joshua kannte Gemeinsamkeiten.
00:19:46: Werte Els, ihr wisst das wir heute am dritten April Tausendvierundsechzig Eurer Zeitrechnung mit dem See der Abend des Pessachfest beginnen und Ihr erst in der übernächsten Woche des letzten Abendmahls Eures Christus gedenkt – mit dem nachfolgenden Osterfest.
00:20:02: Ja, fragte Els erwartungsvoll!
00:20:05: Früher haben Juden und Christen das immer zur selben Zeit gefeiert.
00:20:10: Möglicherweise stammt Ostern sogar vom Pesserfest ab?
00:20:14: – Tatsächlich?
00:20:16: fragte Els verblüfft.
00:20:18: Ja, als Jesus mit seinen Jüngern das wie ihr sagt letzte Abend mal beging war das ein Sederabend der Beginn des Pessachfestes damals in Jerusalem.
00:20:30: Das habe ich wirklich nicht gewusst.
00:20:32: Das ist ja hochinteressant!
00:20:33: – Ja es wird noch interessanter, ergänzte der Rabbi und bat allen seiner Helfer Els etwas aus dem Korb zu reichen.
00:20:42: Wir essen traditionell heute Abend ungesäuertes Brot, weil die Israeliten bei ihrem Aufbruch aus Ägypten keine Zeit hatten richtiges Brott zu backen.
00:20:51: Probiert es bitte!
00:20:53: Als bis in die dünne Brottafel.
00:20:55: Erinnert euch der Geschmack an etwas?
00:20:58: Nicht ganz aber die Hostien schmecken ähnlich Genau, weil sie ebenfalls aus unges säuertem Brot sind im Gedenken an das letzte Abendmal eben jenen Sederabend zum Auftakt des einwöchigen Pessachfestes, denen wir die Ehre haben heute mit Euch zu feiern.
00:21:17: Es stand wie benommen unter den vielen Menschen, die fröhlich miteinander plauderten – nun schon ein zweites Glas Wein nahmen und sich darauf freuten, die Feier später im großen Familienkreis zu Hause fortzusetzen.
00:21:29: So vieles hatte sie an Gerüchten über DIE Juden gehört!
00:21:34: Nur am Rande hatte sie mitbekommen, dass Robert immer mal wieder auch wahren jüdischer Kaufleute aus Köln mitnahm wenn die nicht so viel hatten das es für ein ganzes eigenes Schiff reichte.
00:21:45: Aber im Grunde war das Junenviertel für sie unbekantes Gebiet geblieben – obwohl sie in den ersten Jahren häufig die ganze Stadt meinte erkundet zu haben.
00:21:54: Dabei war sie vor allem der römischen Stadtmauer gefolgt und hatte von dort aus die vielen Kirchen aufgesucht.
00:22:01: Die waren einer solchen Fülle von wundertätigen Heiligengewalt, das sie sich oft mitten in einer Stadt der Heiligen gefühlt hatte.
00:22:09: Die vielen Wallfahrer die jetzt bald vor der Karwoche wieder durch die Straßen strömen würden bestärken sie immer wieder in dem Gefühl dass Köln für Christen schon mehr als genug wichtige Orte und Tradition hat.
00:22:21: Aber daß inmitten der Stadt noch eine solche andere fremde und doch so ähnliche Welt existierte hatte sie bis heute Abend nicht einmal geahnt.
00:22:32: Nicht zufällig suchte sie bei der kleinen Feier im Haus von Joshua und Pua den Platz neben Thun, nachdem ein weiteres kurzes Gebet gesprochen war wurde eine sehr leckere Süßspeise mit ebenfalls symbolischer Bedeutung gereicht.
00:22:48: Sie wandte sich beinächster Gelegenheit an ihren Stallboschen.
00:22:51: – Du hast mich ganz schön überrascht, Thun!
00:22:55: Ich dachte du hättest was mit Sarah Und dann sehe ich dich diese schöne junge Frau umarmen.
00:23:00: und jetzt habe ich natürlich viele Fragen.
00:23:03: Du, Vater?
00:23:06: Thün grinste.
00:23:09: Dann werde ich dir mal ein wenig Einsicht in das Leben eines Kölner Stallknechtes geben, meint der Schmunzelt.
00:23:16: Zunächst einmal als ich in Mainz geboren wurde gab mir meine Eltern den Namen Tobias.
00:23:23: Du heißt gar nicht Thun!
00:23:25: rief Els ein wenig zu laut, wie sie schnell merkte weil nun alle zu ihnen herüber sahen.
00:23:31: »Doch!« sagte Thönn.
00:23:33: »Nennen mich bloß nicht Tobias, jedenfalls nicht außerhalb dieses Viertels.
00:23:38: Den Namen habe er schon kurz nach seiner Ankunft in Köln abgelegt als Robert ihn auf sein Schiff mitnahm und er sich fragte wir es mit ihm ganz allein in einer fremden Stadt weitergehen sollte.
00:23:50: Bei der Abfahrt habe auf einem daneben angelegten Schiff einen Arbeiter einen anderen beschimpft und – Passt doch ob du dünnes!
00:23:57: – geschrien, da habe er sich eben Tönn genannt.
00:24:01: Und niemand hätte sich dafür interessiert wo er wirklich herkam, ob er Arbeiter oder Bauer war, Jude oder Christ….
00:24:08: Der Name habe ihn augenblicklich zu einem Bestandteil der Kölner Unterschicht gemacht.
00:24:14: Das habe ihm gefallen.
00:24:15: Und so habe er bei einem Bier ein paar Stallburschen angesprochen und sei dann über viele Wochen mit ihnen rumgezogen, habe ihn bei der Arbeit zugeschaut, weil er die Idee hatte auf diese Weise Robert immer nahe sein zu können ohne Verdacht zu erregen.
00:24:31: »Und seitdem wechselst du regelmäßig zwischen der Person als Tünn bei uns und der von Tobias hier?« fragte Elz.
00:24:40: «Ich bin stolz auf beide!» bemerkte Mirjam, die bisher nur zugehört hatte aber offenkundig gerne Teil des Gespräches werden wollte.
00:24:49: Wenn ich dich so reden höre, kann ich annehmen dass Frau Elz über dich und Robert Bescheid weiß?
00:24:56: sagte sie leise aber so das es Elz gerade eben noch hören konnte.
00:25:01: Tobias nickte und Elz sagte Lass das doch mit der Anrede!
00:25:06: Ich bin Elz für Dich und Du mir jamm' für mich?
00:25:10: Gerne Wir sind ja ungefähr gleich alt oder?
00:25:14: Nicht ganz meinte Tobias und schaute Elz an.
00:25:18: Du bist drei Jahre älter und hast vier Kinder mehr als meine Tochter.
00:25:23: Dann bist du noch nicht verheiratet?
00:25:25: Nein, aber das ändert sich bald!
00:25:28: Ich werde in zwei Wochen den Sohn vom Rabbi heiraten.
00:25:32: Oh, das ist schön, meinte Els und schaute den jungen Mann an der neben Miriam Platz genommen hatte.
00:25:38: Miriam stieß ihn an.
00:25:40: Das ist Samuel mein Verlobter.
00:25:43: sie wies auf Els Und das ist Els, die Frau von Robert dem Kaufmann.
00:25:47: Du weißt schon!
00:25:49: Ich weiß es ganz genau.
00:25:51: Der fährt morgen mit einem Haufen Schaffällen von mir nach Mainz.
00:25:55: Dann seid ihr auch Kaufmann?
00:25:57: fragte Els.
00:25:59: Ganz genau sagte Samuel und ein ziemlich erfolgreicher, ergänzte Tobias.
00:26:05: Er hat gerade ein neues Haus gebaut, dass sich mit unserem, also dem von Robert und dir messen lassen kann.
00:26:12: Rück mal rüber Papa sagte Miljam und tauschte mit ihrem Vater die Plätze.
00:26:17: Sie begann ein intensives Gespräch mit Els, das bei der Frage begann ab wann man eine Schwangerschaft sehen könne und auf was man dann achten müsse.
00:26:26: Die wusste nicht nur dass Els als Hebamme Erfahrung hatte sie kannte jedes Kind mit Namen wusste wie alt es ist welche Krankheiten es schon hatte und welcher Eigenheiten.
00:26:36: Du weißt so viel von mir!
00:26:38: Und ich fasst gar nichts von dir unterbrach Els.
00:26:42: Jedenfalls weißt du schon mal mehr als die meisten hier am Tisch und ich bitte das auch bis zu meiner Hochzeit für dich zu behalten.
00:26:49: Da kannst Du Dich drauf verlassen, schließlich war das bei meinem ersten Kind auch so.
00:26:54: Erzähl!
00:26:55: Es entspannt sich eine buntere Unterhaltung in der die beiden so viele Gemeinsamkeiten, so viele ähnlich Gefühle entdeckten wie sie es kaum vermöglich gehalten hatten Als Tobias ihn nach einer Weile unterbrach und darauf hinwies, dass Elz und Ern nun dringend nach Hause müssten, empfanden sich beide bereits als gute Freundinnen.
00:27:14: – Warte noch einen Moment, Papa!
00:27:17: sagte Mirjam und sprach jetzt noch leiser mit Elz.
00:27:21: Ich habe dir doch erzählt, daß ich in zwei Wochen heirate.
00:27:25: Ja, und ich freue mich jetzt schon für dich... Es ist bei uns Teil der Hochzeit, dass die Braut sich für die Ehe am Vorabend reinigen muss.
00:27:36: Du meinst richtig waschen?
00:27:38: Nein das kommt vorher!
00:27:40: Danach geht die Braute in die Mikvee.
00:27:43: Was ist das?
00:27:44: Das ist ein kleiner Bau schräg gegenüber der Synagoge mit einem tiefen Schacht wo immer Wasser fließt und wo die Brau hat sich auch geistig für die ehe reining soll indem sie ganz unter taucht.
00:27:57: Das machen die Frauen dann übrigens danach einmal im Monat nach den Bluttagen.
00:28:02: Ich verstehe!
00:28:04: Bei dieser Tevila, also bei dem Untertauchen sind meistens die engsten Frauen und Mädchen aus der Familie... ...und die wichtigsten Freundinnen dabei.
00:28:13: Ja und?
00:28:15: Ich möchte dich einladen dabei zu sein.
00:28:18: Ich würde mich sehr freuen, denn ich finde dich nett.
00:28:21: Irgendwie passen wir zusammen.
00:28:23: Ja… Aber darf ich das denn als Christian?
00:28:26: fragte Els eine Spur zu laut, denn sofort richteten sich mehrere irritierte Blicke auf sie.
00:28:33: Was dürft ihr?
00:28:34: fragt Samuel.
00:28:36: Bei der Tevila in der Mikve dabei sein beallte sich Mirjam ihrem Verlobten zu erklären.
00:28:42: Natürlich!
00:28:43: Sie muss nur aufpassen selbst nicht mit hineinzugehen!
00:28:46: sagte er und grinste alle lachten.
00:28:50: was ist daran so lustig fragte els.
00:28:53: »Du musst wissen, haunt ihr Emeliam schnell zu.
00:28:55: Wenn sich eine Christin entschließt Jüdin zu werden, dann gehört das Untertauchen in der Mikwe zu der Aufnahme unserer Gemeinschaft dazu.
00:29:03: – Na dann wollen wir mal hoffen, dass der Rand nicht so rutschig ist« meinte Els und lachte mit.
00:29:17: Weiter geht es in der nächsten Woche mit Episode thirty-fünf.
00:29:21: Wenn Ihr solange nicht warten, das Buch im Zusammenhang lesen oder verschenken wollt auf www.die-uder-sager.de Erfahrt ihr, wie er es als Buch oder Ebook bekommt?
00:29:36: Wir wünschen eine spannende Lectüre!
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