Die Uda-Saga, Band 1, Episode 33

Shownotes

Nach dem tragischen Tod ihres Sohnes lernt Elß ihren Schwager Sigbert auf ganz neue Art kennen. Lambert steht einige Zeit später mit großen Gewissensbissen vor der Kaiserpfalz auf der Insel Kaiserswerth. Erzbischof Anno will mit einigen Mitverschwörern den König entführen. Das ist Hochverrat. Wird es gelingen? Oder enden sie alle am Galgen?

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00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Episode von ELZ.

00:00:14: Das ist Band eins der Udersager, dem neuen historischen Roman vom Niederrhein mit der besonderen Perspektive.

00:00:22: Taucht ein in das spannende Leben der normalen Menschen – den Bauern, der Bürger, der Soldaten und wie sie ihren Alltag erlebten im Deutschland des elften Jahrhunderts und in vielen Generationen danach!

00:00:37: Vor dem Hintergrund der realen Ereignisse begleiten wir zusammen diejenigen, Ihr hört jetzt Band eins der UDA-Sager, der im September twenty-fünfundzwanzig als Buch und E-Book erschienen ist.

00:01:07: Wie ihr ein Exemplar bekommt erfahrt ihr auf www.dminusUDA-sagar.de.

00:01:16: Band zwei unter dem Titel Merlind erscheint bald im September zweitausendzechsundzwantzig.

00:01:23: Also los mit Episode dreiunddreißig von ELZ!

00:01:27: Dem ersten Band.

00:01:38: Am nächsten Morgen wusste sie selbst nicht mehr, wie lange sie durch das nächtliche Köln gelaufen gegen leere Fässer geprelt in Unrat getreten und von Hunden und Schweinen gejagt worden war.

00:01:49: Sie konnte sich nur schemenhaft daran erinnern, dass sie im Hafen am Schiff von Friedig gesessen und überlegt hatte an der Stelle an der Johannes in den Rhein gestürzt war, sich das Leben zu nehmen.

00:02:01: Aber sie fürchtete nicht ertrinken zu können, da sie ja gut schwimmen konnte.

00:02:06: Sobald wie möglich müsste sie das auch Lyoba beibringen, wie es alle öter Kinder in der Niers in heißem Sommern lernen.

00:02:13: Der Gedank an Lyoba hatte sie an ihre Verantwortung für dieses wunderbare Geschöpf Gottes erinnert und Sie zurück in die Stadt kommen lassen.

00:02:21: Ohne es geplant zu haben fand sie sich in den ersten Morgenstunden vor dem Bischofsballast Mönchlein, Mönschlein!

00:02:31: Wer ist hier der Sünder?

00:02:33: Wer isst hier der

00:02:35: sünder?".

00:02:36: Sie wollte sich gerade umdrehen, um zu Lisa zu gehen, Lioba mitzunehmen und zu überlegen wann und wie sie mit ihr nach Öt ziehen könne.

00:02:45: Als ich die Palast-Türe öffnete und eine beruhigende tiefe Stimme ihren Namen sagte.

00:02:51: Augenblicke später fühlte sie sich von Siegbert, umarmt getröstet, gewärmt und verstanden.

00:02:58: Was für ein schönes Gefühl, was für ein befreiendes Gefühl in ihrer unendlichen Trauer und nach diesen vielen unsäglichen Schuldzuweisungen die sie in den letzten Stunden erleben musste.

00:03:11: Da erschien es verälzt die natürlichste Sache der Welt zu sein mit Siegbertin dessen Kammer im Bischofspalast zu gehen sich von ihm mit einem nassen Tuch den Schmutz von Schuhn Umhang-und Tunika wischen zu lassen als sein Kopf nahe des Ehren war, ihn dankbar und zugleich zärtlich bald auch immer leidenschaftlicher zu küssen.

00:03:34: Wenn sie Atem holten, flüsterte Siegbert ihr zu wie sehr er sie bewundere – und begehre!

00:03:41: Sie öffnete daraufhin seine Bruche und setzte sich auf seinen Schoß.

00:03:46: Es war so einfach, so naheliegend, so richtig.

00:03:53: Erst als sie beide gleichzeitig zum Höhepunkt gekommen waren, wurde ihr klar was sie so eben gemacht hatten.

00:03:59: Das Kind von Roberts Bruder war noch nicht beerdigt – da hatte sie möglicherweise mit Roberts anderem Bruder ein neues Kind darauf beschworen ohne zu wissen wie es mit ihr selbst weitergehen sollte.

00:04:11: War sie am Ende doch vom Teufel besessen und diejenige, die ihren liebsten das Unglück brachte?

00:04:17: Siegbert sagte mit seiner unendlich beruhigenden Stimme dass alles gut werde!

00:04:22: und ließ sich von ihr erzählen, was sie in der Nacht gemacht hatte.

00:04:26: Dann schlug er vor, dass er sie nach Hause bringen und sie doch noch für ein paar Stunden in das hoffentlich frischgemachte Bett gehen möge.

00:04:33: Er würde mit ihrem Einverständnis Robert erzählen ,dass er von dem Unglück gehört und sich am frühen Morgen die Unglücksstelle einmal hätte ansehen und seine Frau gesehen habe, die sich doch das Leben haben nehmen wollen.

00:04:44: Dann würde Robert ihm sicherlich dankbar sein – und ihr gegenüber vielleicht ein schlechtes Gewissen bekommen!

00:04:51: Els war einverstanden, bis auf eine Kleinigkeit.

00:04:55: Sie würde vorher Lioba abholen und mit nach Hause nehmen – sie stutzte bei diesem Wort!

00:05:01: Nachhause?

00:05:02: War das noch ihr

00:05:03: Zuhause?!

00:05:05: Gerade wollte sie das mit voller Überzeugung verneinen, da hörte sie Sigbert in ihr Ohr flüstern….

00:05:12: Wann immer du Hilfe brauchst, Du kannst auf mich zählen!

00:05:18: Sie küste ihn Und dann liebten sie sich ein zweites Mal.

00:05:27: Neunundzwanzigstes Kapitel, Staatsstreich.

00:05:32: Die Zeit wollte einfach nicht vergehen an diesem Apriltag.

00:05:35: Tausendseinzechzig Drei mal war Lambert nun schon um die Kaiserpfalz gegangen hatte in jedem Winkel in jeden Busch geschaut und das nahegelegene Ufer abgesucht.

00:05:46: Falls die Kaiserin irgendwo Truppen in Reserve hält müssen wir das wissen.

00:05:52: Dann brechen wir das Unternehmen rechtzeitig ab hatte Anno ihm eingeschärft.

00:05:57: Ein Mönch in schwarzer Kutte, der einfach ins Gebet vertieft seine Runden dreht, würde nicht so auffallen wie seine Militis Hans und Siegbert.

00:06:05: Diese wurden außerdem gebraucht um die Kaiserin und ihr Gefolge auf Abstand zu halten wenn es soweit sein würde.

00:06:12: Lambert wurde immer nervöser.

00:06:13: er begleitete mit den schlimmsten Befürchtungen was da am Rande von Bischofs oder Reichstreffen zuerst in groben Konturen entstanden war und dann mit der vorsichtigen Auswahl von einflussreichen Mitwissern an diesem Apriltag in Kaisers Wert stattfinden sollte.

00:06:28: Wenn es schief ging, würden sie alle am Galgen

00:06:31: enden.".

00:06:32: Dabei hatte Anno doch gerade im Vorjahr einen wichtigen militärischen Erfolg erzielt.

00:06:38: Der Weg auf den Siegberg war endlich frei!

00:06:41: So viele Jahre hatte die Fede mit dem Pfalsgrafen Heinrich entsetzliches Leid über die südlich von köln gelegenen Dörfer gebracht.

00:06:49: Wie ein Berserker war der Streitlustig und blutrünstige Herr des kleinen Schlosses auf dem Berg über die Menschen hergefallen, hatte geplündert und alles in Brand gesteckt um seine Wut auszutoben.

00:07:02: Mehrfach hatte Lambert im Auftrag des Erzbischofs nach einer friedlichen Lösung gesucht, war sogar bei ihm auf dem Siegberg gewesen.

00:07:09: Hatte ihn Titel und Ländereien versprochen wenn er diesen Berg nicht länger als Rückzugsort für seine verbrecherischen Streifzüge nutzte sondern in die Obhut des Erzubischofes gebe.

00:07:19: Nach einer ersten empfindlichen Niederlage war er reuevoll nach Köln gekommen, hatte Abbitte geleistet und geschworent sich den Wünschen und Auflagen des ErZbischuffs zu fügen.

00:07:29: Doch schon kurze Zeit später hatte der Pfalzkraft erneut Truppen gesammelt, die so stark waren dass sie nicht nur die Dörfer vor der Stadt beherrschten sondern erstmals auch die Kölner selbst bedrohten.

00:07:41: Eiligst hatten die Köllner wachsende Gruppen von Milites zusammengerufen um sich dem Angreifer entgegenzustellen.

00:07:47: Anfangs mit Erfolg doch er hatte sich nicht festsetzen lassen sondern war nach Cochem auf seine anderen Besitztümer geflohen.

00:07:54: Dort bereitete er sogleich einen neuen Feldzug vor.

00:07:58: Dabei hatte Lambert irritiert zur Kenntnis nehmen müssen, dass ein entschiedenes Vorgehen gegen Anno viele Mitstreiter zu mobilisieren vermochte.

00:08:07: Er konnte sich das nicht erklären – war sein Erzbischof doch die Güte selbst!

00:08:12: Die drohende Gefahr war letztlich erst in sich zusammengebrochen als der Pfalsgraf in einem Anfall von Wahnsinn seine eigene Frau enthauptete und wie von Sinnen durch die Reihen seiner Anhänger lief.

00:08:23: Die setzten ihn umgehend fest und legten die Waffen nieder.

00:08:27: Doch um ein Haar hätte es auch eng werden können für Anno.

00:08:31: Jetzt in Kaisers Wert ahnte Lambert schon viel deutlicher, warum dieser Kirchemann nicht nur als güthiger Härte wahrgenommen werden konnte – sondern auch als machtgieriger Potentat.

00:08:44: Hat er ja nicht in den ersten Jahren nach Heinrichs des Dritten überraschend im Tod die Gunst der Kaiseren erhalten, die ihn mit in die Reichsgeschäfte integrierte?

00:08:53: hatte er sie nicht immer wieder gelobt für ihr Festhalten am Kurs ihres Mannes zur Kirchenreform.

00:08:59: War sie nicht somit genau das, was er für seine eigenen Reformvorhaben an der Spitze des Reiches brauchte?

00:09:05: Hatte er nicht mehr als genug zu tun mit dem Bau so vieler Kirchen und Klöster?

00:09:10: Wäre es für ihn als einem der mächtigsten Erzbischüffel des Reichs nicht lohender gewesen sich auf die Angelegenheiten in Italien zu konzentrieren wo die Normannen ihren Einfluss ausbauten und nun sogar eine Spaltung entstanden waren, gleich zwei Päpste an der Spitze der Heiligen Kirche.

00:09:28: Genau das war jedoch der Anlass für Anno gewesen, Kaiserin Agnes die Regierungsgewalt entreißen zu wollen.

00:09:35: Sie hatte bereits gegen das Dekret von Papst Nikolaus II aufbekehrt, wonach künftig die Kardinäle über den neuen Papst entscheiden sollten….

00:09:44: Das richtete sich in erster Linie gegen die laufenden Bestrebungen der römischen Aristokratie, das Papstamt wieder in die eigenen Hände zu bekommen.

00:09:53: Aber natürlich hatte Agnes auch die Konsequenzen erkannt, dass der König des Römischen Reiches selbst als vom Papst gesalbter Kaiser nicht mehr den neuen Papst bestimmen sollte – das war Ostern-thausendneunfünfzig gewesen!

00:10:07: Als Nikolaus II.

00:10:09: gut ein Jahr später starb wählten die Kardinäle den Reformbischof Anselm von Luca zum neuen Papst Alexander II.

00:10:18: Eigentlich hätte diese Entscheidung auch im Sinne der Kaiserin sein können, denn er war ein Reformer durch und durch, der genau das umzusetzen begann, was Agnes Verstorbenermann Kaiser Heinrich III.

00:10:29: gewohlt hatte.

00:10:31: Doch sie stieß sich daran an der Auswahl nicht beteiligt gewesen zu sein – unternannte einen Monat später ihrerseits Bischof Pietro Cardalus vom Parma zum Papst Honorius II.

00:10:43: Es reicht!

00:10:44: Sie kann es nicht, hatte Anno gesagt als er von dieser Entscheidung hörte.

00:10:49: Gerade hat er auch wieder das Gerücht die Runde gemacht, wonach Bischof Heinrich von Augsburg deshalb faktisch mit den Regierungsgeschäften beauftragt worden sei weil er ein intimes Verhältnis mit der Kaiserin pflege.

00:11:02: Nach dem Wahrheitsgehalt forschte Anno jedoch nicht.

00:11:06: Aus der Sicht von Lambert hätten sich die einflussreichsten Erzbischöfe und ihre Mitstreiter tatsächlich zusammenschließen und den Druck auf Agnes erhöhen können, ihren Gegenpaps zurück zu nehmen und noch mehr in ihrem Sinne zu agieren.

00:11:19: Doch statt Tessen wollte Anno zum Äußersten greifen und einen Staatsstreich anzetteln, indem er mit seinen Mitverschwörern den mittlerweile elfjährigen König in seine Gewalt brachte – und damit die Regierung ansicheres!

00:11:32: Das war Hochfahrrad….

00:11:35: Entweder gelang die gewaltsame Machtübernahme, dann war der Ruf von Anno als machtgieriger Regelbrecher für alle Zeiten garantiert.

00:11:44: Oder sie gelangen nicht!

00:11:46: Dann säßen Sie alle noch am Nachmittag im Kerker und würden bald darauf den Hänker als letzten Menschen auf Erden

00:11:52: sehen.".

00:11:53: Bei diesem Gedanken dachte Lambert sofort an Elz – »Er ausgerechnet er hatte ihr ausgerechnet ihr« so übel mitgespielt, dass auch tausend Beichten und Gebeten nicht reichen würden diesen dunkelsten Punkt in seinem Leben vergessen zu machen.

00:12:13: Er hatte sich nicht nur auf die Seite seines Vaters und dessen Medikus geschlagen als es darum ging einen Verantwortlichen für den Tod des großartigen kleinen Johannes zu finden.

00:12:22: Er hat sich sogar losgesagt von seinem Neffen der in Wirklichkeit sein eigen Fleisch und Blut war.

00:12:29: Selbstzüchtig hatte er die Nachricht von seinem plötzlichen Ableben mit großer innere Erleichterung aufgenommen, weil nun das Problem mit der für jeden sichtbaren Ähnlichkeit mit ihm von ganz allein aus der Welt war.

00:12:42: Im nächsten Augenblick hatte er in sich die Stimme Gottes gehört, der ihn für diese Gefühle gegenüber seinem eigenen Sohn verfluchte.

00:12:51: Er hatte auch in den folgenden Wochen nicht für Els Partei ergriffen – als Wolbert angekündigt hatte, die Ehe annulieren zu lassen und Els aus der Familie zu entfernen.

00:13:01: Aber erinnerte sich auch daran, wie erleichtert er war als bei einer der hitzigen Unterredung im Haus der Eltern Siegbert aufgestanden war und gesagt hatte Wenn ich das richtig sehe ist Els für euch nichts mehr wert weil es keinen Sohn mehr gibt, der die Nachfolge von dir und Robert antritt.

00:13:18: Könntet ihr als sonst so weise Kaufleute bitte mal eine Rechnung aufmachen?

00:13:24: Hier der Rauswurf von Els und die Ungewissheit, ob Robert je eine neue Frau finden und mit ihr Kinder haben wird.

00:13:33: Und dort der Verbleib von Els – mit der Gewissheit dass sie mit ihren gerade mal achtzehn Jahren sicherlich noch viele Kinder bekommen wird, darunter ganz bestimmt einen tüchtigen Kaufmann?

00:13:46: Daraufhin war es lange still gewesen in dem Zimmer!

00:13:49: Alle hatten ihre eigenen Vorwürfe gegen Els plötzlich noch einmal überdacht und neu gewichtet.

00:13:55: In die Stille hinein hatte Migelind einfach festgestellt, ich sage es Els!

00:14:00: Dann war sie aufgestanden und zum Heumack gelaufen.

00:14:03: Sie kam gerade noch rechtzeitig vor dem Haus von Robert an.

00:14:06: Els hatte alle Bekleidung von Juba und sich in Säcke gepackt – zwei Pferde damit beladen und wollte trotz der schon fortgeschrittenen Mittagsstunde aufbrechen und zurück nach Öd ziehen.

00:14:17: Tünn lief aufgeregt zwischen den Pferden hin und her, und beschwore, älzt sich das doch noch einmal zu überlegen.

00:14:23: »Sie wollen mich nicht mehr!

00:14:24: Sie brauchen mich nicht mir, also tue ich nur was sie von mir erwarten.

00:14:29: Und eine Mitgift für die Jober müsse sie auch nicht zahlen wenn ich weg bin.

00:14:33: Die Pferde bringe ich dir zurück, wenn ich meine Tochter und meine Sachen untergebracht habe« –.

00:14:38: wie Robert's Mutter später berichtete war Els zu allem entschlossen und eigentlich nicht aufzuhalten gewesen, wenn sie nicht mit Engels Zungen auf Sie eingeredet und erneut daran erinnert hätte das wir Frauen zusammenhalten müssen.

00:14:53: Als Els ihre Tochter dann vorübergehend zur Saare heruntergereicht habe sei die Kleine mit den Worten Ich hab dich so lieb in die Arme ihrer Großmutter gelaufen.

00:15:03: Das habe Lyoba wohl in Ihrer Erleichterung über den erhofften Meinungsumschwung ihrer Mutter gerufen und diesen damit erst bewirkt.

00:15:12: Nicht einmal drei Monate später war für alle sichtbar geworden, dass Els tatsächlich wieder schwanger war – und neun Monate nach dem Tod von Johannes war Albert auf der Welt!

00:15:23: Wie Robert seinem Vater damals berichtete, war es die Idee von Els gewesen, ihren neuen Sohn mit diesem Namen in die Reihe von Wolbert und Robert zu stellen.

00:15:33: Ein Jahr später war Roberta gefolgt Und kurz vor seinem Aufbruch nach Kaiserswert hatten sie auch noch die Taufe von Helena feiern können.

00:15:42: Sein Vater hatte zwar darüber gestöhnt, wie teuer seine Schwiegertochter inzwischen geworden sei, da Robert nun schon dreimal Mitgiftwerte zahlen müssen und nur einmal auf eine Hoffendürfe – doch Megelind hatte ihn in die Seite geknüpft und gesagt »Natürlich freuen wir uns über jedes unserer Enkelkinder, dass wir aufwachsen sehen dürfen«.

00:16:03: Das hatte jeder als Enttäuschung über Bärte verstanden.

00:16:07: Ihre Tochter hatte inzwischen selbst drei Kinder, sich mit ihnen aber noch kein einziges Mal in Köln sehen lassen.

00:16:13: Sie lebte mit ihrem Mann auf der auch mit Wolbertsgeld errichteten Burg Berge und schickte sich an ein neues Grafengeschlecht im Rheinland mit offensichtlich vielenartigen Nachkommen in die Welt zu setzen.

00:16:25: Ihre Herkunft aus einer nichtadigen Familie schien ihr so unangenehm zu sein, dass sie ihren Eltern und Geschwistern ihre Kinder bislang vorenthalten hatte.

00:16:35: Und seit Jahren nicht nach Köln gekommen war – obwohl es von Altenberg aus weniger als eine Tagesreise bis in ihre Geburtsstadt war!

00:16:45: Lambert machte sich ein weiteres Mal auf den Weg die Kaiserfeiz umrunden, um mitzukriegen wenn sich kaiserliche Milites näherden….

00:16:53: Vor knapp elf Jahren war er das erste Mal hier gewesen.

00:16:57: König Heinrich III hatte die Pfalz gerade mal sechs Jahre zuvor gegründet, seitdem war zwar einiges an Gemäuern dazugekommen aber so herrschaftlich wie andere Pfalzen war die strategisch günstig auf einer reinen Insel bei Düsseldorf gelegenen Festung nicht.

00:17:13: Er hatte den jungen König mal davon reden hören dass er sie prächtig vergrößern wolle doch nach dem heutigen Tage würde er diesen Ort wohl eher meiden Es sei denn, wieder über kam Lambert Endzeitstimmung.

00:17:27: Dabei hatte er sich gerade erst über den Neuanfang mit Els gefreut – nicht wieder so intim wie in Öd glattbach und am Anfang in Köln!

00:17:37: Das war für ihn für immer vorbei.

00:17:39: Aber die Jahre der Sprachlosigkeit zwischen ihnen waren bei der Taufe von Helena erkennbar zu Ende gegangen.

00:17:45: Sie hatten sie sogar sehr freundschaftlich über die aktuellen Vorgänge in Kologne und im Reich unterhalten Mit der für Lambert überraschenden Erkenntnis, dass Elz das Geschehen in der Stadt und im Rheinland genauso interessiert verfolgte wie die Weltpolitik.

00:18:01: Ja – sie hatte ihm sogar die Sicht auf das Papstschiffsmann bereichert, indem sie ihn belehrte, dass Kaiserin Agnes gut daran getan habe, die Entscheidung der Kardinelle nicht anzuerkennen und stattdessen einen eigenen Papst zu bestimmen.

00:18:15: Das sei nur im Interesse ihres Sohnes!

00:18:18: Sie hatte ihn daran erinnert, wie Kaiser Heinrich III.

00:18:20: auf diese Weise eine Reihe von Reformpapsen auswählen konnte mit denen er sich vertrauensvoll habe abstimmen können und hatte dann hinzugefügt dass das auch für den jungen König gelten müsse wenn der irgendwann als Kaiser die letzte Verantwortung für das Reich und damit auch für die Kirche zu tragen habe.

00:18:39: Diese Sätze – nicht einmal eine Woche her – halten in ihm nach, als er sich dem prachtvoll geschmückten Schiff näherte.

00:18:47: Gerade öffneten sich oben die Tore der Kaiserpfalz.

00:18:51: Anno ging voraus, sah Lambert fragend an.

00:18:55: Der machte mit einem leichten Kopfschütteln klar, dass keine weiteren Truppen auf der Insel waren – es also losgehen konnte!

00:19:02: Der Elfjährige war im angeregten Gespräch mit Erzbischof Adalbert von Bremen als sie den Weg herunterkamen.

00:19:09: Lambert konnte sehen wie der König leuchtende Augen bekam je mehr er sich dem Schiff näherte.

00:19:15: Anno hatte recht mit der Einschätzung gehabt, dass eine Entführung am besten mit etwas gelinge von dem der Knabe fasziniert sein würde.

00:19:23: Hans und Siegbert kamen nun schnellen Schrittes hinterher – sie warteten bis der König das schmale Brett zwischen dem Bremer Erzbischof und dem Mainzer Erzbschuf Siegfried betreten und das Schiff erreicht hatte.

00:19:36: Dann sprang sie zügig an Bord!

00:19:38: Darf ich Euch das wirklich außergewöhnliche Steuerrad zeigen, sagte Anno der die plötzliche Nervosität des Königs bemerkt hatte weil sich auf einmal viele Menschen hinter ihm drängelten.

00:19:50: Er sah nicht wie das Brett mit dem Geländer eingeholt wurde.

00:19:53: Das Schiff schaukelte ein wenig als es mehrere Männer mit Balken vom Landungssteg wegdrücken und die Mannschaft sofort die Ruder in den Rhein senkte.

00:20:02: Der König erschrak – Was geht hier vor?

00:20:06: schrie er.

00:20:07: Wir wollten uns doch eigentlich nur euer schönes Schiff anschauen und dann zurück!

00:20:12: Anno legte beruhigend eine Hand auf seinen Arm, doch Heinrich wicht zurück und stolperte.

00:20:18: Er fiel auf den Boden und krabbelte sofort durch die Beine der Menschen, die ihm den Weg zum Rand des Schiffes versperren sollten.

00:20:25: Das Ufer war noch zehn Ellen nahe, so stürzte sich der Knabe sofort in den Fluss.

00:20:30: Ob er schwimmen konnte, wusste Lambert nicht.

00:20:33: Es war jedoch klar, dass ihm jemand helfen musste und zwar sofort.

00:20:37: Deshalb versuchte er sich ein Weg durch die Menge zu bahnen, die nun gebannt auf den Wild herum zappelnden König blickte.

00:20:43: In dem Augenblick landete auch schon eine dunkel gekleidete Gestalt neben dem König im Rhein.

00:20:49: Noch war nicht auszumachen was nun passieren würde.

00:20:52: Im nächsten Moment griff der Mann nach dem Jung umarmte ihn und trat nun intensiv mit den Beinen ins Wasser, um in Wiederrichtung Schiff zu bringen.

00:21:00: Umgehend wurden mehrere Leitern heruntergelassen, auf einer kletterte Siegbett herunter ergriff das Rückenteil der edlen Tunica des Königs und zog in Stück für Stück aus dem Wasser.

00:21:10: Der ins Wasser gesprungene Mann war Graf Egbert, der über eine der anderen Leittern aus eigener Kraft zurück aufs Schiff klettert.

00:21:17: Es war in diesem Augenblick nicht ganz klar ob er den König gerettet oder gefangen hatte.

00:21:25: Mit kräftigen Ruderstößen bewegte die Mannschaft das Schiff so schnell wie möglich Richtung Köln.

00:21:30: Der Staatsstreich war geglückt und zwar ohne jedes Blut vergießen, wozu Anno zur Not auch bereit gewesen wäre.

00:21:38: So aber war er bester Laune bis Hans ihm erzählte was nach seinem Aufbruch Richtung Steg vor sich gegangen war.

00:21:45: Um kein Verdacht zu erregen hatten sich die beiden Militis die ganze Zeit im Speisesaal aufgehalten.

00:21:51: Mehrfach versuchten sie beim Austreten die Lage der Räume zu erkunden, um herauszufinden wo Agnes innerhalb der Pfals die Reichsinsignien aufbewahrte – die Zeichen der Herrschergewalt.

00:22:03: Doch nirgendwo waren zum Schutz der wichtigen Gegenstände wachenzusehen wie Hans vermutet hatte.

00:22:09: Die hätten Sie zur Not niedergerungen, um dann Schwert, Lanze, Mantel und weitere Insignien an Bord zu bringen!

00:22:15: Tatsächlich randen sie schnell durch sämtliche Flur, konnten aber nichts entdecken und machten, dass Sie den Anschluss zum bald ablegenden Schiff nicht verloren.

00:22:25: Also machen wir eine Planänderung!

00:22:28: Du reitest – sobald wir in Köln angekommen sind umgehend nach Neuz setzt mit ein paar Begleitern nach Kaiserswert über und stellst Agnes in meinem Namen einen Ultimatum.

00:22:39: Entweder händigt sie uns innerhalb von einer Woche die Insignien aus oder ihrem Sohn geht es schlecht.

00:22:46: Solange wir diese nicht haben, richten wir ein Kerkerraum etwas besser her und lassen ihn hinter Gittern.

00:22:53: Erst wenn sie in unserer Hand sind können wir uns mit ihm frei

00:22:56: bewegen.".

00:22:57: Das kam alles so überlegt – so routiniert!

00:23:01: Und so selbstsicher.

00:23:02: daher das.

00:23:03: Lambert ahnte wie oft Anno alle Eventualitäten dieses Staatsstreiches im Kopf durchgespielt haben musste….

00:23:10: …und er lag auch dieses Mal genau richtig.

00:23:13: Die Kaiserin rückte die Insignien heraus.

00:23:15: Lambert sah Agnes zwar nicht persönlich, aber den Erzählungen in ihrem Umfeld entnahm er als wäre sie nicht nur die Macht sondern auch eine große Belastung los geworden.

00:23:26: So trennte sie sich nicht nur anstandslos von den äußeren Zeichen der Herrschaft, sondern verzichtete auch darauf die Entführer gerichtlich zu belangen.

00:23:35: Mit Sorge registrierte Lambert in den folgenden Monaten allerdings das sich Anno und Adalbert Zwar auf Augenhöhe als Erzbischöfe begegneten und gemeinsam die Verantwortung für den Staatsstreich und dessen Folgen auf ihre Schultern zu laden bereit waren, das Heinrich IV jedoch stark unterschied.

00:23:54: Anno war für ihn der Verbrecher, der ihn gewaltsam von seiner Mutter getrennt hatte – Haderbert dagegen derjenige, dem er zunehmend vertraute.

00:24:04: Annu trat als erfahrener Magister in der Tradition seines Wirkens in Bamberg und mit viel Elan an, die Erziehung des jungen Königs in bessere Bahnen zu lenken.

00:24:14: Doch etwas sehr entscheidendes konnte er nicht korrigieren!

00:24:18: Heinrichs größte Schwächen blieb sein Jähzorn und sein Unvermögen spontane Gefühlswallung im Griff zu behalten statt sich vor wichtigen Entscheidungen zu besinnen.

00:24:30: Anno mit seinen wechselnden Launen zwischen guter Stimmung und turbenden Beschimpfungen war in der Hinsicht sicherlich der ungeeignete

00:24:38: Lehrer.".

00:24:39: Auf der anderen Seite verstand es sein Bremer Amtsbruder Meisterhaft, sich bei den Reichsangelegenheiten immer mehr Einfluss auf Kosten des Kölners zu sichern.

00:24:48: Anno schien dies zunächst nicht zu bemerken – zu sehr war er davon erfüllt, welch gewaltiges Gewicht sein Auftritt als eigentlicher Regent des Reiches nun hatte!

00:24:58: Und er bemerkte auch nicht was Lambert noch mehr Sorgen machte….

00:25:03: Die Kölner Kaufleute hatten genau registriert wie weit Anno zur Durchsetzung seines Willens zu gehen bereit war.

00:25:11: Sie würden umso genauer auf jedes ihrer Rechte achten und ihrerseits zu allem bereit

00:25:18: sein.".

00:25:18: Die zwischenzeitlich gewachsene gegenseitige Achtung, war bei fast allen wichtigen Kölner Familien Misstrauen- und Befürchtungen gewichen.

00:25:28: Anno hatte nicht nur das Vertrauen der Kaiserin und des Königs sondern auch, dass seine eigenen lokalen Basis gründlich zerstört.

00:25:37: Wie tief der Riss ging!

00:25:39: Er fuhr Lambert schon bald nach dem Staatsstreich bei den abendlichen Gesprächsrunden im Haus von Robert und in dem der Eltern – es dauerte immer länger bis er erfuhr wie die Menschen in der Stadt wirklich dachten.

00:25:50: Er als persönlicher Berater Annos war selbst aus Sicht der Eltern- und Geschwister unter Verdacht geraten den Verrat von Recht und Gesetz mitorganisiert zu haben, um damit im gegnerischen Lager zu stehen.

00:26:04: In solchen Momenten wurde Lambert bewusst, dass es tatsächlich genauso war – obwohl er doch genau wusste wie sehr Anno daran gelegen war die Angelegenheiten des Reiches und der Kirche nur zum Besten zu wenden.

00:26:24: Weiter geht's in der nächsten Woche mit Episode thirty-four.

00:26:29: Wenn ihr so lange nicht warten, das Buch im Zusammenhang lesen oder verschenken wollt auf www.die-uder-saga.de Erfahrt Ihr wie er es als Buch oder Ebook bekommt?

00:26:43: Wir wünschen eine spannende Lectüre!

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