Die Uda-Saga, Band 1, Episode 32

Shownotes

Die Familie freut sich auf das Wiedersehen nach der erfolgreichen Geschäftsfahrt von Robert, da mündet ein kleiner Ausflug zum Rhein, um noch etwas vom Schiff zu holen, in einen Sturz des dreijährigen Johannes in den Fluss. Elß bekommt mit Heilkräutern die Erkrankung zunächst in den Griff, wartet auf weitere, um ihren Sohn wieder ganz gesund zu bekommen. Da mischt sich ihr Schwiegervater ein und bestellt den stadtbekannten Medikus - und für Elß beginnt ein Albtraum.

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00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Episode von ELZ.

00:00:17: Das ist Band eins der Udersager, dem neuen historischen Roman vom Niederrhein mit der besonderen Perspektive.

00:00:25: Taucht ein in das spannende Leben der normalen Menschen – den Bauern, der Bürger und wie sie ihren Alltag erlebten im Deutschland des elften Jahrhunderts.

00:00:40: Vor dem Hintergrund der realen Ereignisse begleiten wir zusammen diejenigen, der im September, twenty-fünfundzwanzig als Buch und E-Book erschienen ist.

00:01:11: Wie er ein Exemplar bekommt erfahrt ihr auf www.dminusuda minussaga.de.

00:01:20: Band zwei unter dem Titel Merlind erscheint

00:01:23: bald Im September,

00:01:24: zweitausendzechsenszwanziger Also los!

00:01:29: Mit Episode

00:01:30: Zweiunddreißig von ELZ Dem ersten Band.

00:01:58: Nach dem Essen war Els mit ihren Kindern sowie Sarah und Ida noch einmal zu Friedrich und seiner Frau Lisa gegangen, damit Thun seinem Herrn noch etwas zeigen konnte.

00:02:09: Inzwischen beherrschten sie ihre Rollen perfekt!

00:02:12: Vor den Kindern und den Bediensteten überzeugten Sie als liebendes Ehepaar – und wenn sie dafür sorgte, dass das Haus ansonsten leer war, kamen Robert und Thun auf Ihre

00:02:22: Kosten.".

00:02:23: Niemand dachte sich etwas dabei, und einige Monate lang hatte Els im Gegenzug ebenfalls diese Freiheiten mit Lambert genießen können.

00:02:31: Aber das war lange vorbei!

00:02:33: Inzwischen blieb er zwar wieder bei Familientreffen im Haus der Eltern auch dann am Tisch – wenn Robert und Els mit den Kindern dazu kamen.

00:02:41: Doch unter vier Augen hatte es keine Situation mehr gegeben….

00:02:45: In der Woche zuvor hatte Lambert am Tisch stolz verkündet, dass der Erzbischof im vergangenen Herbst den Bauern auch am Niederrhein entgegen gekommen sei, wovon sicherlich auch Els gehört habe.

00:02:56: Trotz der denkbar schlechten Ernte habe es keine größere Verschuldung mehr gegeben, vieles sei der Bevölkerung erlassen worden.

00:03:04: Els kannte den Vorgang nicht – schließlich war sie auch schon lange nicht mehr in Öd gewesen – so lange das auch ihre beste Freundin Walli noch nichts von Lioba wusste!

00:03:16: »Du auch!« –

00:03:17: Esa begann herzhaft zu lachen, als sie Els mit der neuen Kette sah.

00:03:21: Die beiden Frauen hielten sich die Geschenke der beiden Männer gegenseitig vor.

00:03:26: »Da scheint ein Straßenhändler in London gute Geschäfte gemacht zu haben,

00:03:30: meinte Els erheitert.

00:03:32: Und nicht nur einer ergänzte Lisa und verwies auf den verwegen reitenden Jungen auf dem Heumarkt.

00:03:40: Ich habe noch einen Sack auf dem Schiff von Robert vergessen, sagte Friedrich.

00:03:43: – Will jemand mitkommen?

00:03:45: rief er Richtung Jungs, während er das Pferd aus dem Verschlag holte und vor den Karren spannte.

00:03:50: Es war klar, welche Begeisterung er mit dieser Frage bei den beiden Dreijährigen auslöste.

00:03:56: »Welmeet!« war von Lioba zu hören, doch Els griff sich die Einjährige und sagte nur «balt wenn du so groß bist wie dein Bruder».

00:04:06: Sarah hatte sich entschuldigt weil sie die Gelegenheit nutzen wollte um rasch auch nach ihrer Tochter zu sehen….

00:04:12: Ida hatte ebenfalls eine Freundin gesehen und sich zu einem kleinen Plausch in die andere Ecke des Heumarktes zurückgezogen.

00:04:19: Die beiden Kaufmannsfrauen saßen schon eine ganze Weile mit ein Becher Tee in der Hand draußen vor dem Haus, als zwei nasse Gestalten über den Platz Richtung Haus stürmten.

00:04:29: Sofort sprang Lisa und Elz auf, denn sie hatten Friedrich erkannt.

00:04:33: Hinter ihm lief sein Sohn – auf Friedrichs Armen lag Johannes offenbar bewusstlos!

00:04:41: Er ist vom Steg in den Rheingefallen, erklärte er schweratmend.

00:04:45: Matern ist sofort hinterhergesprungen weil Johannes mit dem Kopf gegen irgendwas gepralt ist und im Wassertrieb.

00:04:54: ich habe sie dann beide

00:04:55: rausgeholt.

00:04:57: Elzriss ihren Sohn an sich legte ihn mit dem Bauch auf den Boden worauf er zu Husten begann.

00:05:03: Wasser spuckte und danach die Augen wieder Aufstück.

00:05:07: Gott sei Dank, da bist du ja wieder!

00:05:10: sagte Els, hob ihn an und drückte ihn fest an ihre Brust.

00:05:14: Ida hatte den Aufruhr gesehen, war hinzugelaufen und nahm nun Lioba fest an die Hand.

00:05:20: Schnell nach Hause

00:05:22: rief Els ihr zu.

00:05:24: Sie hoffte das Robert und Thun ihre private Wiedersehensfeier inzwischen beendet hatten.

00:05:28: Erleichtert bemerkte sie, dass dem so war und noch mehr freute sich Els, dass über dem Feuer ein Topf mit Wasser hängen.

00:05:36: Offenbar wollten die beiden Männer sich auch gerade einen Thee machen.

00:05:39: «Schnell, ein Tuch!

00:05:41: Und dann die Wunde vorsichtig säubern»,

00:05:43: wies Elz ihre Markt an.

00:05:45: Robert stürzt hinzu.

00:05:47: »Hilf Ida bitte beim Säubern?

00:05:49: Wir müssen sehen

00:05:49: wie tief die Wunder am Kopf

00:05:51: ist.».

00:05:52: –«Was ist denn los?« meldete sich Johannes mit schwacher Stimme.

00:05:57: Elz umarmte ihn, während sie ihm vorsichtig die nassen Sachen vom Leib zog und ihn wärmte.

00:06:02: »Es wird alles wieder gut, mein Junge.

00:06:04: Du bist in den Reihen gefallen und hast dich irgendwo am Kopf

00:06:07: bestoßen

00:06:08: – das schauen wir uns mal an!«.

00:06:10: »Ja… Schreckliches Kopf?

00:06:14: Wee!« sagte Johannes leise und begann zu weinen.

00:06:18: »Zuerst müssen wir die Blutung stillen!«

00:06:20: sagt der Els mit Blick auf das Blut, das Schwach pulsierend aus dem Schädel ihres Kindes lief.

00:06:25: »Drück bitte ein Tuch nach dem anderen darauf!«

00:06:28: bat sie Robert.

00:06:29: »Ida wird dir etwas Vorrat aus unserer Stube holen.

00:06:32: Schnell, bat sie die Markt, die umgehend die Treppe rauf lief und auch sofort wieder mit einem Stapel Tücher zurück war.

00:06:40: Els hatte sie nach und nach gekauft, um im nächsten Winter ein paar neue Kleidungsstücke für ihre Kinder daraus zu nähen – doch das war jetzt nicht wichtig!

00:06:48: Mir ist kalt!

00:06:50: sagte Johannes.

00:06:52: Els holte eine Decke aus einer Truhe und wickelte den jungen Körper vorsichtig hinein.

00:06:57: Bringen wir ihn noch etwas näher an das Feuer?

00:07:00: schlug Els vor.

00:07:02: Fenchel, Minze und Mon habe ich zwar hinten im Küchenregal,

00:07:06: fuß sie fort.

00:07:08: Aber wir bräuchten dringend auch noch etwas Andorne, Eberraute und Wehrmutplätter!

00:07:13: Elz wandte sich an Thönn –

00:07:15: weißt du wo man sowas hier in Köln bekommen kann?

00:07:18: Ich wüsst

00:07:19: nicht mal wat dat is, antwortete der und schaute dabei ganz bestürzt.

00:07:24: Ich hab mal einen Stand auf dem Markt gesehen.

00:07:26: eine Frau hatte doch zumindest Wehrmut,

00:07:29: erinnerte sich Elz laut.

00:07:31: »Mahannen, Kräuterweib in der Jüdejas« sagte Thünn.

00:07:35: »Dann dauft doch bitte zu ihr und frag sie vor allem nach Andorneberraute und Wehmutblättern!«

00:07:44: rief Els, während sie ihn bei jeder Silbe schüttelte.

00:07:47: »Andorneaberraute

00:07:50: Wehmuthblätter«

00:07:51: wiederholte er, zog sich seine Mütze über und sprach es immer wieder vor sich her.

00:07:56: –

00:07:57: Mir ist

00:07:57: heiß, meldet sie sich Johannes

00:08:00: Und mein Kopf tut immer noch schrecklich weh.

00:08:05: Hälz fühlte seine Stirn.

00:08:07: Hab ich mir gedacht, um die Kälte hat sich sein Körper schon selbst gekümmert!

00:08:11: Jetzt entwickelt er leichtes Fieber.

00:08:14: Wollen wir hoffen dass es nicht noch stärker wird?

00:08:17: Sie schaute nach der Kopfwunde.

00:08:19: Es hatte zu Bluten aufgehört.

00:08:21: Das ist gut.

00:08:22: Ich wünschte ich hätte die Wermutblätter schon Dann könnte ich einen heilsamen Sud gegen seine Kopfschmerzen da auskochen.

00:08:30: Kurz darauf

00:08:30: war Tünn zurück.

00:08:32: »Andon und Eberaut erzinnit, hätt sie ihr Saat!

00:08:37: Eh, everdinge Wermutblätter« berichtet der außer Atem und reichte Els die Blätter.

00:08:43: »Na ja, frische wären besser gewesen

00:08:45: hier Ida!«.

00:08:47: Els reichte ein Teil der Blätter –

00:08:49: «Klein schneiden und kochen, dann vorsichtig abgießen ich kümmere mich um den Rest.».

00:08:55: Die Markt begann sofort mit den Vorbereitung.

00:08:57: Wenig später kochten die Blätter, während sie darin herumrührte.

00:09:01: –

00:09:01: Genau

00:09:02: richtig!

00:09:03: sagte Els hier, während Sie die zurückgehaltenen Blätter vorsichtig mit Wasser versah und glättete.

00:09:09: Eine halbe Stunde später hatte Els mit dem erkalteten Wehmutbrei vorsichtig die Wunde umgeben und aus dem Rest und weiteren Blättern eine Art Umschlag gemacht.

00:09:19: Es tut schon nicht mehr so weh,

00:09:22: sagte Johannes.

00:09:23: nach einer Weile dankbar

00:09:25: Dann lassen wir das jetzt nur noch eine halbe Stunde auf

00:09:28: deinem

00:09:28: Kopf und danach bringt dein Vater dich vorsichtig in unser Bett, damit du dir schön gesund schlafen kannst.

00:09:34: Ich komme gleich und lege mich

00:09:36: dazu.".

00:09:37: Robert nickte.

00:09:39: »Wo bekommt ihr denn eure Heilkräuter her?

00:09:41: Wenn jemand ernstlich krank wird!«

00:09:44: wollte Elz von ihm wissen.

00:09:46: »Gar nicht – dann rufen wir den Medikus.

00:09:50: Doch nicht etwa diesen Orduf, der sich nach der Geburt von Lyuba unbedingt meinen Urin ansehen wollte?

00:09:57: Genau den.

00:09:59: Hm,

00:10:00: meinte Els

00:10:02: und weißt du zufällig ob die Benediktine in ihrer Abteil Sankt Pantalion einen Klostergarten mit Heilkräutern haben?

00:10:09: Nein!

00:10:10: Dann werde ich mal schnell dorthin laufen

00:10:13: Aber es wird gleich dunkel Und du wolltest dich doch zu Johannes legen

00:10:18: Wenn er diese Nacht starkes Fieber bekommt, brauche ich noch ein paar Zutaten, um es wirksam bekämpfen zu können.

00:10:24: Dann mach dich auf den Weg!

00:10:26: Aber Tünn kommt

00:10:27: mit!".

00:10:28: Sie waren fast eine halbe Stunde unterwegs bis sie an die Pforte von St.

00:10:32: Pantaleon klopften – an denen ihren Firme Marius verwiesen wurden der aber nur die üblichen Getränke, Pasten und Seiben für kleinere Verletzungen hatte.

00:10:41: Von den verschiedenen selten Heilkräutern hatte er nichts da Nur davon gehört, dass sein Amtsbruder in Gladbach seit ein paar Jahren damit hantiere und offenbar schöne Erfolge in den typischen Erkältungszeiten damit erziele.

00:10:53: Die hatte von mir!

00:10:54: Ich

00:10:54: weiß!"

00:10:56: Dann sei die Verzeihung, wart ihr das Mädchen, das von dieser besonderen Frau Gerda berichtet

00:11:02: hatte?

00:11:03: Els staunte, daß das von Gladbach Auszug gab bis Köln die Runde gemacht hatte... Wir wollten gleich im

00:11:09: Frühjahr Samen und Ableger

00:11:10: holen und auch in unserem Garten so etwas züchten… berichtete der Infirmarius mit höherbarem Stolz, das endlich mal einer seinen Vorschlag etwas abgewinnen konnte – auch wenn es kein Mitbruder, sondern nur eine Kölner Kaufmannsfrau war.

00:11:24: Aber immerhin!

00:11:25: »Und wisst ihr, ob es in Gladbach noch Vorräte gibt?«

00:11:28: fragte Els.

00:11:30: »Nein, das weiß ich natürlich nicht.«.

00:11:32: Els ließ die Schultern hängen und wandte sich enttäuscht zum Gehen.

00:11:37: »Aber ich könnte meinen Gehilfen bitten, morgen früh hin zu reiten und zu fragen... Er wäre dann übermorgen

00:11:43: zurück.

00:11:44: Das ließ sich Els nicht zweimal sagen, sie bat um Pergament und Schreibfeder und setzte sich an den Tisch des Krankensaales, um eine lange Liste mit genauen Mengenangaben zu erstellen.

00:11:56: Els – nicht wahr?

00:11:58: fragte dieser der hinter sie getreten war und ihr staunend beim Schreiben zusah.

00:12:03: Eine schöne Schrift!

00:12:05: Ihr könntet sofort in unserer Schreibstube beim Kopieren kostbarer Bücher helfen.

00:12:10: –

00:12:11: Erst einmal sollte das reichen,

00:12:13: sagte Els geschmeichelt und gab dem Mönch das Blatt.

00:12:15: – Wohin soll Gerd die Blätter Stängel und Wurzeln bringen wenn es sie in Gladbach noch gibt?

00:12:22: Tünn über Nahm nannte die Adresse und gab ihm gehilfen ein paar Münzen.

00:12:27: Die Mönche in Gladbach geben sicher lieber ihre Vorräte ab, wenn ihr ihnen das als unsere Spender aushändigt.

00:12:34: In der Nacht taten Robert und Els kaum einen Auge zu.

00:12:37: Johannes wälzte sich unablässig zwischen ihnen in dem schmalen Bett und fantasierte, offenbar mit steigendem Fieber kämpfend.

00:12:45: Immer wider stand Elz auf um ihm neue Tücher mit kaltem Wasser um die kleinen Beine zu fickeln.

00:12:51: Er wurde dann zwar etwas ruhiger und fiel in tiefen Schlaf aber bald danach ging es von Neuem los.

00:12:58: Am nächsten Morgen standen Wolbert und Megalind schon kurz nach Sonnenaufgang in der Küche von Robert und Elz.

00:13:05: Wir haben erfahren, dass Johannes in den Rhein gestürzt ist und sich schwer verletzt hat.

00:13:11: Began das Familienoberhaupt sofort mit scharfer Stimme.

00:13:15: Habt ihr denn nicht aufgepasst?

00:13:18: Er ist mit Friedrich & Matern noch mal zum Schiff um was zu holen!

00:13:22: Das waren sicherlich Aufpasser genug.

00:13:24: –

00:13:25: Öffnen Sie dich nicht, zichte Miggelind.

00:13:30: Wie geht es unserem einzigen Enkelsohn jetzt?

00:13:33: wollte Wolbert wissen.

00:13:35: Er hat immer noch hohes Fieber.

00:13:36: Heute versuche ich es nochmal mit kalten Umschlägen und ein paar Kräutern, die ich noch von den letzten kleinen Erkältungen der Kinder habe.

00:13:44: Aber morgen sollten endlich wirksamere

00:13:46: Mittel eingetroffen sein.

00:13:48: Dann kriegen wir das bestimmt schnell in den Griff",

00:13:50: erläutete Els.

00:13:52: »So wie du das wohl unseres Jungen im Griff hattest als er in den Rhein gestürzt ist!« bemerkte Wolbert Spitz.

00:14:00: «WIE MEINST

00:14:01: DU DAS?« sagte Els erboßt.

00:14:04: Ich meine, daß zu viel auf dem Spiel steht als daß man das jetzt Leien

00:14:08: überlassen

00:14:09: darf.

00:14:09: Ich werde gleich nach dem Medikus schicken damit er sich mit all seinen Erfahrungen um den Jungen kümmert", sagte Wolbert in einem Ton der keinerlei Widerspruch duldete.

00:14:19: »Er ist mein Sohn!«

00:14:21: sagte Elst trotzig.

00:14:24: »Vor allem ist er der einzige Erbe dieser Familie und das hat mehr Gewicht.

00:14:31: Ordull wirds sich kümmern.

00:14:33: »Und damit schluss der Besprechung!« stellte Wolbert mit ungewöhnlich lauter Stimme fest.

00:14:39: Verzweifelt tritt Els von Hof zu Hof, ließ sich sogar über den Rhein nach Deutsch bringen um einigen der wichtigen Heilkräuter zu bekommen.

00:14:47: Einige Nonn konnten ihr dort tatsächlich weiterhelfen.

00:14:50: Keine drei Stunden später war sie zurück und wollte an die Vorbereitung von Tees und Salben gehen, hörte von oben jedoch mehrere Männer stimmen.

00:14:59: Ein Priester betete laut für Johannes, und der Medikus wies ein Bader an wie er an dem winzigen Körper die Schnitte mit dem Messer ansetzen müsse um den Jungen ordentlich zur Ader zu lassen.

00:15:11: Was macht ihr dort vor Flucht?

00:15:14: schrie Els als sie die Situation erfasst hatte.

00:15:18: Ihr haltet euch hier raus!

00:15:19: sagte der Priester Schroff.

00:15:22: Wir sorgen dafür dass Gottes Heilkräfte ihre Wirkung entfalten

00:15:26: können wenn es

00:15:26: dem Herrn gefällt.

00:15:28: Aber ihr dürft doch nicht den kleinen Körper noch weiter schwächen, indem er dem Kind sein Blut

00:15:34: raubt!

00:15:35: protestierte Els verzweifelt.

00:15:38: »Wir müssen es sogar« erklärte der Medikus und schwenkte ein kleines Flächchen.

00:15:43: »Das ist ganz frischer Urin Eures Sohnes.

00:15:46: Wie Ihr seht sind seine Körpersäfte in ein völliges Ungleichgewicht

00:15:49: geraten.

00:15:50: Vielleicht sogar durch eure seltsamen Gifte?

00:15:53: Wir bringen das jetzt in Ordnung und dann geht es ihm schnell wieder besser.

00:15:57: »Aber so bringt ihr ihn

00:15:59: um!« schrie Els.

00:16:01: Sie wollte ein Robert vorbei ins Zimmer stürzen, doch der packte sie und trug sie die Treppe herunter, während sie wild mit den Beinen strammelte.

00:16:10: »Lass mich zu meinem Sohn sofort!

00:16:12: Sie bringen Johannes um!

00:16:13: –

00:16:14: Nein, das tun sie nicht.

00:16:16: Wenn es Gott gefällt, dass Johannes weiterleben soll, dann ist das die einzige Möglichkeit.

00:16:22: Der Medikus ist in derartigen Dingen der weiseste, gebildetste und klügste Kopf in Köln.

00:16:29: Und weil meinen Eltern ihr Enkel so lieb und teuer ist, haben sie ihn kommen lassen – auch wenn es ein kleines Vermögen kostet!

00:16:37: Es kann doch nicht klug sein einem kleinen an einer schweren Erkältung leidenden Menschen, der eine Unterkühlung und einen Kopfwunder hat, die Glieder

00:16:48: aufzuschlitzen!"

00:16:50: schrie Els Robert an.

00:16:51: Sie wollte sich dabei von ihm losreißen, um zu ihrem Sohn zu kommen.

00:16:55: Doch Robert hielt sie

00:16:56: fest.".

00:16:57: »Glaub mir!

00:16:59: Der Medikus weiß was er tut.

00:17:01: Er hat schon so viele Menschen in der Stadt behandelt und er kann anhand der Farbe des Urins genau bestimmen welche Körpersefte in ein Ungleichgewicht geraten sind – und was dann zu tun ist.

00:17:12: Und wie viele Menschen sind wegen seiner Behandlung gestorben?«

00:17:17: Schrie Els die sich nicht beruhigen ließ und weiter an ihm zerte.

00:17:22: Wenn Gott das Ende eines Lebens bestimmt hat, dann ist jeder Mensch machtlos.

00:17:27: Auch ein so perfekter Medikus wie

00:17:29: Ordolf.".

00:17:30: »Rass mich endlich los!«

00:17:34: zichte Els wütend in Robert's Ohr.

00:17:36: »Nur wenn du mir versprichst den Medikuss seine Arbeit machen zu lassen und solange hier unten bei mir zu warten.

00:17:43: Nur wenn

00:17:43: du nicht

00:17:44: willst, dass mein Sohn überlebt?«.

00:17:46: –

00:17:47: »Aber das fühl ich doch.

00:17:49: Dann lass mich los und das Böse treiben, da oben beenden.

00:17:53: Das wirst du nicht!

00:17:54: Du kannst auch nicht in den Willen Gottes

00:17:56: eingreifen!".

00:17:58: »Hopad!

00:17:59: Verstehe doch endlich!

00:18:01: Gott hat so viele Pflanzen auf dieser Welt wachsen lassen – Und vielen von ihnen die Kraft verdient kleinen Jungen wie Johannes In Situationen wie diesen das Leben zu retten.

00:18:12: Wer weiß welche das sind?

00:18:14: Und wie man sie verwendet der vollzieht doch Gottes Willen noch mehr als einer der bei jeder nur denkbaren Krankheit immer nur zur Ader lässt.

00:18:24: Sie merkte, wie Robert den Griff lockerte.

00:18:27: Diese Logik leuchtete auch ihm

00:18:29: ein.".

00:18:30: »Und du weißt welcher Heilkräuter Johannes braucht um zu überleben?«.

00:18:34: –

00:18:35: »Ja!

00:18:36: Und ein Mönch von St.

00:18:36: Pantalion ist schon unterwegs die Fehlenden zu besorgen.

00:18:40: Ein paar davon habe ich bei den Deutzern Nonnen erhalten.

00:18:43: Ich muss ihn nur schnell Johannes geben, einige gekocht, einige gerieben, einige mit anderen gemischt und er wird in wenigen Tagen wieder auf seinem Holzpferd reiten können.

00:18:53: »Also gut!«

00:18:55: sagte Robert, und lockerte den Griff nun noch weiter.

00:18:58: »Ich lasse dich jetzt los.

00:19:00: Wenn du mit mir raus auf den Heumarkt gehst, dann nimmst

00:19:04: Du Deine Kräuter

00:19:05: und bereitest alles bei Lisa vor –

00:19:08: und sobald

00:19:08: der Priester, der Melikus und der Bader gegangen sind,

00:19:11: schicke ich Tön zu Euch rüber und du kannst

00:19:13: sofort mit der Heilung

00:19:15: beginnen!«.

00:19:16: Elznikte Sie hatte etwas zu tun, konnte sich selbst ablenken und wenn die drei Männer von ihrem Sohn ablesen,

00:19:24: hatte sie keine

00:19:24: Zeit verloren.

00:19:26: Die Chancen, Johannes zu retten stiegen auf diese Weise sogar – denn wenn ihre Schwiegereltern unter Medikus sahen was sie unten vorbereitete würden sie es sogar zerstören!

00:19:36: Und dann wäre Johannes vermutlich überhaupt nicht mehr zu retnen.

00:19:39: Manchmal mochte sie ihren Mann richtig weil er schnell abwägen und noch schneller den besten Weg zur Verwirklichung finden konnte.

00:19:48: Zwei Stunden war es her, seit Els mit den Vorbereitungen angefangen hatte.

00:19:53: Längst war alles fertig!

00:19:55: Einige Tees müssten bald neu zubereitet werden, wenn sie nicht sofort verabreicht würden.

00:20:00: Da klopfte's an der Thüre von Friedrichs Haus – Es war Sarah.

00:20:05: Sie hatte eine schlafende Lyoba auf dem Arm.

00:20:08: »Roberts schickt mich und lässt fragen ob das Mädchen diese Nacht hier schlafen kann?«.

00:20:13: »Natürlich, sagte Lisa.

00:20:15: Komm nur rein mit der Kleinen!

00:20:17: Elz bestürmte die Magd.

00:20:19: Was ist mit meinem Sohn?

00:20:20: Hast du ihn gesehen, hat er was gesagt?

00:20:23: Er wimmert nur ab und zu vor sich hin wenn er aus dem Schlaf kurz erwacht und jedes Mal wenn er nach Euch ruft, micht sich der Priester ein und beschwört irgendwelche bösen Geister von dem Knaben abzulassen.

00:20:35: Elz griff sich den Umhang und eilte zum Ausgang.

00:20:39: Ich muss zu ihm,

00:20:40: sagte sie und riss die Türe auf.

00:20:42: Frau Elz!

00:20:43: Ihr solltet das lassen!

00:20:45: rief Sarah ihr zu.

00:20:46: Jetzt drehte sich irritiert zu ihr um.

00:20:49: Wenn er doch nach mir ruft!

00:20:51: Der Medikus und der Priester reden andauernd davon, dass Ihr Euer eigenes Kind mit Hexen tränken vergiftet

00:20:58: hättet.

00:20:59: Der Priester hat sogar schon einen Exorzismus

00:21:01: begonnen.

00:21:02: Damit der Teufel aber nicht von Johannes auf seine Schwester übergreift, sollte ich sie hierher

00:21:07: bringen.

00:21:08: Sie sei noch nicht genug geschützt

00:21:10: vor bösen Geistern haben sie

00:21:12: gesagt.".

00:21:13: Was erzählen die für Ungeheuerlichkeiten?

00:21:15: Johannes hat sich unterkühlt, am Kopf verletzt und hat jetzt vermutlich schwere Erkältung am Hals und in der Lunge.

00:21:21: Die müssen behandelt werden – nicht irgendwelche Geister!

00:21:24: Verflucht!".

00:21:26: »Ihr solltet vielleicht nicht so fluchen.

00:21:28: Das könnte die Herren nur in ihrer Meinung bestätigen.«.

00:21:32: »Das ist mir alles egal.

00:21:34: Sowas von egal.

00:21:35: Ich werde zu meinem Sohn gehen und ihm die Schmerzen und Krankheiten nehmen.

00:21:40: Lisa, hilfst du mich tragen?«.

00:21:42: Die angesprochene blickte von Els zu Sarah und wieder zurück.

00:21:46: »Ich weiß nicht,

00:21:47: ob das im Augenblick so eine gute Idee ist,

00:21:49: mitten in einer Teufels-Austreibung?«.

00:21:52: – Sie töten Johannes jetzt!

00:21:56: rief Els verzweifelt.

00:21:58: Sie füllte zwei der vorbereiteten Tees entbecher und packte die Salbe und die gemischten Kräuter in ein Beutel.

00:22:04: Dann stapfte sie ihn den Nacht.

00:22:07: Sie hatte ihr Haus noch nicht erreicht, da wurde die Tür aufgerissen.

00:22:10: Tünn rannte auf die Straße.

00:22:12: Er sah kreidebleich aus.

00:22:14: Robert sagt, ich soll dich

00:22:15: holen!

00:22:16: Damit du dich verabschieden

00:22:17: kannst.".

00:22:18: Verabschienen?

00:22:20: Elzließ entsetzt die Becherfallen, rannte an Tünnt vorbei ins Haus und wollte die Treppe herauf.

00:22:25: Doch Wolbert und Megelind kam ihr entgegen.

00:22:28: Maggie hatte Tränen in den Augen.

00:22:30: Wolbert schubste Els bei Satan und sagte nur Du hast unseren Enkel, die Zukunft der Kölner

00:22:36: Kaufleute auf

00:22:37: dem Gewissen.

00:22:37: Du Hexe!

00:22:38: Ich will dich nie

00:22:40: wieder

00:22:40: sehen!".

00:22:41: Jetzt kam der Priester aus dem oberen Zimmer heraus, zog sich Dich Stola über den Kopf und sagte Es ist alles getan für das Seelenheil Eures armen Jungen.

00:22:51: Begrabt ihn ruhigen Gewissens Denn er ist frei von Sünde von uns gegangen.

00:22:56: Im Gegensatz zu Euch wird Er im Himmel sein.

00:23:01: Daraufhin alte er so schnell davon dass er die Schreie und Beschimpfung von Elz nicht mehr hören konnte.

00:23:07: Vielleicht war das besser für Elz?

00:23:09: Sie wusste, daß mehr als die Hälfte aller Kinder starben bevor sie Mann oder Frau wurden.

00:23:14: Es gab Zeiten, da starben in Ödmeer Kinder als geboren worden.

00:23:18: Der Tod war der ständige Begleiter des Lebens.

00:23:21: Aber wenn ein so aufgeweckter, liebenswürdiger, tatendurchstiger Und

00:23:26: herzensguter kleiner Mensch wie Johannes

00:23:29: Mit gerade einmal drei Jahren

00:23:31: nicht mehr weiterleben

00:23:32: durfte,

00:23:33: nicht mit seinem Vater seine erste Handelsfahrt erleben.

00:23:36: Nicht mit ihm weitere Geschäfte

00:23:38: aufbauen!

00:23:38: Nicht mit

00:23:39: dem Erfolger als Kaufmann in

00:23:40: der nächsten

00:23:41: Generation feiern durfte – wenn er

00:23:43: sich nicht verlieben,

00:23:44: Kinderzeugen

00:23:45: und diese voller Stolz- und Begeisterung heranwachsen sehen

00:23:48: durfte?

00:23:50: Dann waren die Gedanken daran schier unerträglich….

00:23:54: Ells konnte nicht mehr aufhören zu

00:23:56: weinen.".

00:23:56: setzte sich auf die unterste Treppenstufe und verfluchte den Medikus.

00:24:02: Und den Bader, und den Prüster – und wünschte sich nie nach Köln zu den reichen Leuten gezogen zu sein!

00:24:10: Sie würde Lyuba holen und sich augenblicklich auf den Weg nach Öd machen, die Mühle wiederaufbauen und dort in Frieden wenigstens ihre Tochter auffachsen sehen, sich über Enkel freuen und nach einem gottgefälligen Leben friedlich aus dieser ungerechten Welt scheiden.

00:24:29: Sie war derart in ihrer Trauer gefangen, dass sie gar nicht mitbekam wie auch der Medikus an ihr vorbei ging – wie der Bader angesichts dieses furchtbaren Ausgangs seiner Bemühungen nichts anderes im Sinn hatte als von Robert die sofortige Bezahlung für seine über viele Stunden verrichteten Dienste

00:24:47: einzufordern.".

00:24:48: Sie bekam nicht mit, dass Robert anstandslos einen Haufen Silbermünzen in seine Hände legte und zur Antwort bekam, das schon Nacht sei – und ist deshalb etwas mehr Koste.

00:24:58: Sie bekamen nicht mit wie Lambert, mit dem ihn eine Decke gewickelten Leichnam vorsichtig an ihr vorbeischlich Wie Robert nach seinem Umhanggriff und seinen Bruder zur Kirche begleitete um Johannes inmitten eines Meeres von Kerzen bis zum nächsten Morgen aufzubahnen.

00:25:15: Wolbert und Meegelind waren bereits dort, hatten selbst die meisten Kerzen entzündet.

00:25:20: Auch einige andere Kaufleute hatten sich versammelt, um für den Enkel des Freundes und Kollegen zu beten.

00:25:26: Aber sie bekam mit, daß Robert sich neben sie setzte, den Arm um ihre Schultern legte und nur sagte –

00:25:33: Es war ganz sicher Gottes Wille, liebe Els!

00:25:37: Sie schaute ihn fassungslos an als er fortfuhr.

00:25:41: Lambert hat das auch gesagt dass es nur ein Unglück für Johannes hätte sein können, seinem Onkel dem Kirchenmann immer ähnlicher zu sehen und das die Menschen nun sagen würden, daß Gott Johannis zu sich geholt habe weil er ihn so liebe und vor weiterem Ungluck habe schützen wollen.

00:25:58: Ilz begann erneut zu schluchzen.

00:26:00: Hemmati

00:26:01: wie wild mit ihren Fäusten gegen Roberts Brust sprang auf und rannte schreiend in die Nacht!

00:26:17: Weiter geht es in der nächsten Woche mit Episode thirty-three.

00:26:21: Wenn ihr so lange nicht warten, das Buch im Zusammenhang lesen oder verschenken wollt

00:26:26: auf

00:26:27: www.die-uda-sager.de Erfahrt Ihr wie er es als Buch oder Ebook

00:26:35: bekommt.

00:26:36: Wir wünschen eine

00:26:37: spannende Lectüre.

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