Die Uda-Saga, Band 1, Episode 31
Shownotes
Aus Rom zurückgekehrt, findet Lambert den Erzbischof in guter Stimmung vor. Er nutzt das, um auf das Problem der Bauern nach einer erneut schlechten Ernte hinzuweisen. Anno, der für Lambert immer mehr zum Mann mit zwei Gesichtern wird, zeigt großes Verständnis für die Armen und findet eine pragmatische Lösung. Derweil kehrt Robert zu seiner zum Heumarkt umgezogenen Familie zurück, hat eine Überraschung für die Kinder und lässt sich von Elß und der neuen Magd nach niederrheinischer Art bekochen.
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00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Episode von ELZ.
00:00:16: Das ist Band Eins der Udersager, dem neuen historischen Roman vom Niederrhein mit der besonderen Perspektive.
00:00:24: Taucht ein in das spannende Leben der normalen Menschen, der Bauern, der Bürger, der Soldaten und wie sie ihren Alltag erlebten – im Deutschland des elften Jahrhunderts.
00:00:40: Vor dem Hintergrund der realen Ereignisse begleiten wir zusammen diejenigen, der im September-Zwanzig-Fünfundzwanzig als Buch und E-Book erschien ist.
00:01:14: Wie er ein Exemplar bekommt, erfahrt ihr auf www.die-Uder-Sager.de.
00:01:23: Band zwei unter dem Titel Merlind erscheint bald – Im September-zw.A.
00:01:42: Das hat Papst Leo IX.
00:01:59: mehr umgetrieben als die gesamte Kirche vermutet, begann Stefan
00:02:03: IX.,
00:02:04: im folgenden lernte Lambert das der neue Papst einer der engsten Vertrauten seines Vorvorgängers war und erließ ihn auch bald seine Analyse des möglicherweise verhängnisvollen Bruchswissen.
00:02:18: Ihr müsst bei dem was Tausendfünfzig geschah und sich bis heute leider immer tiefer eingefressen hat.
00:02:25: Sehr stark zwischen Grund- und Anlassunterscheiden begann Papst Stefan, und führte weiter aus.
00:02:33: Anlass war letztlich der Einfall der Normannen in Süditalien durch den sowohl die dortigen Gebietsansprüche des bizantinischen Kaisers als auch die des Papstes bedroht wurden.
00:02:44: Was also lag näher, als dass sich Kirchenstaat und Konstantinopel gegen den gemeinsamen Feind verbünden und ihn gemeinsam vertreiben.
00:02:53: Doch sein Vorvorgänger habe übersehen, daß der Patriarch von Konstantinopel eifersüchtig darauf achtete, das der Papst in dessen Einflussbereich im Osten keinerlei Legitimation hinzugefindet.
00:03:07: Und damit sind wir vom Anlass auch schon auf den Grund gekommen!
00:03:11: Die beiden Kirchen hatten sich über Jahrhunderte auseinandergelebt.
00:03:15: Die Rieten der Byzantinischen Kirche und die unserer Lateinichenkirche hatten nicht mehr viel gemeinsam.
00:03:23: Ich war noch nie im Osten, bekannte Lambert.
00:03:27: Nun aber ihr erinnert euch sicherlich an die Empörung als die lateinische Kirche in Constantinople von unseren eigenen Brüdern im Oston geschlossen wurde?
00:03:36: Nein leider nicht!
00:03:39: Es war der eklatanteste Schritt auf einem langen Weg der Provokation.
00:03:43: Mal waren wir aus der Sicht des Patriarchens zu sehr dem mosaischen Glauben verbunden, weil wir ungesäuertes statt gesäuerte Brot in der Kommunion verwendeten.
00:03:53: Mal hatten wir uns angeblich von den gemeinsamen Dogmen entfernt, da wir uns zur Trinität von Vater, Sohn und Heiligem Geist bekannten.
00:04:01: – Ach!
00:04:02: Davon habe ich gehört, meinte Lambert.
00:04:05: Der Filiog verstreit Aber das ist doch eigentlich schon ein halbes Jahrtausend her, spätestens seit Karl dem Großen entschieden.
00:04:13: Trotzdem!
00:04:14: Als wir vor drei Jahren auf Anweisung des Papstes nach Konstantinopel reisten um alle Streitigkeiten beizulegen prallten wir in dieser Frage sofort heftig aufeinander.
00:04:26: Wir wiesen unsere Gastgeber auf die Synode von Aachen vor fast zweihundertfünfzig Jahren hin Auf der wir alle unser Glaubensbekenntnis gemeinsam festlegten.
00:04:36: Seitdem beten wir voller Überzeugung, daß der heilige Geist aus dem Vater und dem Sohn – also Philiokw – hervorgegangen ist.
00:04:47: Dem hatten damals auch der Patriarch von Konstantinopel und der byzantinische Kaiser zugestimmt wie ihr
00:04:53: wisst.".
00:04:55: Doch man meinte uns belehren zu müssen, dass auch danach noch der damalige Papst Leo III die Ursprungsfassung des Glaubensbekenntnisses in der Peterskirche angebracht habe, wonach der heilige Geist lediglich aus dem Vater hervorgegangen sei.
00:05:12: Das war nur ein Beispiel von vielen!
00:05:14: Weil wir gerade eine schwere Niederlage gegen die Normannen erlitten hatten und an einer wirklichen Zusammenarbeit interessiert waren, hätten wir uns auf viele Zugeständnisse
00:05:23: eingelassen.".
00:05:24: Doch die Gegenseite spielte erkennbar auf Schismar, und da wussten wir uns nicht anders zu helfen als am sechzehnten Juli die berühmte Bandbulle auf dem Altar der Hagia Sophia niederzulegen.
00:05:35: – Ihr persönlich?
00:05:38: Ja!
00:05:38: Ich war damals Mitglied der Gesellschaft des Papstes, und deshalb wurde ich von der Gegenseit nur fünf Tage später meinerseits mit einem Bann belegt.
00:05:47: Und nun wollt ihr einen neuen Anlauf zur Versöhnung machen?
00:05:51: Der Papst schaute ihn langennachtänglich an Dann schüttelte er erst langsam, dann immer entschiedener den Kopf.
00:05:58: Ich glaube die Zeit dafür ist noch nicht reif und außerdem muss ich mich um Wichtigeres
00:06:03: kümmern.".
00:06:05: »Und um was?« wollte Lambert wissen.
00:06:08: »Etwas für das auch ihr bei Anno und den anderen Verantwortlichen des Reiches werben könnt – einen Feldzug gegen die Normannen!
00:06:16: Ich will die dauernde Gefahr für Rom endlich aus der Welt schaffen!
00:06:20: Das is wirklich so
00:06:21: dringend?!
00:06:23: Ihr im Norden habt keine Vorstellung davon, bei Euch liegen die Normand-Feldzüge schon drei Generation zurück.
00:06:30: Lambert registrierte mit Erstaunen das Papst Stefan vollkommen die Perspektive des Südens eingenommen hatte obwohl er selbst aus Niederludring und damit aus dem Norden stammte.
00:06:42: Aber hier ist die Niederlage der päpstischen Armee noch allen bewusst, dass von Kaiser Heinrich dem Dritten verabredete Bündnis mit den Normannen scheint mir seit seinem Tod brüchiger denn je.
00:06:52: Die Häuser der römischen Kirche dürfen nicht noch einmal gebrannt schatzt, die von uns zu schützenden Bürger nicht schon wieder von Tod und Verderben bedroht
00:07:00: werden.".
00:07:01: Die weiteren Gespräche des Abends treten sich um die Frage wie bald er mit einer Bestätigung seiner Wahl durch Kaiserin Agnes rechne und ob er sich darauf einstelle, könne ich Heinrich den vierten Bald nach Amtsantritt in vielleicht acht oder neun Jahren zum Kaiser zu machen.
00:07:16: – Ach wisst ihr lieber Lambert, sagte der Papst mit einem Kleinlöchen!
00:07:22: Wenn Ihr Euch die Dauer der Pontifikate meiner Vorgänger so anschaut, dann versteht Ihr vielleicht warum Ich mir vorgenommen habe immer nur für die nächsten drei Monate zu planen.
00:07:33: Drei Wochen später ließ sich Anno alles bis in die letzte Silbe hinein von Lambert berichten.
00:07:40: Vor allem interessierte den Erzbischof, wie der neue Papst die Regentin einschätzte und auch bei Agnes für eine gute Erzieherin ihres königlichen Sohnes halte.
00:07:49: Dann jedoch wechselte er sofort das Thema – schließlich hatte Anno ein Bischofstreffen für Oktober einberufen, für dass Lambert noch etliche Vorbereitung treffen sollte!
00:07:58: Der Erz-Bischof hatte gute Laune.
00:08:01: Seine Stimme bekam immer mehr Gewicht am neuen Hof.
00:08:04: Die Kaiserin hatte ihn sogar gefragt, was er davon halte, ihren Hofkaplan Gundekart zum Bischof von Eichstedt zu machen.
00:08:11: Sie habe ihn zunächst nur vorläufig ernannt – nachdem Anno ihr zugestimmt und ihr geraten hatte, ihn erst bei dem Bischoffstreffen von Speyer im Oktober offiziell einzusetzen, erzählte Anno mit sichtlichem Stolz.
00:08:24: Der andere Grund für Annos positive Grundstimmung war das Platzieren weiterer Freunde und Verwandter an Schlüsselpositionen.
00:08:31: Sein bester Freund Gunther war Bischof von Bamberg geworden und mit ihm in einen Regenbriefkontakt getreten.
00:08:37: Sein Neffe Buko stieg zum Leiter des Pfalzstiftes in Gosler auf, damit stand auch ihm eine glänzende Zukunft bevor.
00:08:46: Auf Lambert schreibt die Stapelten sich die Eingaben – fast zwei Monate von Köln entfernt zu sein bedeutete erst einmal einige Wochen nach zuholender Arbeit!
00:08:56: Die offizielle ärztbischöfliche Verwaltung hatte sich auch einige Eingaben entledigt, die eigentlich sie zu entscheiden gehabt hätte.
00:09:04: Warum schon sollte man den Erzbischof persönlich mit den Klagen von Vögten und Schuld heißen – von Vereien und Klöstern über zunehmend säumige Zehnt-Zahler befassen?
00:09:14: Andererseits schien das Leid der einfachen Menschen an nur ein immer wichtiger werdendes Anliegen zu sein.
00:09:21: Wenn er zu seinen nächtlichen Runden durch die Kölner Kirchen aufbrach hatte er stets etwas Kleidung, Nahrung und Geld dabei um Armen helfen zu können.
00:09:30: Und wenn er dann am Morgen zurückkehrte, hatte sich eine wachsende Schaf von Bettlern vor seiner Türe versammelt weil sie wussten dass der Erzbischof immer mal wieder persönlich nach ihnen schaute diejenigen zu sich winkte dies nach seinem Eindruck am nötigsten hatten und sie mit Speisen neuen Gewändern und etwas Geld ausstattete.
00:09:48: Mehrfach hatte Lambert auch schon gesehen, wie der groß gewachsene Bischof selbst vor diesen erbärmlichen Gestalten in die Knie ging, ihre Füße mit Wasserwusch sie abtrocknete und umarmte.
00:10:00: So zugreifend Anno bei den Reichen und Mächtigen ganz oben in der Kölner Gesellschaft war – so freigeblich lernten ihn die ganz unten kennen!
00:10:08: Für Lambert wurde sein Erzbischof immer mehr zum Mann mit den zwei Gesichtern.
00:10:13: Er konnte heiter und vergnügt sehr weiterführende Ideen entwickeln und im nächsten Moment aufbrausend und polternt alles blockieren, was seine Untergebenen ihm vorschlugen.
00:10:24: Einerseits räumte er der Reformbewegung oberste Priorität ein um die auf den Dörfern verbreitete Priester-Ehe und denen in den Institutionen üblichen Ämterkauf mit aller Macht zu bekämpfen und in den Klöstern strengste Zucht einzufordern.
00:10:39: Andererseits erfuhr Lambert von Hans und Siegbert das er sie immer wieder wegschickte weil er angeblich allein ganze Nächte in den Kölner Kirchen beten wollte, dann aber mitten in der Nacht mit bekannten Huren im lebhaften Gespräch gesehen wurde.
00:10:54: Ob bei dem mildtätigen oder den Tobendern Anno erwischen würde, wusste Lambert nicht, als er mit einem Stapel von Eingaben an die Türe des Erzbischöflichen Amtszimmers klopfte.
00:11:05: Anno war gerade in ein dickes Buch vertieft!
00:11:08: Ah, lieber Lambert!
00:11:10: sagte er, als er ihn hereingebieten und mit einer Handbewegung aufgefordert hatte an seine Seite des Tisches zu kommen.
00:11:17: Es ist wirklich ein Geschenk Gottes für ihn dieses Bistum leiten zu dürfen!
00:11:23: Er zeigte auf einige Zeilen auf der Seite die er gerade aufgeschlagen hatte.
00:11:40: sagte Anno und übersetzte, »Und welche Stadt gibt es unter unserer Sonne, die reichlicher an Heiligen ist als diese Unserige?«.
00:11:56: Wo ist der Schutz der Apostel so gegenwärtig?
00:11:59: Wo gibt es an wenigen Lagerstätten so viele tausende Märtyrer und so viele goldene Heerscharen der Jungfrauen.
00:12:06: Wo sind so viele Bekenner und Bischöfe gegenwärftig, die dieses Gottesvolk hervorgebracht hat?
00:12:13: Jungfraun also?
00:12:15: ist es Köln aus Wessenfedern?
00:12:18: Aus der eines Mönches von St.
00:12:19: Pantalion.
00:12:20: Und ich muss sagen, auch wenn es aus dem letzten Jahrhundert stammt, es beschreibt genau unsere Verantwortung weiter an Köln als der Stadt der Heiligen zu arbeiten.
00:12:31: Du hast gesehen welche Fortschritte die Bauarbeiten machen?
00:12:34: Ja natürlich!
00:12:36: Ihr werdet sicherlich bald weitere Einweihung feiern können und die Stadt der Heiligen noch begehrenswärter für noch mehr Wahlfahrer machen.
00:12:44: Aber deswegen bist du vermutlich nicht gekommen... sagte Anno, schub das Buch beiseite und zeigte auf die Pergamentblätter in Lambert's Hand.
00:12:52: Wenn das Rechnungen sind will ich sie gar nicht erst sehen!
00:12:55: Wende dich an den Prefectus Tessauri der soll er mit umgehen ohne mich zu belästigen.
00:13:01: Es ist keine Rechnung.
00:13:02: es sind Klagen aus den verschiedensten Regionen des Erzbistums Mit denen die Verwalter offenbar nicht umzugehen wissen.
00:13:10: Und was belässigst du dann mich damit?
00:13:13: weil ihr stets das richtige Maß kennt, wie die kirchlichen Aufgaben mit genügend Mitteln befördert werden können ohne das Schicksal der Armen und Ärmsten zu übersehen.
00:13:23: Lass sehen!
00:13:25: Als er zwei Blätter aus dem Stapel herausnahm, ahnte Lambert, dass er den gütigen Bischof erwischt hatte.
00:13:32: Hanno studierte die Eingaben.
00:13:34: Und davon gibt es noch mehr?
00:13:36: Ja... und sie sprechen alle davon, dass die Ernte in diesem Sommer offenkundig einmal mehr schlecht ausgefallen ist.
00:13:42: Und die Bauern ihre Abgaben trotz intensiven Drucks nur unzureichend leisten, sodass Pfarren- und Abteilen deutlich weniger erhalten haben – und damit natürlich auch ihr als Erzbischof!
00:13:54: Einzelne Vögter haben wohl schon Exempel statuiert und säumige Zahlen eingekerkert.
00:13:59: Darauf kam von andern zwar etwas mehr, was sie zuvor offenbar verborgen gehalten hatten.
00:14:04: Aber mir scheint das keine generelle Lösung für den Umgang mit diesem Problem zu
00:14:08: sein.".
00:14:09: »Nein!
00:14:10: Da hast du Recht« sagte Anum mit einem Kopfnicken.
00:14:13: Er stand auf und begann in der Amtsstube hin- und herzugehen.
00:14:18: »Genau betrachtet ist es vielleicht sogar eine Chance – ein Wink Gottes!
00:14:24: Wie wir mit der Kirchenreform ein ganzes Stück vorankommen?
00:14:27: Wie meint ihr das?
00:14:29: fragte Lambert, der mit vielem gerechnet hatte.
00:14:31: Aber nicht mit einer Verbindung zwischen notleinenden Bauern und Kirchenreformen.
00:14:36: Nun!
00:14:37: Einerseits wirst du mir bis heute Abend eine Anweisung formulieren, Mit der für dieses Jahr festgelegt wird, dass die Eintreiber schonung walten lassen sollen Und die Schuld in Teilen oder ganz erlassen werden
00:14:48: soll."
00:14:49: Lambert hörte überrascht zu und vergewisserte sich.
00:14:52: Nur für dieses Ja?
00:14:54: Er ist einmal für dieses ja Aber vielleicht erübrigt sich die Erneuerung in den nächsten Jahren.
00:15:00: Wie das?
00:15:01: Das müssen wir im Einzelnen noch mit den Pfarrern und Äppten besprechen, aber ich stelle mir vor dass wir in Bisto meine Art Generalüberprüfungen machen und dabei herausfinden wie viel die kirchlichen Grundhärren wirklich benötigen um ihre gottgefälligen Aufgaben zu erledigen.
00:15:17: Es ist doch, wie wir beide nur zugut wissen eine Völlerei und Prasserei hinter manchen Klostermauern entstanden die in den Regeln und dem Willen Gottes zutiefst widersprechen.
00:15:28: Wir müssen die Äppte und Pfarrer auf ihre eigene Hufe verweisen, aus der sie sich in erster Linie versorgen sollen.
00:15:34: Natürlich können wir auf einen Großteil der Zehnten und Abgaben nicht verzichten – schließlich müssen wir Kirchen erhalten und bauen, Militis finanzieren und die Armen versorgnet.
00:15:44: Aber ich will, dass alle kirchlichen Würdenträger sich fragen ob Sie für sich das alles wirklich brauchen!
00:15:52: Damit setzte er sich an den Schreibtisch, zog das Buch wieder zu sich heran und setzte die Lektüre fort.
00:15:59: Jedes weitere Wort hätte die Gefahr darauf beschworen, dass Anno wütend wurde und wieder alles verwarf.
00:16:06: Also hatte Lambert zusätzlich zur Vorbereitung der vielen anstehenden Treffen- und Konziele unter Rede und Verhandlung noch eine neue Aufgabe, die ihn sicherlich wochen wenn nicht Monate beschäftigen und ihm wohl viele neue Feinde im Erzbistum bescheren würde.
00:16:31: Ich habe dich auch sehr vermisst, mein Sohn", sagte er gerührt.
00:16:43: Es war das erste Mal dass Robert von einer Geschäftsreise das Neue Haus der Familie ansteuerte.
00:16:50: Eine reiche Witwe hatte ihnen für ihr domizil an der hohen Straße so viel Geld geboten, dass sie sich mit Hilfe von Eltern und Schwiegereltern eine deutlich größere Heimstadt am Heumarkt hatten leisten können.
00:17:02: Jetzt stand einer noch größeren Verlagerung der geschäftlichen Tätigkeit auf die nächste Generation – und eine Erweiterung der Familie wirklich nichts mehr im Weg!
00:17:12: In der ersten Etage gab es ein noch größeres Kinderzimmer, und daneben eine kleine Kammer für ihre neue Markt Ida in derbei Bedarf auch Sarah nächtigen konnte.
00:17:21: Für Tünnen-und weitere Knechte gab es ebenfalls reichlich Platz in einem Anbau neben dem hinter dem Haus gelegenen Stall.
00:17:28: Eine kleine Gasse führte zu den hinteren Gebäuden so dass Pferde und Hühne mit dem Haupthaus nicht mehr in Berührung kam.
00:17:35: Els hatte sogar einen Baumstamm aushöhlen und an den Rand des kleinen Innenhofes bringen lassen, um damit begonnen Kräuter zu ziehen.
00:17:43: Einige lagen jetzt neben der Feuerstelle auf dem Tisch, an dem Ida gerade damit beschäftigt war ein großes Stück Lampfleisch in Würfel zu schneiden.
00:17:52: »Wann darf ich denn mit dir auf dem großen Schiff fahren?« krähte der Junge.
00:17:57: – »wenn du groß genug bist!«.
00:18:00: »Aber ich bin noch schon drei.
00:18:02: Hast Du mir was mitgebracht zum meinem Geburtstag?«.
00:18:05: Robert nickte.
00:18:06: Er ging zurück zu dem Karren, mit dem er mehrere Kisten vom Schiff zum Haus transportiert hatte und holte zwei Stecken sowie eine Ledertasche hervor.
00:18:15: Daraus entnahm er zwei flache hölzerne Pferdeköpfe und befestigte jeweils einen am kleinen und am großen Stock.
00:18:23: »Das große Pferdd ist für den großen Reiter!
00:18:26: Und das kleine Pferrd ist für die kleine Reiterin!«.
00:18:30: Auch Rioba strahlte, nahm das kleine Pferdchen zwischen ihre Beine und stolzierte damit herum.
00:18:36: Johannes galoppierte bereits wild im Kreis durch die Stube!
00:18:40: Und damit der tapfere Krieger Johannes seine kleine Schwester vor Angriffen schützen kann, habe ich ihm zum dritten Geburtstag auch noch DAS machen lassen.
00:18:49: Vor Robert fort und zog aus der Ledertasche ein Hölzhanes-Schwert.
00:18:53: — »Das ist ja wunderbar!« jaucht sie Johannes und lief zu Els um vor ihren Augen damit herumzufuchten.
00:19:00: »Bitte, bitte!
00:19:01: ich tu deiner Schwester doch nichts« sagte mit gespielter Bettel in der Stimme.
00:19:05: Dann ging sie langsam auf Robert zu und armte und küsste ihn und fragte – »Und für mich hast du mir auch etwas mitgebracht?«.
00:19:14: »Für meine Beste nur das Beste« meinte er und griff nach einem kleinen Lederbeutel an seinem Gürtel.
00:19:21: Er zog eine Kette daraus mit einer Medaillung.
00:19:24: Es zeigte eine Frauengestalt mit Kopfbedeckung Heiligenschein und einem Kreuz in der rechten Hand.
00:19:31: Elst namens Strahlend begann zu lesen, Und erschrak.
00:19:37: Saint Elizabeth, pray for us War rund um die Gestalt eingeprägt.
00:19:43: Das heißt das deine Namenspatronin Die heilige Elisabeth für uns beten möge Erklärte Robert und blickte auf die angsterfüllten Augen von Elz.
00:19:53: Gefällt es dir nicht?
00:19:56: Doch es ist wunderschön, sagte sie schnell und griff zu einem kleinen Tuch um sich die Tränen aus den Augen und von der Wange zu wischen.
00:20:05: Es war unmöglich ihre Mann zu erläutern warum sie im ersten Augenblick so erschrocken war.
00:20:10: Es mußte ihr Geheimnis bleiben und sie mußt es mit ins Grab nehmen durfte nicht einmal in der Beichte daran denken wo jetzt der erste Elisabeth Anhänger war, den Sie nur so kurz getragen hatte.
00:20:21: Wer weiß, wie die Priester untereinander in Kontakt standen und wer vielleicht heimlich auf der Seite von Knude oder seinen Freunden agierte?
00:20:29: »Dann lass uns essen!« sagte Robert.
00:20:31: »Jeden Tage pökelten Fisch ist auf Dauer nichts Vernünftiges.
00:20:37: Es dauert leider noch zwei Stunden, sagte Elz.
00:20:39: Wir hatten es heute Abend mit dir gerechnet.
00:20:42: Interessiert, schaute Robert den beiden Frauen bei den Kochvorbereitungen zu.
00:20:46: – Was gibt es denn?
00:20:48: fragte er.
00:20:50: Aber nach Lambert's Art, sagte Elz und schmunzelte.
00:20:54: – Was heißt denn das?
00:20:57: Ich habe dir doch erzählt, daß ich als Mädchen in Öth oft im Haushalt nebenan geholfen habe, während dein Bruder dort im Saalhof wohnte!
00:21:05: Wir hatten natürlich bei besonderen Festessen kein Lamm, sondern leisteten uns dann Schwein.
00:21:10: Und es gab auch keinen Salz, natürlich nicht.
00:21:13: Das konnte sich in Öht ja kaum einer leisten.
00:21:16: Aber wir haben doch reichlich davon….
00:21:19: Deshalb nenne ich den Fleischstoppferie auch nach Lamberts Art, weil ich wie ihn öht das Salz ersetze durch Petersilie, Schnittlauch, Dill, Minze und Saal bei.
00:21:29: Hm!
00:21:30: Und damit schmeckt es sogar wie mit Salz gewürzt?
00:21:34: Ich finde sogar noch besser….
00:21:36: …und wenn du die ganzen Kräuter und das Salz zusammenmischst….
00:21:40: Lass dich überraschen – uns hat es jedenfalls immer ohne Salz geschmeckt und mit Lampfleisch könnte's nochmal so gut werden... Robert beobachtete, wie die Frauen den großen Topf in das Dreibeingestell über dem Feuer befestigten und die Fleischwürfel mit reichlich Schmalz brieten bis sie braun geworden waren.
00:21:59: Dann holten Sie alles wieder heraus, legten es in eine Holzschüssel und stellten die auf den Tisch – daneben stand eine große Kanne!
00:22:07: »Was ist denn da drin?« wollte Robert wissen.
00:22:10: Da hat Ida heute Morgen schon zwei Stunden lang Brühe gemacht.
00:22:14: »Deshalb brach das hier schon so gut, obwohl noch gar nichts im Topf war« stellte Robert fest.
00:22:20: Els gab jetzt die kleinen Würfel aus fünf Zwiebeln in den Topf, Ida fügte sechs zerdrückte Knoblauchzehen hinzu.
00:22:27: »Ich wüsste was es jetzt besonders angemessen wäre um deine Rückkehr von der erfolgreichen Geschäftsreise zu feiern« sagte Els und strahlte Robert an.
00:22:36: – Nämlich!
00:22:37: Wenn du ein wenig Rotwein spendieren könntest… Wie viel?
00:22:42: Na, ein halber Krok darf es schon sein!
00:22:45: Bald war Robert zurück.
00:22:46: Els gab ihm einen Kuss auf den Mund und goss den Wein in den Topf, indem Zwiebeln und Knoblauch inzwischen so goldbraun geworden waren wie die wieder hinzugefügten Fleischstücke – Es zichte und verbreitete augenblicklich einen köstlichen Duft im Haus.
00:23:01: Und jetzt?
00:23:03: Jetzt kommt das noch alles dazu!
00:23:05: Robert schaute auf mehrere Holzbretter mit kleinen Bergen aus den Scheiben und Würfeln geschnittenen Möhren, Sellerie-Stangen und Pastinackenknollen.
00:23:15: Zum Schluss goss Ida den Krog mit der vorbereiteten Brühe hinzu.
00:23:20: Johannes war mit Lioba wieder ins Haus gekommen – das kleine Mädchen war sichtlich erschöpft vom Reiten und ließ den Stecken mit dem Pferdekopf auf den Boden fallen.
00:23:29: Johannes schaute neugierig in den Topf!
00:23:31: Wann gibt es denn Essen?
00:23:33: »Das muss jetzt noch zwei Stunden köcheln!« stellte Els fest und bat Ida den Topf im Auge zu behalten.
00:23:39: Sie treten ihn mit einer Kurbel etwas höher, Els legte noch ein paar Holzscheite bereit.
00:23:44: – Darf ich so lange noch etwas spielen gehen?
00:23:48: fragte Johannes.
00:23:49: Er hatte sich mit dem gleichaltrigen Matern angefreundet, dem Sohn von Friedrich und Enkel von Mumbert.
00:23:55: Die Kaufmannsfamilie hatte sich drei Häuser weiter ebenfalls am Heulmarkt niedergelassen, nachdem ihr eigentliches Dummi-Ziel der Hafenerweiterung hatte weichen müssen.
00:24:04: – Ja natürlich!
00:24:06: Lauf!
00:24:07: sagte Robert.
00:24:07: ermuntern aber vergiss dein neues Pferd und dein Schwert nicht.
00:24:11: ich weiß zufällig was man Tern gerade ausprobiert.
00:24:22: Weiter geht es in der nächsten Woche mit Episode thirty-two.
00:24:26: Wenn Ihr so lange nicht warten Das Buch im Zusammenhang lesen oder verschenken wollt auf www.t-uda-saga.de erfahrt ihr, wie er es als Buch oder Ebook bekommt!
00:24:41: Wir wünschen eine spannende Lectüre!
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