Die Uda-Saga, Band 1, Episode 30
Shownotes
Elß könnte mit ihrem Leben rundum zufrieden sein. Zwei glückliche Kinder, ein angesehener Mann, doch nicht nur der ständige Gestank im wachsenden Köln macht ihr zu schaffen. Sie fällt aus allen Wolken, als sie erfährt, warum ihr Lambert seit Monaten aus dem Weg geht. Unterdessen erlebt Lambert in Rom einen unerwarteten Papst-Wechsel.
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00:00:00: Herzlich Willkommen zu Episode Drei-Sich von ELZ.
00:00:18: Das ist der erste Band der Udersager, jenem neuen historischen Roman vom Niederrhein mit der besonderen Perspektive.
00:00:26: Taucht ein in das spannende Leben der ganz normalen Menschen – den Bauern, der Bürger, der Soldaten und wie sie im Elfjahrhundert und in vielen Generationen danach ihren Alltag erlebten.
00:00:39: Vor dem Hintergrund der realen Ereignisse Begleiten wir zusammen diejenigen, die in der Geschichtsschreibung zu oft zu kurz gekommen sind.
00:00:47: Deshalb spielt in jedem Band eine starke Frau aus dem Volk die Hauptrolle!
00:00:53: Wir wünschen spannende Stunden mit der UDA-Sager.
00:01:03: Ihr hört Band eins der Uda-Saga mit dem Titel ELZ.
00:01:06: Wie er ihn als Buch oder Ebook bekommt erfahrt ihr auf www.die-udasager.
00:01:20: Also los, mit Episode dreißig von ELZ.
00:01:24: Sechsundzwanzigstes Kapitel Ähnlichkeiten.
00:01:39: Robert war mal wieder auf Reisen Mit dem Schiff und ohne Pferd Und deswegen wäre es eher befremdlich wenn ich sogar verdächtigt gewesen Wenn er seinen Stallburschen mitgenommen hätte.
00:01:52: Sarah kümmerte sich rührend um den schon sehr aufgeweckten Johannes und die hellwache Lyuba, die bereits flink in der Stube herumkrabbelte.
00:02:00: Els hatte sich vorgenommen mit Johannes jeden Tag ein neues lateinisches Wort zu lernen – das macht den Jungen überglücklich!
00:02:08: Sie war nun mit ihm schon einige Mal in San Peter gewesen, hatte Messen und Andachten besucht und jedes mal hatte Johannes begeistert zu ihr aufgeschaut wenn er wieder einmal ein lateiniges Wort hörte und verstand Ob er mal der Berufung seines Vaters folgen und Priester werden würde?
00:02:27: Elz hätte mit dem Leben zufrieden sein können.
00:02:29: Märkte, Knechte – ein bequemes Bett in einem Sommers wie Wind das wohl temperierten Haus!
00:02:36: Doch der Gestank der Stadt machte ihr zu schaffen.
00:02:39: Zwar war das im Bauernhof in Öd in den Wintermonaten sehr viel schlimmer gewesen wenn die Kühe Schweine Schafe und Gänse fast neben ihrer Nase ihre Scheißhaufen fallen ließen.
00:02:50: aber im Frühjahr Sommer und Herbst, wenn das Vieh draußen blieb war es im Hof sehr erträglich gewesen.
00:02:57: Das konnte man von Köln nicht behaupten!
00:02:59: Bei Regen verwandelten sich die Wege in einen einzigen Matsch und man kam besudelt nach Hause.
00:03:05: Nicht alle Menschen ließen die Notdurft in eigenen in die Böden eingelassenen Fässern verschwinden und regelmäßig aus der Stadt schaffen.
00:03:13: Viele schütteten ihr Geschäft einfach auf die Straße.
00:03:16: Wo sich die Abfälle türmten, bildeten sie ein Paradies für unzählige Ratten und anderes Ungeziefer.
00:03:23: Es gab keine Hoffnung, dass es zu irgendeiner Jahreszeit mal angenehmer riechen könnte – besonders jetzt im heißen Spätsummer wurde else fast schlecht vom Gestank auf vielen Straßen der Stadt, die in den letzten Jahren deutlich gewachsen war.
00:03:37: Längst waren die Bauernsiedlungen innerhalb der Römischen Stadtmauern verschwunden.
00:03:41: Die Häuser standen immer dichter und wurden immer höher, und mit der Zahl der Menschen nahm auch der Gestank zu.
00:03:47: Doch das war nicht das Einzige was Els bedauerte und ihre Sehnsucht nach Öd wachsen ließ.
00:03:53: Dort gab es Walli und einige andere Freunde – hier gab es nur eifersüchtige von Neid zerfressene Kaufmannsfrauen die Els bei fast jedem Gespräch spüren ließen, dass sie eigentlich nicht zu ihnen gehörte!
00:04:07: Solange sie den einen oder anderen Abend dem angeregten Gespräch mit Lambert verbringen konnte, hatte ihr das kaum etwas ausgemacht.
00:04:15: Aber jetzt wollte er Sie seit Monaten schon nicht mehr sehen – hatte sie nur noch ab und zu äußerst knapp bemessene Zeit mit Robert ein paar kurze Sätze mit Thunn und die gemeinsame Zeit bei der Kinderbetreuung mit Sarah.
00:04:28: Die aber blieb so seltsam verschlossen wie am ersten Tag.
00:04:32: Es musste sich etwas ändern … und zwar schnell!
00:04:35: So oft sie am Sonntag in der Kirche gewesen war, so oft hatte sich Lambert sofort verabschiedet, wenn sie nach der Messe wie zufällig in seine Nähe geschlendert war.
00:04:44: Auch bei Begegnung im Haus der Schwiegereltern mußte er stets sofort gehen, wenn Sie sich näherten.
00:04:50: Also würde sie nun eben vor dem Erzbischöpflichen Palast solange warten bis er herauskam und wenn es die halbe Nacht dauerte.
00:04:59: Nach Einbruch der Dunkelheit kam Hans, er kannte sie schon von weitem und machte ihr die schlimmsten Vorwürfe Die Gegend sei nicht sicher für junge Frauen ohne
00:05:08: Begleitung.".
00:05:09: »Dann seid du meine Begleitung, bis Lambert herauskommt.
00:05:12: Ich will endlich wissen, womit ich ihn so enttäuscht habe, daß er sofort Reiß ausnimmt, sobald er mich sieht!«.
00:05:18: – »Ja, hat er dir das denn immer noch nicht erzählt?
00:05:21: Was?!«.
00:05:22: – «Was es sich nach der Taufe geschworen hat?
00:05:25: Nein!
00:05:26: Wie könnte er?
00:05:27: Er spricht ja seitdem nicht mehr mit mir.».
00:05:29: – »Hm, meinte Hans.
00:05:31: Du weißt es?
00:05:33: Er hat mir sowas angedeutet.
00:05:35: Dann sag es mir, bitte!
00:05:38: Aber ich mußte ihm versprechen, dass er es dir zuerst sagt.
00:05:42: Das tut er aber nicht – also sag du es mir!
00:05:46: rief Els verzweifelt.
00:05:47: Jetzt hier sofort!
00:05:51: Ich kann so nicht mehr leben!
00:05:54: Aber habe es ihm doch versprochen, das er es Dir sagt?
00:05:58: Das Tor war offenbar nur angelehnt gewesen... Denn jetzt wurde es mit einem Schwung weit geöffnet.
00:06:04: Lambert stand auf der Schwelle.
00:06:06: »Lass gut sein, Hans!
00:06:08: Ich danke dir.
00:06:09: Der Erzbischof wartet sicher schon auf dich um seinen abendlichen Rundgang durch die Kirchen beginnen zu können.
00:06:15: Hans schlüpft an ihm vorbei ins Innere des Palastes, der so groß war wie mehrere Dutzend gewöhnliche Häuser.
00:06:22: Das alles interessierte Els in diesem Augenblick kein bisschen...«.
00:06:25: Sie nahm nur mit Herzklopfen wahr, dass Lambert ihr den Arm reichte um mit ihr gemeinsam auf die Straße zu treten.
00:06:32: Würde jetzt alles wieder gut und sich als ein grausames Missverständnis herausstellen?
00:06:38: Wir müssen aus dem Eingang verschwinden weil gleich sicherlich Anno hier hindurch kommen wird lautete seine Erklärung.
00:06:44: er schob Els schnell ein paar Schritte weiter ins Dunkel.
00:06:48: sie schlangen Augenblicklich ihre Arme um seinen Hals wollte ihn mit Küssen überdecken, ihm ihre grenzenlose Liebe versichern und sich eng an ihn pressen.
00:06:57: Doch er drückte sie von sich weg.
00:06:59: »Lass das!« sagte er.
00:07:02: Das Zittern in seiner Stimme verunsicherte sie.
00:07:04: Was war nur los?
00:07:06: Was hatte sie so Schlimmes
00:07:08: getan?!
00:07:09: »Verzei bitte, liebste Els, dass ich dich solange gemieden habe.
00:07:15: Ich werde dies auch weiterhin tun müssen.
00:07:19: Sie versuchte in dem Dunkeln sein Gesicht zu erahnen, um ihn seinen Augen lesen zu können.
00:07:24: Aber da war nur diese Vertraute!
00:07:26: Sonst warme, jetzt gepresste Stimme... Warum?
00:07:30: Was habe
00:07:31: ich?!
00:07:31: Du hast gar nichts!
00:07:33: Du hast nur unsere Kinder zur Welt gebracht und dafür werden dir Gott und Robert und meine Familie ewig danken.
00:07:40: Was ist es denn?
00:07:41: Erkennst du's nicht?
00:07:43: WAS?!
00:07:45: Dass Johannes mir mit jedem Tag Ähnlicher
00:07:49: wird!".
00:07:50: Darauf hatte sie noch nie geachtet.
00:07:53: Ja, er war mit rötlichen Haaren zur Welt gekommen – wie Sie welche hatte!
00:07:57: Inzwischen wohnen sie zwar immer heller aber so blond wie die von Lambert waren sie nicht.
00:08:02: Wenn sie sich aber die Nase und den Mund genauer in Erinnerung rief und dann noch das Blitzen der Augen… ja … Das war tatsächlich unverkennbar….
00:08:12: Und wen schert das?
00:08:15: Dann will ich dir sagen, was Anno mir während der Taufe von Jober ins Ohr geflüstert hat, als er zum ersten Mal Johannes angeschaut hatte.
00:08:23: – Nein!
00:08:25: sagte Elz und sah ihm unglaublich in die Augen.
00:08:27: Nicht wirklich?
00:08:29: Doch… Er hat gesagt, dass dieser Junge seinen Vater nicht verleugnen könne.
00:08:34: Ein unschuldiger Zweijähriger!
00:08:37: Ja... Und bei nächster Gelegenheit war unser Erzbischof unter Vier-Augen zuerst vergnügt und scherzte, dass dieser Junge sicherlich einmal ein genauso hervorragender Priester werden würde wie sein Vater.
00:08:51: Doch im nächsten Augenblick verwandelte er sich in einen wildtobenden Ankläger und bestand darauf, daß ich nach Beichte und Buse mein Seelenhall nur wiederfinden könne, wenn ich mich fortan von dir fern
00:09:03: hielte.".
00:09:04: Vor Schreck wäre Els fast ohnmächtig geworden!
00:09:08: Sie bemerkte jedenfalls etwas, wie sie es vor Jahren immer dann fühlte, wenn Feuer oder Blut auf sie zukam.
00:09:14: – Ach Lambert!
00:09:16: Das kann doch alles nicht!
00:09:18: war das Letzte was sie sagte bevor ihr die Beine wegsackten.
00:09:24: Wie lange sie ohnmächtig war wusste sie nicht als sie merkte dass sie von kräftigen Armen getragen wurde.
00:09:29: – Lambert?
00:09:32: fragte sie ohne die Augen aufzuschlagen.
00:09:34: Sie wollte das Gefühl von ihrem Liebsten so sanft und mühelos getragend zu werden solange wie möglich in ihrem verwirrten Kopf auskosten.
00:09:43: Stattdessen hörte sie ein herzhaftes Lachen, »Seit wann ist der so stark, daß er dich wie eine Feder vor sich hertragen könnte?« Gluckste Siegbert!
00:09:54: »Und warum sollt Herr das überhaupt tun?« fügte er hinzu.
00:09:58: Als er mit dem Erzbischof den Palast verlassen hatte und von Hans in der Bewachung abgelöst worden war hatte Lambert ihn aus dem Dunkeln neben der Tür zu sich gerufen und darauf hingewiesen, daß ihre gemeinsame Schwägerin offenbar mit Hans hierher gekommen sei um bei dem Versuch nach Hause zu gehen wohl ein schwächer Anfall bekommen habe.
00:10:17: »Oh Herr Entschuldige!
00:10:18: Bitte lasse mich runter – mir geht es wieder gut« bat Elst, nachdem sie nun die Augen aufgerissen hatte.
00:10:24: »Nichts da.
00:10:25: Jetzt sind es ja nur noch ein paar Schritte und es ist mir eine Ehre meine schöne Schwägeren sicher Zuhause abzuliefern.
00:10:32: sagte er bestimmt mit seiner angenehm tiefen Stimme.
00:10:36: Sie war viel tiefer als die von Lambert, aber nicht so tief wie die von Robert.
00:10:41: Wahrscheinlich war er deshalb auch beim Ausrufen militärischer Befehle weit und gut zu verstehen.
00:10:47: Elz sah, dass sie nicht nur wenige Schritte von zu Hause entfernt war – aber irgendwie fühlte sich auf einmal so sicher und geborgen, daß ihr einen Arm um Siegberts Schulter legte, um ihm das Tragen zu erleichtern!
00:11:01: Sie fühlte, wie ihre Brustwarze gegen seinen Oberkörper gedrückt wurde und augenblicklich hart wurde.
00:11:07: Und feucht im Schoß wurde sie auch!
00:11:10: Sie schüttelte innerlich den Kopf, entschuldigte diese Reaktion ihres Körpers damit, dass sie nun seit weit über einem Jahr schon keinen Verkehr mehr mit einem Mann gehabt hatte.
00:11:19: Das Verlangen suchte sich offenbar einen Weg.
00:11:23: »Ich verstehe gar nicht, wie Robert dich so ganz allein durch das nächtliche Köln laufen lässt« sagte Siegbert als ihr Haus schon fast in Sicht war.
00:11:30: – Er ist gar nicht da!
00:11:33: Und Thünn, der soll doch auf dich aufpassen wenn sein Herr unterwegs ist.
00:11:38: Von dem habe ich mich heute Nachmittag wegen ein paar Besorgung um die Ecke verabschiedet und dann gar nicht gemerkt wie spät es schon geworden war.
00:11:46: Wie sehr sie die Sorgen der Bediensteten missachtet hatte wurde beim Näherkommen vor Roberts Haus sofort sichtbar als Thünnen gerade etliche Stallburschen um sich versammelte und Laternen an sie verteilte.
00:11:58: Er war offenbar dabei, eine Suchaktion nach ihr in die Wege zu leiten und wies anderen Burschen gerade einzelne Straßen- und Viertelzu, in denen sie alles genau absuchten sollten.
00:12:09: »Tünn!« rief Els und zwang seekbärt sie abzusetzen.
00:12:13: Sie lief sofort zu dem Pferdeknecht der sie erleichtert umarmte.
00:12:17: Verwundert verfolgten die Anderen burschen die Szene.
00:12:20: Solche Nähe gab es normalerweise nicht zwischen den Frauen des Hauses und den Knechten Aber es war wohl ein Gefühl unendlicher Erleichterung, das ihn über Mann hatte.
00:12:30: Und Els ließ es wie selbstverständlich zu.
00:12:33: Neben ihnen stand Johannes mit einem verheulten Gesicht – auch Lyoba auf dem Arm von Sarah strahlte sie mit Tränen in den Augen glücklich an.
00:12:42: »Gebt allen Helfern bitte einen Becher Bier aus!« sagte Sigbad beinahe im Befilzton.
00:12:48: »Und kümmer dich um deine Kinder!« sich der im nächsten Augenblick Gels zu.
00:12:52: Die verschwand so schnell wie möglich im Haus und saß bald oben auf dem Bett, liober an der Brust.
00:12:58: »Bei mir ist leider nichts mehr gekommen« sagte Sarah leise.
00:13:02: »Ich habe mir solche Sorgen gemacht, als ihr einfach nicht von den Einkäufen zurückgekommen seid!
00:13:07: Es tut mir alles so schrecklich leid.
00:13:10: Mir ist schlecht geworden und Gott sei Dank hat Robert's Bruder mich gefunden« berichtete Els Wahrheitsgetreu.
00:13:16: «Schlecht geworden?« fragte Sarah besorgt.
00:13:19: Dann, seid ihr krank oder wieder schwanger?
00:13:23: Bei Nah hätte Elz geantwortet wie das denn gegangen sein soll wo sie doch so lange kein Verkehr gehabt habe.
00:13:29: Besann sich aber und sagte stattdessen Vielleicht hab ich nur etwas Falsches gegessen.
00:13:35: Es geht mir ja auch schon wieder gut.
00:13:37: Siegbert hatte derweil unten und vor dem Haus alles in den Griff bekommen Und die Knechte wieder weggeschickt nachdem sie ihr Bier ausgetrunken hatten.
00:13:45: Nun kam er herauf und schaute mit großen Augen, wie Els ihre Tochter gerade von der einen zur anderen Brust wechselte.
00:13:53: »Mögt ihr bitte draußen warten?« sagte Sarah.
00:13:56: »Ach lass!
00:13:57: Es ist doch mein Schwager!« sagte Elz.
00:13:59: Siegbett setzte sich auf das Bett.
00:14:02: »Du hast mir ein Großen Schrecken eingejagt, als du da ohnmächtig neben dem Palast lagst.
00:14:07: – Neben dem
00:14:08: Palas?!«
00:14:09: fragte Sarah erstaunt.
00:14:12: Elz wußte, was die Markt jetzt dachte.
00:14:14: Um diese Tageszeit waren da alle Buden längst geschlossen, außerdem kauften sie doch nie ein.
00:14:22: »Ich mußte jemand treffen, aber der ist nicht gekommen und dann ist mir schlecht geworden« erklärte Els.
00:14:28: Es entstand eine lange Pause in der zu spüren war wie jeder der dreißig seine eigenen Gedanken dazu machte.
00:14:35: – Darauf ich mich jetzt entfernen?
00:14:39: fragte Sarah unvermittelt.
00:14:41: Ja, natürlich!
00:14:42: Vielen Dank für deine Hilfe.
00:14:43: Ich bringe jetzt die Kinder ins Bett und bleibe erst auch einmal bei
00:14:46: ihnen.".
00:14:47: In Sarahs Augen blitzte es – und sie nickte sofort.
00:14:51: »Dann kann ich mir auch nur etwas die Beine vertreten?« schubt sie hinterher.
00:14:56: «Sicher, ich bin ja jetzt hier, und ich werde sobald auch nicht wieder das Haus verlassen.».
00:15:01: Sara lief schnell die Treppe hinunter.
00:15:04: »Kann ich noch etwas für dich tun, Schwägerin?
00:15:06: fragte Siegbert.
00:15:08: Du könntest Lyuba mal eben halten….
00:15:10: – Leg sie doch über deine Schulter, das mag sie nach dem Stillen am liebsten.
00:15:14: Siegbett tat es und beobachtete mit Interesse wie Els sehr langsam ihre Brüste bedeckte so als wollte sie, dass er vorher ihre Blöße genau sah.
00:15:24: Dann stieg sie aus den Bett, richtete ihre Tunika und nahm ihm das Mädchen wieder ab.
00:15:30: Ich danke dir sehr!
00:15:32: sagte sie mit warmer Stimme.
00:15:34: Und ja du kannst noch etwas für mich tun, sprach sie weiter.
00:15:39: Denk einfach nicht so schlecht über mich, wie es dir wohl im Augenblick scheinen mag.
00:15:43: – Ach, Els!
00:15:46: Wie kommst du darauf?
00:15:47: Ich könnte schlecht von dir denken, sagte Siegbert während er sich erhob.
00:15:51: Er stand nun vor ihr und schaute ihr tief in die Augen.
00:15:56: Wenn du wüsstest, sagte er mehr zu sich als zu ihr, drehte sich um und alte mit lautem Knallen der Stiefel auf den Holz stufen nach unten und davon.
00:16:07: Els ging sofort zum Fenster.
00:16:09: Es war schon etwas kühler, aber die Läden waren noch einen Spalt geöffnet.
00:16:13: Sie blickte Sigbert hinterher, der jetzt sicherlich zu seinen Eltern ging und von den Eskapaden ihre Schwiegertochter erzählen würde – oder doch nicht?
00:16:22: Was sollte sie über ihn
00:16:24: wissen?!
00:16:26: Sie kamen nicht dazu darüber länger nachzudenken, denn nun hörte sie ein Flüstern unter ihrem Fenster!
00:16:31: Im nächsten Augenblick wurde die Türe so leise wie möglich geschlossen.
00:16:36: Thünn und Sarah verließen das Haus.
00:16:38: Sie schien es sehr eilig zu haben.
00:16:41: Sie hatte ja vieles für möglich gehalten, das auch Tönnen nicht nur Robert liebte – erß vielleicht auch einmal mit Frauen probierte, gehörte eindeutig nichts dazu und was da offensichtlich unter ihrem eigenen Dach zwischen den Bediensteten lief umso weniger.
00:17:01: Natürlich erinnerte sie sich sofort daran wie sie nach einer Markt für die Kinder gesucht hatten, um Els zu unterstützen, und wie Thynne nur wenige Stunden später ganz zufällig Sarah vorgestellt hatte.
00:17:16: Sie hatten sich viel zu wenig für sie interessiert – nur akzeptiert, dass er sich auch um ihre eigene kleine Tochter zu kümmern hatte, die sie in die Obhut ihrer Schwester gegeben hatte.
00:17:27: Deshalb war sie fast jeden Tag für ein paar Stunden bei ihrer Familie und übernachtete auch nicht jede Nacht im Haus sondern bei ihrer Schwesta, deren Mann und ihren
00:17:36: Kinder.".
00:17:37: Wenn sie sich nun recht entsand, kam Elst darauf, dass Sarah regelmäßig auch zu bestimmten Abendstunden weg war und jedes Mal zur selben Zeit auch tönn, wenn er nicht als Stallbursche mit Robert unterwegs war.
00:17:50: Ihre Gedanken kreisten weiter um die beiden Bediensteten während sie die Kinder in deren Zimmer trug.
00:17:56: Sie hatte Johannes und Lyoba nach dem Weggehen von Markt- und Knecht in ihr Bett geholt Sie gewärmt und versucht, so viel Liebe wie möglich zu geben – wie sie es häufiger tat, wenn Robert auf Reisen war.
00:18:08: Wieder hatten sie es sehr genossen, waren glücklich eingeschlafen.
00:18:12: Mit einem Becher Wein setzte sich Els dann doch noch neben die leicht geöffnete Fensterlade und wartete.
00:18:18: Zwei Stunden später beobachtete sie, wie zwei Gestalten so leise wie möglich in Richtung ihres Hauses ging.
00:18:26: Sie hörte, wie sie vorsichtig die Türe öffneten und bald darauf Sarah ihre Schlafstadt in der Stube der Kinder aufsuchte, und sie wusste nun, dass sie bei nächster Gelegenheit Tönnen einmal beiseite nehmen musste.
00:18:56: zu der Papst Victor II.
00:19:01: nach Arezzo gerufen hatte.
00:19:03: Lambert nahm sich vor, das agierend des geschickten Machtpolitikers genau zu verfolgen – was Anu ihm zur Vorbereitung der Reise erzählt hatte ließ sein neues gewagtes Manöver vermuten.
00:19:16: Der vor seiner Wahl zum Papst Als Bischof Gebhardt von Eichstedt wirkende Kirchenfürst war erst neundreißig Jahre alt und von bester körperlicher Konstitution, würde also in den nächsten Jahren vielleicht sogar Jahrzehnten die Geschicke des Reiches entscheidend mitbestimmen.
00:19:32: Gerade in dem für Köln als Teil Niederlothringens so immens wichtigen Machtgeflecht hat er im Schulterschluss mit dem Kaiser die Bereitschaft zu unvermuteten Entscheidungen gezeigt!
00:19:43: So hatte er eben Streit Heinrichs mit dem niederloträngischen Herzog Gottfried dem Berting im Frühsommer Taußenfünffünfzig Tabula rasa gemacht.
00:19:53: Ausgerechnet in Florenz, der Hauptstadt Tusciens führte er mit Heinrich die Absetzung Gottfrieds herbei, der zugleich Marc Graf von Tuscien war.
00:20:03: Während Heinrich Gottfried's Frau und Stiefdochter ihn den Kerker brachte entließ Victor II.
00:20:09: Gottfried Bruder Friedrich als Leiter der päpstlichen Kanzlei.
00:20:13: Er unterstützte die von Heinrich geforderte und geförderte Kirchenreformen, und schreckte im Kampf gegen Ämterkauf- und Priesterähen auch vor dem Ex-Kommunizieren von Bischöfen nicht zurück.
00:20:25: Wie eng er der Reichspolitik verbunden war wurde mehr als deutlich, als Heinrich III.
00:20:31: ihm im vergangenen Herbst auf seinem Sterbebett das Versprechen abgenommen hatte den unmündigen Königssohn unter seine Vormandschaft zu stellen – beherzt war er in die Reistinge eingestiegen!
00:20:42: hatte ihn Fäden vermittelt und neue Allianzen geschmiedet.
00:20:46: So führte er eine Aussöhnung des Königshauses mit den Niederlotringern herbei, verschaffte Gottfried die Wiedereinsetzung und dessen Bruder Friedrich eine hohe Stellung als Abt-und Kardinalpressbitter – mit dem erkennbaren Ziel militärischen Beistand aus Niederlotring zu bekommen wenn der Kirchenstaat gegen die Normannen vorgehen müsse oder
00:21:06: wolle.".
00:21:07: Er hatte die Vormundschaft, über den nun siebenjährigen König schon vor dem Konzil dessen Mutter Kaiserin Agnes übertragen und das Treffen genutzt, den Einfluss des Kirchenstaates weiter zu stabilisieren.
00:21:21: Lambert war auch nach dem Ende des Treffens noch bei ihm geblieben, weil er mit ihm in Ruhe besprechen wollte wie es mit der faktischen Regentschaft im Reich weitergehen sollte.
00:21:32: Das war jetzt nicht einmal drei Tage her!
00:21:35: Und eigentlich hatten sie längst auf dem Weg nach Rom sein wollen, doch der Papst hustete in einem Fort, bekam starkes Fieber und fühlte sich deshalb zu schwach um ein Pferd zu besteigen.
00:21:46: Er kündigte an, sich noch ein wenig ausruhen zu wollen – es würde sicher bald vorbei sein!
00:21:52: Doch aus den intensiven Beratungen wurde nichts mehr.
00:21:56: Der junge Papst hatte seinem Körper durch ständige anstrengende Reisen offenbar zu viel zugemutet… um jetzt eine der üblichen italienischen Sommergrippen überstehen zu können.
00:22:07: Am achtundzwanzigsten Juli war auch der vierte deutsche Papst Geschichte.
00:22:12: Sein Tod kam so überraschend wie der des dritten Papstes aus Deutschland, da Masus
00:22:18: II.,
00:22:19: der Tausend achtenvierzig nur dreinzwanzigt Tage im Amt erlebt hatte.
00:22:24: Dessen Vorgänger kannte Lambert besonders gut – denn Clemens II.
00:22:28: war zu der Zeit als Lambert in Bamberg bei Anno lernte dort Bischof gewesen.
00:22:33: Aber auch sein Pontifikat dauerte nur von Weihnachten, bis zu seinem plötzlichen Tod im Oktober des folgenden Jahres.
00:22:42: Viele munkelten, dass es auch dieses Mal kein natürlicher Tod war sondern Teil der gefährlichen Machtspiele.
00:22:49: in Rom würde nun ein Cs-Ringen zwischen dem geschwächten Kaiserhaus und den machtgehigen römischen Familien um seine Nachfolge einsetzen.
00:22:59: Lambert bekam schon vor seiner geplanten Abreise nach Köln die Nachricht, besser zügig nach Rom zu halten.
00:23:06: Es sei bereits ein Nachfolger gefunden.
00:23:08: Zu seiner Überraschung sollte es eben jener Friedrich von Lothringen werden!
00:23:14: Wie lange würde es dauern bis er die Zustimmung von Agnes gewonnen haben würde?
00:23:19: Doch der mögliche fünfte deutsche Papst fackelte nicht lange und ließ sich schon am dritten August als Papst Stefan IX intronisieren.
00:23:29: Lambert war als einer der ganz wenigen Gesandten aus der Reichspolitik, nördlich der Alpen bei dem Akt zugegen.
00:23:35: Natürlich aus purem Zufall, weil alles so schnell ging – selbst wenn nur die kräftigsten Rösser zum Einsatz kamen und an jedem dritten Kloster gegen Frische ausgetauscht wurden, war eine Reise nach Rom von Goslar, Köln oder Speyer aus immer ein Akt von mehreren Wochen.
00:23:52: Der Amtsantritt von Stefan im Neunen war daher mehr ein Signal an den Mächtigen als die Manifestierung bereits gewonnener Macht.
00:24:01: Da Anno ihm freier Hand gelassen hatte, um mit Victor
00:24:04: II.,
00:24:04: die anstehenden Entscheidungen intensiv zu erörtern, interpretierte Lambert dies als gleichzeitiges Einverständnis als einer der ersten, die Pläne, Ziele und Vorhaben des neuen Papstes aus erster Hand zu erfahren – ihn vielleicht in der einen oder anderen Frage im Sinne Annos sogar beeinflussen zu können!
00:24:24: Er blieb deshalb einige Wochen in Rom und traf sich mit vielen erfahrenen Benediktinern, um auch von ihnen so viel wie möglich über die hohe Kunst der Kirchendiplomatie zu lernen.
00:24:34: Zu seinem Erstaunen beschäftigten sich hinter den Kulissen viele Kirchenmänner – mit den möglichen nächsten Schritten Konstantinopels!
00:24:43: In Gladbach und Köln hatte Lambert von dem Konflikt zwischen Rom und Konstantinopel nur am Rande etwas mitbekommen.
00:24:50: Es war immer wieder die Rede von einem Schismar also einer Spaltung zwischen der Römischen und der Auströmischen Kirche gewesen, aber stets nur sehr am Rande.
00:25:00: Hier herrschte Indes eine große Sorge, dass die als gegenseitige Warnschüsse gemeinten Attacken zu einem nicht mehr überwindbaren Graben innerhalb der Kirche führen
00:25:09: könnten.".
00:25:10: Eigentlich hatte Lambert vermutet das auch Stefan
00:25:13: IX.,
00:25:14: darüber nur wenige Worte verlierend würde, als er ihn gut zehn Tage nach dessen Amtseintritt bei einem Glas Wein im Innenhof eines Palastes darauf ansprach.
00:25:23: Es schien ein entspannter Abend zu werden.
00:25:26: Die Grillen zirbten und die Springbrunnen spendeten wohltunde Kühle und Frische nach dem heißen Auguststag.
00:25:39: Weiter geht es an dieser Stelle mit Episode-Einunddreißig in der nächsten Woche.
00:25:45: Wenn Ihr so lange nicht warten wollt, das ganze Buch im Zusammenhang lesen oder verschenken wollt auf www.die-uda-sager.de erfahrt ihr wie er ist gedruckt oder als E-Book bekommt.
00:26:01: Wir wünschen euch eine spannende Lektüre!
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