Die Uda-Saga, Band 1, Episode 29
Shownotes
Der neue Erzbischof Anno steigt in der Achtung der Kölner, als es ihm schon zur Amtseinführung gelingt, sehr viele bedeutende Persönlichkeiten in die St. Peter-Kirche zu holen. Es ist nur der Auftakt für eine ständig wachsende Rolle auf Reichsebene - und immer mehr Arbeit und Aufgaben für seinen persönlichen Berater Lambert. Der hat für Elß immer weniger Zeit. Sie tröstet sich damit, dass sie wieder schwanger ist. Bei der Taufe von Tochter Lioba schaut auch Anno vorbei und macht bei der Betrachtung ihres Bruders Johannes eine Entdeckung. Aber auch Elß entdeckt etwas bei Lioba.
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00:00:00: Herzlich Willkommen zu Episode twenty-neun von ELZ.
00:00:21: So heißt der erste Band der Udersager, jenem neuen historischen Roman vom Niederrhein mit der besonderen Perspektive.
00:00:29: Taucht ein in das spannende Leben der ganz normalen Menschen – der Bauern, der Bürger, der Soldaten und wie sie im elften Jahrhundert und in den vielen Generationen danach ihren Alltag erlebten.
00:00:44: Vor dem Hintergrund der realen Ereignisse begleiten wir zusammen diejenigen, die in der Geschichtsschreibung zu oft, zu kurz gekommen sind.
00:00:53: Deshalb spielt in jedem Band eine starke Frau aus dem Volk die Hauptrolle!
00:00:59: Wir wünschen spannende Stunden mit der Uda Saga!
00:01:08: Ihr hört Band eins der Udasager mit dem Titel ELZ.
00:01:11: Wie er ihn als Buch oder E-Book bekommt erfahrt ihr auf www.die-udar-sager.de.
00:01:23: Also los mit Episode neunundzwanzig von ELZ.
00:01:36: Augenblicklich sprang beide auf und zogen sich in Windeseile wieder an.
00:01:41: Lambert wollte die Tür öffnen, doch ELZ hielt ihn zurück Strich erst ihm dann sich selbst durch's Haar und ordnete seine schwarze Mönchstracht.
00:01:49: Dann öffnete sie die Türe aber nur einen winzigen Spalt.
00:01:54: Auf leisen Sohlen ging sie schnell zum Bett, holte darunter ein Buch hervor und zeigte es Lambert.
00:01:59: – Ist sie nicht großartig?
00:02:02: fragte sie leise aber so daß man das auf der Treppe hören konnte.
00:02:07: Diese Bibel hat mir Robert geschenkt!
00:02:09: Auf der ersten Seite sind die... Sarahs Kopf schaute ins Zimmer, schien mit dem was sich ihren Augenboot.
00:02:16: sehr zufrieden zu sein blieb mit ihrem Blick dann aber auf dem zerwüllten Bett hängen.
00:02:22: Sie hielt kurz inne und wiederholte dann die Frage nach Tee oder Bier.
00:02:26: – Vielen Dank, aber ich muss schnell wieder aufbrechen!
00:02:30: Der neue Erzbischof hat eine Besprechung angesetzt, und ich hatte nur rasch meine Bruder an meiner Schwägerin die Nachricht überbringen wollen, daß sich nun öfter kommen
00:02:38: kann.".
00:02:39: Sarah schaut ihn verwirrt an.
00:02:42: «Öfter kommen?« sagte sie leise und blickte wieder auf das Bett.
00:02:47: »Das ist schon in Ordnung, und mein Mann liebt es sehr wenn Lambert mir dabei hilft, meinen Latein zu verbessern.
00:02:53: Mit diesen Worten blätterte sie um und zeigte auf eine Passage, »Diesen Satz hier habe ich wohl noch nicht ganz verstanden!«.
00:03:01: Lambert blickt ihr über die Schulter.
00:03:03: »Ja, das Johannes Evangelium – da gibt es ein paar schwierige Stellen.
00:03:07: Am besten besprechen wir das in ein paar Tagen.
00:03:09: Ich muss jetzt wirklich wieder aufbrechen.
00:03:13: Der Tag der Amtseinführung war schon eine Woche später und Anno hat es geschafft von vielen angesehenen Bischöfen, Äbten, Fürsten und Herzögen bei diesem zentralen Gottesdienst in Köln begleitet und beglückwünscht zu werden.
00:03:27: Bereits am nächsten Abend rief er einer Abordnung der Kölner Kaufleute zusammen um ihn seine Vorhaben für die nächsten Jahre zu erläutern.
00:03:35: Er würde neue Kirchen bauen Neue Klöster errichten Die vorhandenen erneuern und erweitern.
00:03:41: Das Echo war unterschiedlich.
00:03:43: Die einen begeisterten sich für die Aussichten, dass Köln's Hof als Wallfahrtsmetropole größer, die Schad der Pilger wachsen, die Zahl der Handwerker sich erhöhen und damit auch noch mehr Wohlstand in die Stadt gebracht würde.
00:03:56: Die anderen befürchteten das Mehrkonkurrenz nur die Preise drücken und gleichzeitig der Erzbischof die Abgaben erhöhen könnte um die vielen teuren Vorhaben zu verwirklichen.
00:04:07: Eines merken sie jedenfalls schon nach wenigen Wochen Dieser Erzbischof war oft unterwegs und selten in Köln.
00:04:15: Er mischte in der großen Politik auf Reichsebene mit, hielt sich oft in der Nähe des Kaisers auf.
00:04:20: Juli wurde er bereits als Erzkanzler für Italien bezeichnet – und bald erzählte man sich in Kologne mit großer Ehrfurcht von seerischen Kräften des Erzbeschuffs!
00:04:31: Als er an Maria geburt Als er am achten September in Goslar die Versöhnung zwischen Kaiser und Papst mit in die Wege geleitet habe, sei er trotzdem sehr bedrückt gewesen und habe gegenüber Vertrauten gesagt, er fürchte um das Leben des Kaisers.
00:04:46: Angesichts des Alters und der vitalen gesundheitesten neunund dreißigjährigen Imperators hätten das alle nur mit Kopfschütteln quittiert!
00:04:54: Doch dann war er vier Wochen später tatsächlich tot – und alle erinnerten sich wieder an die Ahnung an
00:05:00: uns.".
00:05:02: Weil Heinrich IV.
00:05:03: beim Tod seines Vaters erst sechs Jahre alt war, wurde Anno noch wichtiger.
00:05:07: Auch dem letzten Kölner wurde das bewusst als Anno Anfang Dezember den Hoftag in Köln ausrichtete und als Gäste nicht nur den unwündigen König mit regenten Agnes begrüßen konnte sondern sogar den Papst.
00:05:21: Das machte das Gerede über die nur kleinartige Herkunft Annos schnell vergessen.
00:05:26: Wer schon im ersten Amtsjahr solche Gäste nach Köln zuholen vermag und damit die großen Fußstapfen seines umtriebigen und sehr einfußreichen Vorgängers auszufüllen vermag, der war für Kölnsicher mehr wert als jemand von noch so hoher Geburt.
00:05:43: Aus der Perspektive von Lambert verliefen die ersten Monate sehr irritierend.
00:05:48: Hatte der neue Erzbischof nicht gründlich aufräumen wollen mit Ämterkauf- und Fetternwirtschaft?
00:05:54: Und dann rief er ihn schon nach wenigen Tagen zu sich und fragte ihn tatsächlich, was Nepotismus sei.
00:06:01: Natürlich ist das die Begünstigung eigener Verwandter und bekannter bei der Vergabe wichtiger Ämter, hatte Lambert erwidert.
00:06:09: Und wenn es keine Begünstigung ist – weil die am besten für einen Amt geeigneten Kandidaten nur zufällig mit dem Entscheidungsträger verwand oder bekannt sind oder derjenige seine Stellung absichern muss mit fähigen Kräften, denen er unbedingt vertrauen kann?
00:06:27: Lambert hatte Verlegen herumgestottert und im nächsten Moment den Auftrag erhalten die Berufung einiger Verwandte von Anno für wichtige Ämter in Köln vorzubereiten.
00:06:37: Aber Lambert lernte schnell!
00:06:40: Anno war bei seinen nächtlichen Touren durch die Kirchen und die Viertel der Stadt zum wiederholten Male in gefährliche Situation gekommen, weil Nachtgesindel den hohen Herrn entweder nicht erkannte oder aber ihm ganz gezielt Böses antun wollte.
00:06:55: Und so ergriff Lambert die Gelegenheit und fragte den Erzbischof, ob er nicht besser persönliche Wachen für ihn besorgen soll.
00:07:02: Die könnten sich abwechseln wenn der tagsüber- oder nachts Besorgungen in Köln zu unternehmen gedenke.
00:07:08: – mit Schmunzeln reagierte Anno auf Lamberts Vorschläge, wonach ein Miles Siegwert und ein Milles Hans die bestmöglichen Begleiter für seine Imminenz seien Auch, wenn es sich bei ihnen zufällig um seinen eigenen Bruder und den Schwager seines anderen Bruders handele.
00:07:27: Diese Ernennungen verwandelten die Armde in den verschiedenen Häusern der Familie oftmals in Beratungen über Feinheiten des Geschehens im Reich.
00:07:37: Wenn Anno reiste waren auch Lambert Hans und Siegbert mit dabei – wenn sie zurückkehrten, hatten sie meistens spannende Erzählstoffe im Gepäck!
00:07:46: Die Gelegenheiten zur Zweisamkeit für Lambert und Els wurden darüber immer spärlicher.
00:07:52: Es war zwar ungemein interessant, als öter Dorfkind so nah am Geschehen zu sein, so viele Einzelheiten über Agnes' und die Erziehung ihres Sohnes zu erfahren – aber Els misstraute den Gesprächen der Männer über die Reichspolitik immer mehr!
00:08:08: Wenn sie sah, wie wenig sich Männer im Allgemeinen und auch diese Kaufleute um die Erziehung ihrer Söhne und Töchter kümmerten.
00:08:16: Wie konnten die sich dann einen Uchteil darüber bilden?
00:08:19: Wie eine Regentin wie Agnes mit einem kleinen König wie Heinrich besser oder schlechter umzugehen habe?
00:08:26: Wenn es Els einmal schaffte sich an den Gesprächen zu beteiligen wurde sie mit ihrer Meinung zumeist mitleidig angeschaut und da nicht weiter ernst genommen.
00:08:35: Also schwiegst Sie meist!
00:08:37: und sehnte sich an die Abende und Nächte mit Lambert den Glattbach oder Öd zurück, als sie noch voller Pläne und Neugier gesteckten.
00:08:45: Inzwischen hatte sie jedoch einen handfesten Trost der von Woche zu Woche wuchs.
00:08:50: Bald würden es alle sehen – else war wieder schwanger!
00:08:55: Sie freute sich über diese Schwangerschaft noch mehr als über ihr erstes Kind, denn nun hatte sie eine klare Perspektive sogar eigenes Personal und Robert würde er neu den stolzen Vater geben.
00:09:06: Mit ihm verstand sie sich immer besser!
00:09:09: Er besprach fast alles Geschäftliche inzwischen mit ihr weil sie mehr als einmal Nachfragen gestellt hatte die ihm selbst nicht gekommen waren, die aber fast jedes Mal halfen den Verlust zu verkleinern oder den Gewinn zu vergrößern.
00:09:23: Wenn Johannes das von seiner Mutter geerbt hatte, konnte mit der Kölner Kaufmannsfamilie nichts mehr schief gehen.
00:09:33: XXV.
00:09:34: Kapitel Schlüsselblume Robert war mal wieder unterwegs – Der Handel mit den Kollegen aus London entwickelte sich vielversprechender als die Kölnerkaufleute noch vor wenigen Jahrzehnten angenommen hatten.
00:09:46: Gleichzeitig ergaben sich über die Angelsachsen erstaunliche neue Handelskontakte mit Kaufleuten aus Paris.
00:09:53: Es schien sich Mitte des Elfenjahrhunderts ein neues Handelsdreieck für den gesamten Kontinent daraus zu entwickeln, dass die Bedeutung von Köln nicht nur als Stadt der Heiligen sondern auch als Metropole des Handels immer mehr hervorhob.
00:10:07: Das Ergebnis für Els bestand darin, nicht mehr so recht zu wissen wohin sie ihre innere Energie leiten sollte.
00:10:13: Johannes war zwar ein dankbarer Zuhörer für ihre kleinen Geschichten aber in den letzten Monaten der Schwangerschaft war sie immer häufiger mit Tönnen unterwegs.
00:10:23: Der hatte anfangs protestiert, dass sich Els einfach das Schlachtross von Robert nahm, wenn der nicht da war.
00:10:29: Aber bevor seiner Herrin irgendwas passierte, begleitete der Pferdeknächt die geübte Reiterin lieber selbst.
00:10:35: So vergrößerte Els den Radius ihrer Ausflüge in den kalten Februar-Tagen des Jahres Tausend Siebenfünfzig immer mehr.
00:10:42: Sie war fasziniert von den vielen Überbleibseln aus römischer Zeit – in der Köln eine wichtige Provinzhauptstadt gewesen war!
00:10:50: Selbst Teile der imposanten Petruskirche stammten noch aus römischer Zeit, und mit wachsendem Interesse besichtigte Els römische Grabstellen.
00:10:58: An diesem Dienstag war sie etwas weiter in den Norden geritten – Der Weg, den Sie gerade entlangritten hatte keinen Namen!
00:11:06: Das Studium von Grab-Inschriften und heiligen Kapellen diente insgeheim einem Zweck.
00:11:12: Els suchte einen Namen.
00:11:14: Robert wollte dass ihr zweiter Junge die Silbe Bert aus den Namen aller Familienmitglieder aufnehmen sollte.
00:11:21: Am liebsten wäre ihm natürlich Wolbert gewesen, nach seinem Großvater – aber Els hatte ihn so weit gebracht auch ein Liudfried zu akzeptieren, wenn es nicht sogar ein Robert sein könnte!
00:11:33: Doch insgeheim spürte sie, dass ihr zweites Kind ein Mädchen sein würde.
00:11:38: Sie hatte bei einem der regelmäßigen Familientreffen ihren Bruder beiseite genommen und ihnen nach ihrem Vorfahren ausgefragt.
00:11:45: Spontan hatte sie den Namen der Mutter ihrer Mutter als besonders sympathisch aufgenommen.
00:11:50: Lioba!
00:11:51: Das klang so schön weiblich, so wunderbar liebreizend – zugleich aber auch sehr selbstbewusst.
00:11:57: Es irritierte sie, dass ihr Großvater nie etwas über diese Lioba erzählt hatte.
00:12:03: Sie schien eine Tochter von Bauern in Öd gewesen zu sein, in die er sich sofort verliebt haben muss, als er von Karl ausgelöst und nach Öd geholt worden war.
00:12:12: Wie sie wohl gewesen sein mag?
00:12:14: Wie sie ihre Mutter Katharina und ihre Tante Susanna erzogen haben mochte, Elz fand gefallen an dem Gedanken, dem Namen ein neues Leben zu geben.
00:12:24: Doch zugleich blieb sie weiter auf der Suche.
00:12:27: Wieder war ein römisches Kräberfeld in Sicht gekommen – eine Quelle interessanter Namen wartete auf sie.
00:12:34: Elz hielt ihr Pferd an, Thünn half ihr aus dem Sattel und schon wollte sie wieder einen Grabstein nach dem anderen betrachten als sie einen schönen Gesang hörte.
00:12:44: Er kam von Frauenstimmen aus einer nahegelegenen Kapelle, Sie war der heiligen Magdalena gewidmet und wurde von Benediktinerinnen unterhalten.
00:12:54: Els ließ tünn bei den Pferden und setzte sich in die letzte Bankreihe.
00:12:59: Es war ein anrührender Gesang Und obwohl es sich augenscheinlich um eine Friedhofskapelle handelte, strahlten die Nonnen so viel Lebensmut und Kraft aus, dass älzig fast wünschte, eine von ihnen sein zu dürfen.
00:13:13: Die letzten Monate waren sogar nicht das gewesen was sie sich von der regelmäßigen Erreichbarkeit ihres Liebsten erhofft hatte.
00:13:21: Er war ständig unterwegs – und wenn Lambert abends mal mit ihr und Robert zusammen saß, drehten sich die Spräche nur um neue knifflige Probleme auf Reichsebene!
00:13:32: Könnte es sein, dass Anno den Titel des Verantwortlichen für Italien trägt aber dich die ganze Arbeit machen lässt?
00:13:39: fragte sie Lambert eines Abends.
00:13:42: Doch der hatte sich buchstäblich weggeduckt Er könne nur Lösungsmöglichkeiten zusammenstellen mit vielen Leuten sprechen Eventualitäten vorbereiten Aber handeln können nur der Erzbischof.
00:13:54: Seit ihre Schwangerschaft für alle sichtbar geworden war hatten die kleinen schnellen Zärtlichkeiten zwischen ihnen aufgehört.
00:14:01: Sie war Robert sehr dankbar, dass er sie nun häufiger in den Arm nahm und die er immer mal wieder auch einen Kuss gab.
00:14:08: Sie hätte nie gedacht wie wichtig das für sie sein würde – auch wenn es nicht von dem Mann kam, den sie liebte.
00:14:15: Wenigstens kam es von einem Mann, den man mochte.
00:14:19: Die Nonn hatten ihre Gesänge und Gebete beendet und näherten sich ihr nun fröhlich.
00:14:24: Als Els sich ihn vorstellte war sie erstaunt zu erfahren, dass ihre Familie auch hier im Norden außerhalb der eigentlichen Stadt bestens bekannt war.
00:14:33: Sie luden Els ein mit ihnen einen Tee zu trinken und beantworteten gerne ihre Fragen zu den Benediktinerinnen – und davon hatte Els eine Menge!
00:14:42: Durch Lambert hatte sie nur vom Orden der Mönche gehört, daß es sehr viele Ochte gab an denen sich auf der einen Seite der Abteikirche ein Kloster mit Mönchenanschluss Auf der anderen Seite aber auch eines mit Nonnen war ihr neu.
00:14:56: Sie nahm sich vor, beim nächsten Mal auch einmal in Gladbach darauf zu achten.
00:15:01: Welche Heiligen die Benediktinerinnen im Unterschied zu den Benediktinern denn besonders verehrten wollte Els wissen?
00:15:09: Dass die Frauen zuerst auf Ursula zu sprechen kamen, war keine Überraschung – sie war die zentrale Heilige der Stadt Köln.
00:15:16: Weitere Namen folgten.
00:15:17: Darunter war einer, der es Els ganz besonders angetan hatte.
00:15:22: Über sie wollte sie nun so viel wie möglich wissen, die heilige Lyoba.
00:15:29: Keine drei Wochen später war ihre Tochter auf der Welt.
00:15:32: Robert hatte keine Einwände gegen den Namen als Ihre Tochter schon nach wenigen kräftigen Wänen auf der welt war.
00:15:39: Er errechnete so fest mit einem Sohn dass er sich über ein Mädchennamen keinerlei Gedanken gemacht hatte und sein erstes Gefühl war das ihm Lyoba als Name nicht unsympathisch erschien.
00:15:51: Als er am Abend auch Lambert kurz hereinschaute, war Elz schon wieder auf den Beinen.
00:15:55: Holte ihre Tochter aus dem kleinen Bettchen in ihrer Schlafkammer und legte sie Lambert in den Arm.
00:16:00: – Darf ich vorstellen?
00:16:02: Liuba!
00:16:03: – Oh, wie die heiliggesprochene Benediktinerinneneptis sind, fragte er….
00:16:10: Du kennst dich bei den Damen ja gut aus, scherzte Els und erzählt von der Begegnung vor wenigen Wochen in der Kapelle.
00:16:18: Ein schöner Name für ein schönes Kind sanierte Lambert.
00:16:22: Mit Genugtuung verzeichnete Elst, dass ihm eine Träne über die Wange lief.
00:16:27: Es rührte ihn also nun auch Vater einer Tochter zu sein.
00:16:32: Was hältst du davon wenn ich den Probs von St.
00:16:34: Petrus frage ob wir das Mädchen nächsten Sonntag nach der Messe in der Bischofskirche taufen dürfen?
00:16:41: Das wäre ja großartig.
00:16:43: kam es von Robert der Leise dazu getreten war?
00:16:46: Unsere Eltern dürften platzen vor Stolz.
00:16:50: Ich kann nichts versprechen.
00:16:51: Das ist allein seine Entscheidung, aber ich denke dem Berater des Bischofs wird eine vergleichsweise bescheidene Bitte nicht
00:16:57: abgeschlagen.".
00:16:59: Und so versammelte sich die Familie mit mehreren Dutzend Freunden und Bekannten am folgenden Sonntag im prächtigsten Gebäude der Stadt – der riesigen Peterskirche!
00:17:09: Sie lag direkt an den Resten der Römischen Stadtmauer und hatte gewaltige Ausmaße.
00:17:14: Sie war mit gut dreihundertfünfzig Fuß so lang wie dreißig oder mehr stattliche Häuser.
00:17:19: Neben dem Eingang befanden sich zwei runde niedrige Türme, die architektonisch den Rhythmus der Köre neben dem Hauptschiff Vorgaben.
00:17:27: Der Hauptaltar war dem heiligen Petrus geweiht und befand sich im Westkorb.
00:17:32: Die Familie mit der Schreine in Lyoba versammelte sich im Ostkorb dessen Altar der Gottesmutter Maria geweihrt war.
00:17:40: Els betrachtete das Rautenmuster aus roten und grünen Marmorplatten auf dem Boden, und versuchte sich einen Reim auf die Zuckersüße jedoch offensichtlich bitter-böse gemeinte Begrüßung durch ihre Schwägerin zu machen.
00:17:53: Zum ersten Mal hatte sie diese Bärte getroffen – es war immer noch das kleine Mädchen und der große Schatz der Kaufmannsfamilie, aber ihre ersten Worte im Flüsterton hatten Els nachhaltig zugesetzt.
00:18:05: Na, Flittchen?
00:18:06: Wieder ein Bike untergebracht hatte sie ja tatsächlich statt jeder Begrüßung ins Ohr geflüstert und sie dann umständlich ihrem Mann dem Grafen von Berge vorgestellt.
00:18:17: Das ist Els die Mutter des bedauernswerten Mädchens das von meinem Bruder Robert aufgezogen werden muss!
00:18:24: Der groß gewachsene Burgherr verbeugte sich jedoch vor Els und gratulierte ihr zu ihrem zweiten Kind, dass der angesehenen Kölner Familie sicherlich genauso zur Ära gereichen werde wie ihre Tante die er seine geliebte Frau nennen dürfe.
00:18:40: Was das wohl für eine Ehe war, die Roberts Vater mit viel Geld arrangiert hatte um Berte in die Welt des reinischen Adels zu bringen?
00:18:48: Der Vornehme Herr aus dem bergischen Altenberg wusste sich jedenfalls zu benehmen – ganz im Gegensatz zu seiner Frau!
00:18:56: die als ihre Schwergerin eigentlich an ihrer Seite stehen sollte, so wie sie es von ihren Brüdern Robert Siegbert und Lambert gewohnt war.
00:19:04: Es verwunderte Els bei längerem Nachdenken, dass sie die Tochter der Familie erst jetzt kennenlernte.
00:19:11: Venerabilis Congregatio Hicconvenimus begann Lambert und riss sie aus ihren schwermütigen Gedanken.
00:19:19: Lambert begann von Neuem und wählte nun die deutsche Form zur Begrüßung der versammelten Gemeinde, als das Hauptportal aufgerissen wurde.
00:19:27: Elz sah sich um, konnte im Gegend nicht jedoch zunächst nur ihren Bruder erkennen und freute sich, dass er es auch zu Taufe schaffte, obwohl er als Leibwache des Erzbischofs eingeteilt war und sich deshalb eigentlich entschuldigt hatte.
00:19:41: »Fahrt ruhig fort!« dröhnte nun die Stimme des großen Mannes mit dem Dichten vollbar.
00:19:47: Augenblicklich fielen alle Anwesenen auf die Knie.
00:19:51: Els nahm sich daran ein Beispiel, zog an dem neben ihr stehengebliebenen Johannes so daß auch er sich niederkniete.
00:19:58: »Wer ist das Mama?« fragte er eingeschüchtert.
00:20:03: »Ich bin dein Erzbischof mein Sohn!« sagte der inzwischen schnellen Schritt des Herr Beige-Altemann und ich wollte einmal schauen was meinen Berater am Sonntag Mittagssohn macht in meiner Kirche.
00:20:16: »Ich sagte doch, fahre fort!« sagte Anno nun ungehalten und eine Spur zu laut für den Ort und den Anders.
00:20:23: Lambert nahm die Taufe nun in Windeseile vor.
00:20:26: Als er gerade dabei war dem kleinen schreien Mädchen ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen sprach auch der Erzbischof einen Segenswunsch und zeichnete seinerseits ein Kreuze auf die Stürn.
00:20:36: Obwohl erkennbar im Gehen war blieb er vor Johannes stehen betrachtete ihn lange kratzte sich am Kopf und flüsterte Lambert zu.
00:20:45: Der Jürger kann seinen Vater aber auch nicht verleugnen.
00:20:50: Nach einer kleinen Pauseschluck erfuhr, wir sollten darüber demnächst mal reden am besten im Beichtstuhl!
00:20:58: Keiner hatte davon nur eine Silbe gehört, aber selbst als der Erzbischof das Portal schon fast wieder erreicht hatte stand Lambert immer noch wie erstacht da und konnte keinen einzigen Satz mehr sagen.
00:21:10: Was hat er gesagt?
00:21:11: fragte Els.
00:21:13: Lambert schüttelte den Kopf.
00:21:15: Er drohte offenbar seinen Halt zu verlieren.
00:21:17: Dann riss er sich sichtlich zusammen, »Das es gleich noch etwas Wichtiges zu besprechen gibt!
00:21:23: Wir sind hier ja auch so gut wie fertig«.
00:21:25: Er ließ ein Vater unser Folgen und verabschiedete sich von der Gesellschaft mit der Erklärung – Es gebe dringenden Beratungsbedarf im erzbischöflichen Palast.
00:21:34: Es war das letzte Mal für viele Monate, dass Els den Vater ihrer Kinder sah.
00:21:41: »Mama?
00:21:43: Was hat Liober da?
00:21:45: Ells war noch ganz schlaftrunken.
00:21:47: Zwar hörte sie Johannes Stimmchen, verstand aber nicht was er sagte.
00:21:51: Sie hatte schlecht geschlafen – sich zum Wiederholten mal gefragt, was der Erzbischof Lambert zugeflüstert haben mochte, was in der Art erstachen ließ.
00:21:59: Seitdem hatten sie ihn nicht mehr in diesem Haus begrüßen können und nun war schon fast wieder Herbst!
00:22:06: Im Sommer hatte sie ihn nur einmal bei einer Geburtstagsfei im Hause ihrer Schwiegereltern gesehen, aber kein Wort mit ihm gewechselt….
00:22:14: Wenn sie sich ihm genähert hatte, war er sofort aufgestanden und hatte mit anderen das Gespräch gesucht.
00:22:19: Irgendwann war sie es leid gewesen im Hinterher zu laufen.
00:22:23: Sicherlich würde es in ihrer Familie irgendjemand geben der sich auf dieses Verhalten einen Reim machen konnte – Sie musste ihn nur finden!
00:22:31: »Mama, was hat Lioba da?« fragte Johannes noch einmal.
00:22:37: »Das haben Menschen schon mal, das ist nichts Besonderes!« hörte Els nun Sarah sagen.
00:22:42: Das machte sie neugierig... »Was war da, was Johannes so in Unruh versetzte?«.
00:22:48: Els rieb sich die Augen, stellte fest das Robert bereits aufgestanden war und warf sich eine Decke über.
00:22:54: »Guten Morgen ihr Lieben!« sagte sie und blickte ihn drei strahlende Gesichter.
00:22:59: Sarah mußte die Obergerade gestillt haben, sonst wäre sie nicht zufrieden.
00:23:04: An dem Druck auf ihren Brüsten merkte Els, dass sie eigentlich an der Reihe gewesen wäre.
00:23:10: Als sie kurz nach der Geburt festgestellt hatten, dass Sarah nach dem Abstillen ihre eigenen Tochter angesichts des kleinen Säuglings doch weiter Milch hatte, waren sie übereingekommen sich diese mütterlichen Pflichten zu teilen.
00:23:22: Und bis jetzt produzierten beide Frauen reichlich Milch so das Lioba bestens versorgt war!
00:23:33: Ach, er hat da was entdeckt.
00:23:35: Aber nichts Schlimmes, sagte Sarah und zog dem kleinen Mädchen die kleine Tunica wieder über den Kopf.
00:23:40: Hier!
00:23:41: Seht selbst, meinte Sarah und drehte Lyuba auf den Bauch.
00:23:45: Johannes zeigte auf das linke Schulterblatt.
00:23:47: – Sarah sagt es ganz normal.
00:23:49: Ich finde das sehr schön!
00:23:51: – Helz trat näher und begann zu staunen.
00:23:55: Da hatte man ihr das Mädchen sofort nach der Geburt in den Arm gelegt, schon mit einem Tuch versehen und seitdem hatte sie ihre eigene Tochter unbegleitet nur von vorne gesehen.
00:24:05: Doch was sie nun sah war sehr prägnant!
00:24:08: »Wie ein Blümelai nicht wahr?« bemerkte Johannes.
00:24:12: »Genau!
00:24:13: Und zwar wie ein ganz besonders schönes!« stimmte Ells freudig zu.
00:24:18: »Sieht wie die Blüte einer Schlüsselblume aus!«.
00:24:21: In dem Augenblick, in dem sie den Namen der Blume aussprach, erstarrte sie innerlich.
00:24:28: Prémula Veris, halte es durch ihren Kopf, auserwählte alle drei bis fünf Jahre!
00:24:38: Sofort meldete sich ihr schlechtes Gewissen.
00:24:42: Graciana, Sophia, Gisela – Sie alle kamen elz sofort in den Sinn.
00:24:47: Wie hatte sie alles was sie seit ihrem zehnten Geburtstag so sehr beschäftigte?
00:24:52: Was ihr so viel abverlangte, einfach vergessen können?
00:24:56: Vielleicht war diese enttäuschende Entdeckung im Römerturm eine Erklärung dafür.
00:25:00: Was war das für ein seltsames Geheimnis?
00:25:03: Sie verstand zwar dass es auf Dauer Sinn machte wenn Frauen auch im elften Jahrhundert selbstbewusster waren, wenn sie von sich aus Latein lernten und nicht sofort kleinen Beigaben, wenn die sich dem vermeintlich starken Geschlecht zu fügen hätten!
00:25:18: Aber das ganze Drumherum war ihr plötzlich völlig überzogen vorgekommen.
00:25:23: Wie war das noch?
00:25:25: Sollte sie nicht alle drei bis fünf Jahre eine Helferin oder eine Auserwählter bestimmen, mit einer fünfjährigen Beginn und ihr ein Geheimnis anvertrauen und nach fünf Jahren überprüfen ob sie es wirklich für sich behalten hätte um mir dann die nächste Aufgabe aufzutragen nämlich lesen und schreiben zu lernen?
00:25:43: aber Sie waren nicht mehr in Öd sondern viele, viele Meilen davon entfernt.
00:25:49: Und hier in Köln konnte sich schließlich keine fünfjährige Finnen die als fünfzehnjährige Lust hatte nach Öd zu gehen um dort auf eine spiegelnde Wasseroberfläche zu schauen.
00:25:59: Sicher das mit dem Schreiben und Lesen war schon sinnvoll auch für Kölner Mädchen aber irgendwie kam sie sich nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich weit entfernt vor von dieser Primularschwesternschaft.
00:26:12: Außerdem wusste sie bisher nicht genau, woran man erkennt ob ein Mädchen als Auserwählte oder als Helferin in Frage kommt.
00:26:21: Sie nahmen sich vor spätestens im nächsten Frühjahr wenn die ersten Schlüsselblumen blühen mal wieder nach Öd zu reisen und gießen dann noch einmal danach zu fragen, worin sich Außerwähle und Helferinnen unterschieden.
00:26:35: Vielleicht gab es dann unter ihren Verwandten und Freunden inzwischen ein kleines Mädchen, das sie rekrutieren könnte um die von ihrer Mutter am Leben gehaltene Tradition diese Kette der Primula Veris nicht zu zerreißen.
00:26:56: Weiter geht es an dieser Stelle mit Episode Dreißig in der nächsten Woche.
00:27:01: Wenn ihr so lange nicht warten wollt Das ganze Buch im Zusammenhang lesen oder verschenken wollt auf www.dminusuda minus sagapunkt.de, erfahrt ihr wie es gedruckt oder als E-Book bekommt.
00:27:16: Wir wünschen euch eine spannende Lectüre.
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