Die Uda-Saga, Band 1, Episode 28
Shownotes
Endlich erfährt Elß in Oedt, was es mit dem Geheimnis auf sich hat - und ist nach einer anfänglichen Faszination schnell enttäuscht. Zurück in Köln, bekommt sie Besuch von Lambert. Der wird von Anno erwartet und ist dabei, als sich für beide Priester das Leben von Grund auf ändert.
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00:00:00: Herzlich Willkommen zu Episode twenty-eight von ELZ.
00:00:18: Das ist der erste Band der Udersager, jenem neuen historischen Roman vom Niederrhein mit der besonderen Perspektive.
00:00:26: Taucht ein in das spannende Leben der ganz normalen Menschen – den Bauern, den Bürger, die Soldaten und wie sie im elften Jahrhundert und in vielen Generationen danach ihren Alltag erlebten!
00:00:40: Vor dem Hintergrund der realen Ereignisse begleiten wir zusammen diejenigen, Minus Uda, minussager.de.
00:01:13: Heil so los!
00:01:17: Mit Episode twenty-eight von ELZ
00:01:35: FESTER!!
00:01:36: ELZ drückte kräftiger und damit gab es ein vernehmliches Knacken.
00:01:41: Gisela führte die Hände von ELS nun an den Rand der kleinen Steinplatte auf der gerade noch der ganze Unrat gelegen hatte.
00:01:48: Du kannst sie jetzt anheben und achte darauf, dass sie gerade liegt.
00:01:52: Und wieder einrastet wenn du fertig bist oder jemand sich unserem Geheimnis nähert.
00:01:57: Ich werde verrückt!
00:01:59: sagte Els als sie die Steinplatte anhob.
00:02:02: Du kannst es nun rausholen aus dem Fass das hier eingelassen ist aber achte drauf dass es wieder fest verschlossen ist für den Fall daßes mein großes Hochwasser gibt.
00:02:11: Außerdem haben wir meistens noch eine Lage Stroh oder Heu darüber gelegt, damit es nicht sofort auffällt wenn es ein Fremder per Zufall entdecken sollte.
00:02:19: Aber dichtes ab unbedingt!
00:02:22: Es?
00:02:22: So fühlte Els war er nicht gerade leichter Klotz aus Holz auf dem sich einer Art Metall befand.
00:02:30: Du kannst das jetzt mit nach unten nehmen Dann solltest du die Kerze anmachen und etwas Wasser in die Vertiefung schütten aber sei vorsichtig bei allem – es ist sehr kostbar und schütte das Wasser schnell wieder weg, wenn du einen ersten Eindruck gewonnen hast und alles näher studieren willst.
00:02:45: Ich wachte jetzt draußen – ich werde wie eine Katze miauen, wenn sich jemand nährt!
00:02:49: Dann weißt Du was zu tun
00:02:51: hast.".
00:02:52: Sie führte Els die Stufen herunter und in einer Ecke, in der sie bequem sitzen konnte ohne dass der Lichtschein von draussen zu sehen sein würde.
00:03:00: »Ich bleibe jetzt in der Nähe zur Not die ganze Nacht.
00:03:04: Vielleicht kannst Du es dann auch mal machen, wenn ich es widerstudieren möchte?«.
00:03:09: Natürlich, sagte Els und handierte schon an der Zunderbüchse.
00:03:13: Bald brannte der Spahn dann die Kerze und sie entdeckte das auf ihren Knien.
00:03:18: ein Holzklotz mit einer versilberten Oberfläche lag.
00:03:22: In der Mitte fand sich eine runde Vertiefung Auf dem Holz am Rand ein kleines Loch.
00:03:27: Hier hinein sollte sie offenbar die Kerzen stellen.
00:03:30: Eine Inschrift befand sich rund um die Vertiefungen Oben entziffert der Elbs Buchstabe für Buchstabbe, als sich ihre Augen an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnt hatten.
00:03:40: Klawis at salutam – also eine Art Schlüssel zur Erlösung oder zur Erkenntnis.
00:03:48: Und unten las sie Wide Hock est werum fortes gendach.
00:03:54: Es war einer Aufforderung Siehe!
00:03:58: Das ist das wahre Starkegeschlecht.
00:04:01: Es dauerte einen Moment, dann fiel Els ein, dass sie offenbar das Wasser in diese Vertiefung schütten sollte.
00:04:08: Vorsichtig öffnete sie den Verschluss und goss die Flüssigkeit hinein.
00:04:12: Würde es jetzt wieder klack machen?
00:04:14: Sich irgendeinen Mechanismus aus Römerzeiten in Bewegung setzen?
00:04:18: Els wartete!
00:04:20: Aber nichts geschah.
00:04:22: Sie stachte auf das Silber... Auf die Buchstaben... Wieder und wieder….
00:04:28: Wo steckte denn jetzt der Schlüssel zur Erkenntnis?
00:04:32: Und wo war das wahre, starke Geschlecht zu sehen?
00:04:38: Allmählich wurde ihr der Kasten zu schwer.
00:04:41: Sie stellte ihn mit der brennenden Kerze auf den Boden vor sich und beugte sich darüber – und dann erkannte sie es!
00:04:48: Sich selbst!
00:04:51: Sie war selbst das wahere Starkegeschlecht!
00:04:55: Es durchlief sie ein warmer Schauer.
00:04:58: Seit wie vielen Generationen hatten sich die Frauen der Region hier neuen Mut holen können.
00:05:03: Es war überwältigend, diese Botschaft in der Art wertvollem Silber vermittelt zu bekommen.
00:05:09: Sie würde Zeit ihres Lebens davon zähren Immer wenn wieder irgendein dummer Mann wichtiger war als jede noch so kluge Frau.
00:05:17: Wenn alle Entscheidungen wieder einmal nur von Männern gefällt wurden Würde sie in Zukunft dieses Bild von sich selbst als dem wahren starken Geschlecht vor Augen haben.
00:05:28: Es war einfach überwältigend.
00:05:30: Kein Wunder, dass sich die Mitglieder der Schwesternschaft daran nicht satt sehen konnten – das dies der eigentliche Schlüssel zu erkennen ist ja auch zur Gesundung und Erlösung war!
00:05:41: Lange saß Elz davor, weil ihr jetzt allmählich die ersten Zweifel kamen.
00:05:47: Warum sollte das kein Mann sehen?
00:05:50: Denn wenn er hier eindringen würde und die Kerze das Wasser nutzen würde, könnte er ja auch nur sich selbst sehen und nichts Falsches daran finden.
00:06:00: Er würde sich nur bestätigt fühlen in seiner Ansicht, Männer waren das wahre starke Geschlecht!
00:06:07: Und warum hatte sie sich so viele Monate mit Schreibenlesen und Latein abgeplagt, nur um hier nicht einmal eindutzend Wörter lesen und verstehen zu können?
00:06:17: Dabei kam ja allerdings in den Sinn, dass genau das die Außerwelten und die Helferinnen stärker machte als viele andere, die Nichtlesen- und Schreiben gelernt
00:06:26: hätten.".
00:06:27: Mit diesen Kenntnissen standen sie einfach selbstbewusster im Leben, also hatte diese Übung mit genau dieser Belohnung einen tieferen Sinn.
00:06:36: Das machte sie wirklich für ihr ganzes Leben zum Waren starken Geschlecht!
00:06:41: Sie kippte das Wasser aus, wichte mit ihrer Tunika die Reste weg, löschte das Licht und stieg vorsichtig die Treppe rauf.
00:06:48: Sie ließ den Klotz wieder in dem Stroh verschwinden und fingerte neugierig die Ränder ab.
00:06:54: das rundherum abgedichtet war und in dem raffiniert ummauerten Schacht steckte, der über beide Etagen reichte.
00:07:02: Deshalb hatte es auch die vielen Niershochwasser unbeschadet überstehen können.
00:07:07: Vorsichtig setzte sie die Steinplatte wieder ein bis sie hörbar einrastete.
00:07:11: Dann verteilte sie den Unrand wieder darauf Und ließ auch die Öffnungen hinter Blättern und Dreck verschwinden.
00:07:18: Draußen rief sie leise nach Gisela Wie?
00:07:21: Du bist schon fertig?
00:07:23: fragt sie überrascht.
00:07:24: Normalerweise brauchen wir schon beim ersten Mal viele Stunden.
00:07:28: Elz war irritiert und wunderte sich, aber sie hatte sich vorgenommen noch eine weit aus wichtigere Frage zu klären.
00:07:35: Vielleicht komme ich bald wieder um es noch intensiver zu erleben", sagte sie und kam dann auf ihre offene Frage zu sprechen.
00:07:43: »Wie erkenne ich eine Auserwählte?
00:07:46: Wie viele Geschwister hast du?« lautete die Gegenfrage.
00:07:51: »Nur Hans!« antwortete Elz.
00:07:54: Und hat der Töchter?
00:07:55: Nein.
00:07:57: Dann schaut dir deine Töchter einmal genauer an, dann wirst du es wissen.
00:08:02: Wir sind schließlich die Primula-Schwesternschaft Die sich an den Primeln erkennt.
00:08:06: Ich habe nur einen Sohn!
00:08:08: Dann solltest Du noch Töcher bekommen.
00:08:11: Gerade wollte Elz erwidern dass das aber doch wohl ein ziemlicher Aufwand für so ein kleines Spiegelbild Erlebnis sei.
00:08:17: Da hörten sie ja in Rasseln im Gebüsch.
00:08:22: Ja, ich komme", sagte sie.
00:08:25: Gisela hielt sich kurz zurück umarmte sie und flüsterte ihr zu dass sie selbst jetzt nach Kampen verschwinden werde.
00:08:31: Sie könne aber jeder Zeit auf sie zählen wenn sie sich intensiver mit diesem Schatz für alle Frauen dieser Welt befassen wolle.
00:08:40: Vierzwanzigstes Kapitel?
00:08:42: Köln Lammert war außer Atem als er an die Türe des frisch renovierten Hauses an der Hohenstraße klopfte.
00:08:51: Er hatte an diesem Februar Tag des Jahres Tausendsechsenfünfzig eine Botschaft erhalten, wo nach Anno ihn in Köln treffen wolle.
00:08:58: Aber der Reichskerplan war noch nicht eingetroffen – wurde zwar jeden Moment erwartet, doch seit dem Umzug von Robert seiner Frau und seinem Sohn nach Kölnen hatte Lambert die drei nicht mehr gesehen und das wollte er unbedingt nachholen bevor er mit Anno weiß Gott wie lange beschäftigt sein würde.
00:09:15: In Gladbach tobte der Streit um die Klosterreform.
00:09:18: Die Gemeinschaft der Münche war in zwei beinahe gleich große Lager geteilt.
00:09:23: Die einen wollten sich mehr auf Gebet und Arbeit konzentrieren, und dabei mehr nach Innen wirken – die Regeln des Benedikt wieder stärker befolgen und in möglichst großer Bescheidenheit leben.
00:09:34: Die anderen, vor allem die Söhne aus Reich im Haus genossen das bequeme Leben mit den zahlreichen Annehmlichkeiten eines mit immer mehr Abgaben gesegneten Klosters und sorgten nach Kräften dafür, dass immer mehr traditionelle Arbeiten statt von München von Laienhelfern verrichtet wurden.
00:09:53: Am rasant gestiegenen Weinkonsum ließ sich die neue Lebensart leicht ablesen.
00:09:58: Lambert versuchte zwischen den beiden Gruppen zu vermitteln – was ihm gründlich misslang.
00:10:04: Die erbitterten Anfeindungen üblen Verdächtigung und brisanten Vorwürfe wurden immer heftiger, doch der Abt Da haben sich immer wieder aus der Schusslinie, in dem er sich um Sankt Pantalion in Köln kümmerte und das administrative – und damit auch die innere Ausrichtung der glattbacher Abteil den Prior überließ.
00:10:24: Und der schickte seinen Zellerer nach vorne also Lambert.
00:10:28: Er selbst war innerlich ebenfalls zerrissen.
00:10:31: Lambert als Schüler von Anno, dem Lehrer- und Priester wollte es am liebsten noch Radikale haben mit dem Verzicht auf Wohlstand und mit der Konzentration auf das Gebet und die Armenhilfe.
00:10:43: Lambert als sporadischer Unterstützer von Anno, dem Organisator von Reichsdingen hatte den Einfluss zu Schätzen gelernt, den die Kirche auch in weltlichen Dingen zur Ehre Gottes geltendzumachen vermochte, wenn sie nur reich und mächtig genug war.
00:10:59: Er sehnte sich danach diesen inneren Zwiespalt einmal am Tisch seines Bruders und seiner Schwägerin einen ganzen Arm lang zu besprechen.
00:11:07: In Gladbach hörte er Meinung nur von der einen oder von der anderen Seite.
00:11:11: Ein Blick von außen, von Menschen den er vertrauen konnte, fehlte ihm seit Monaten.
00:11:17: Eine neue Markt öffnete ihn.
00:11:19: Was wünschst ihr?
00:11:20: fragte Sarah.
00:11:22: Hinter ihr Salambert wie ein kleiner blonder Junge sich an einer Truhe hochzog und in Fremden an der Tür anstrahlte.
00:11:30: Mein Gott!
00:11:30: Ist das
00:11:31: Johannes?!
00:11:32: sagte Lambert und wollte schon an ihr vorbeistürmen, doch sie stellte sich ihm beherzt in den Weg.
00:11:37: Und wer seid ihr?
00:11:39: Ich bin sein ... äh... Onkel!
00:11:42: Lambert heiße ich, erklärte er und gab Sarah die Hand.
00:11:47: Ah der berühmte Lambert sagte nur entschuldigt bitte aber ich bin noch recht neu hier im Haus der jungen Kaufleute.
00:11:54: Kein Problem, ich komme jetzt häufiger hoffe ich zumindest.
00:11:59: Er ging mit einem Strahlen im Gesicht auf den kleinen Jungen zu, fasste ihn an seinem ziellichen Körper und hob ihn hoch.
00:12:04: Sofort begann Johannes zu weinen.
00:12:07: »Wer ihn so selten besucht muss!
00:12:10: Mit sowas rechnen« sagte Elz mit freundlicher Stimme, nahm ihm ihren Sohn ab und zog Lambert an sie beide heran.
00:12:18: »Meine Lieblingsschwager – wie schön!«.
00:12:20: Sie sah vorsichtig zu Sarah hinüber und als diese auf dem Platz vor dem Haus schaute, gab sie Lambert schnell einen Kuss auf den Mund.
00:12:28: Lambert schaute entsetzt, blickte sich auch zu Tür herum und lächelte.
00:12:33: – Stehen kann unser Johannes also schon!
00:12:36: Versuchte er auch schon zu gehen?
00:12:39: Elz stellte ihren Jungen auf den Boden.
00:12:41: Lambert ging in die Hocke und breitete die Arme aus.
00:12:44: Doch Johannes drehte sie schnell um und ließ sich gegen Elz fallen.
00:12:48: Wenn du bis zu deinem nächsten Besuch wieder so lange brauchst wie seit deinem letzten Besuch in Gladbach dürfte er dir schon davon laufen, sagte sie und blinzelte ihn an.
00:12:58: Robert und ich wollen übrigens bald einen Bruder oder eine Schwester für Johannes, das ließ Lambert zusammenzucken.
00:13:04: Du auch?
00:13:05: fragte Els und beobachtete dabei wie auch Sarah gespannt zuhörte.
00:13:10: Ich ... ja natürlich wenn ihr das wollt will ich euch gerne unterstützen mit meinen Gebeten.
00:13:17: Das wäre schön sagte Els.
00:13:21: Robert ist übrigens am Hafen und bewahrt das Anland neuer Waren aus London berichtete sie.
00:13:27: Darf ich ihm etwas ausrichten oder kannst du so lange warten bis er kommt?
00:13:31: Ich muss eigentlich schon sehr schnell wieder zurück.
00:13:34: Der Reiskaplan hat mich gebeten, ihn an der Baustelle der neuen Kirche hinter dem Dom zu treffen.
00:13:41: Maria Adgradus?
00:13:42: Ganz genau!
00:13:43: Du kennst sich offenbar schon gut aus.
00:13:46: Diese Familie steht im Zentrum der Stadt – der entgeht nichts.
00:13:51: Dann hat es die Öther Müllers Tochter ja wohl vorzüglich angetroffen, meinte
00:13:55: Lambert.".
00:13:57: Nur nicht so überheblich, Herr Zellerach entgegnete Els vergnügt.
00:14:02: Mit besten Gefühlen ging Lambert vom Haus an der hohen Straße zurück zur Kirche Ategradus.
00:14:07: Der kleine Knabe hatte ihm zum Abschied vom Arm seiner Mutter in der Tür stehend freundlich hinterhergewunken.
00:14:14: Erst nach einer halben Meile fiel Lambert auf was ihn die ganze Zeit zu schaffen gemacht hat.
00:14:19: Das dunkle Haar das gut dem Rot seiner Mutter hätte folgen können war inzwischen blondem Gewichen.
00:14:26: Hoffentlich änderte sich da noch etwas in Richtung Roberts dunklen Haaren.
00:14:30: So oft er sich das Gesicht von Johannes in Erinnerung rief, konnte auch schon starke Ähnlichkeit zu seinem eigenen Mund seiner eigene Nase ausmachen.
00:14:39: Jeder Vater hätte sich darüber gefreut – Lambert begann sich davor zu fürchten!
00:14:46: Die Besprechung an der Kirchenbaustelle fiel aus.
00:14:49: Anno hatte mit Erzbischof Hermann das Gespräch über den Fortgang des Kirchenbaus zum Andersnehmen wollen, mit ihm über die Positionierung des wichtigen und einflussreichen Erz-Bistums im jüngsten Streit zwischen Papst und Kaiser zu sprechen.
00:15:04: Kaiser Heinrich III.
00:15:06: hatte ihn nach Köln geschickt um dezent vorzufühlen wie das geplante Treffen im September in Goslar so vorbereitet werden könnte dass daraus der Weg zur Versöhnung möglich wurde.
00:15:16: Doch der Erzbischof sei völlig entkräftet und ernsthaft krank, hieß es.
00:15:21: Anno nutzte die Begegnung um Lambert nach den jüngsten familiären Entwicklungen zu befragen.
00:15:26: Er gratulierte ihm zu seinem Neffen und wusste sofort wie wichtig das für die einfußreiche Kölner Kaufmanns Familie war endlich einen Stammhalter gefunden zu haben.
00:15:36: Dann sorg mal dafür dass sein Bruder noch viele weitere Kinder zeugt, sagte Anno aber mit dem Kopf schon wieder woanders.
00:15:43: Weil Lambert bemerkte, dass er seit einer ganzen Weile ins leere Sprach reusperte er sich und fragte dann direkt – Woran denkt ihr Herr?
00:15:53: Ach ich mache mir gerade nur Gedanken wen der Kaiser wohl in die engere Wahl zieht wenn sich Hermann von dieser Krankheit nicht mehr erholen sollte.
00:16:02: Er schmunzelte.
00:16:03: Er hat schon etwas angedeutet….
00:16:06: Andeutung wäre eine zu schwache Formulierung!
00:16:09: Dann werdet Ihr noch lebt Hermann.
00:16:14: Eine Woche später, am Elfen Februar, Tausendsechsendfünfzig leutete an St.
00:16:19: Petrus die Todenglocke.
00:16:22: Mit einundsechzig Jahren hatte sich der Erzbischof auf seine letzte Reise begeben.
00:16:27: Für Köln war er genau der Richtige gewesen.
00:16:30: Als Sohn des Pfalzkrafen Ezu von Lotring und dessen Frau Matilde war er zugleich Enkel von Kaiser Otto II und dessens Frau Theophanu gewesen.
00:16:42: Als sich eine Abordnung der Kölner Oberen mit Lamberts Vater an der Spitze, mit dem Bischofsstab auf den Weg nach Koblenz machte um den dortweilenden Kaiser um einen würdigen Nachfolger zu bitten waren unterwegs zahlreiche mögliche Kandidaten gehandelt worden.
00:16:58: Köln war in seiner Bedeutung noch mehr gewachsen.
00:17:02: da würde ein geringerer als ein anderer Angehöriger der Kaiserfamilie nicht reichen.
00:17:07: Fast einen Dutzend Namen hatten die Kölner unterwegs diskutiert, die Vorzüge und Nachteile der Kandidaten erörtert.
00:17:15: Doch als sie in Koblenz ankam – und der Kaiser sie nur sehr kurz empfing, um sie der Form halber zu hören – wirkte er so, als sei die Entscheidung längst gefallen!
00:17:26: Lambert war mit seinem Vater gereist.
00:17:28: auch Anno war in Koblenz wie es ihn zu sich rufen.
00:17:32: Er saß an einem kleinen hölzenden Tisch eine Bibel vor sich und schaute die ganze Zeit auf einen Ring an einem Finger seiner Hand.
00:17:41: War es etwas schon geschehen, fragte sich Lambert und näherte sich vorsichtig.
00:17:46: Darf ich dir etwas zeigen mein treuer Freund?
00:17:49: fragte Anno und zog sich den Ring vom Finger.
00:17:52: Erreichte ihn Lambert.
00:17:54: Im Innern befand sich eine Gravur.
00:17:57: Henrikus Imperator Anoni Archie Pescopo entzifferte Lambert Also Kaiser Heinrich dem Erzbischof Anno.
00:18:07: Ich habe bereits ein kleines Pergament aufschreiben und deinem Abt schicken lassen, er wird auf dich verzichten müssen.
00:18:14: ich brauche dich als mein Berater.
00:18:17: Ich könnte dir auch ein offizielles Amt anvertrauen aber dann wärst du eingebunden in Hierarchien und Pflichten.
00:18:23: Ich denke das es für mich und für Dich besser ist wenn Du mehr abseits der Formalitäten den Rücken frei hältst und mir den nötigen Spielraum zur Lösung schwierigster Probleme verschaffst.
00:18:35: Einverstanden?
00:18:36: Sehr gerne, sagte Lambert.
00:18:39: Armen hörte er von Anno, der sich erhob um mit der Kölner Abordnung Kontakt aufzunehmen.
00:18:46: Soll ich das nicht ein wenig vorbereiten?
00:18:48: fragte Lambert.
00:18:50: Das kann ich schon selbst!
00:18:52: sagte Anno aufbrausend.
00:18:54: Lambert ahnte, dass die nächsten Jahre oder Jahrzehnte nicht einfach werden würden.
00:19:01: Als Anno sich den Kölnern als ihr neuer Erzbischof vorgestellt und als erstes verfügt hatte, alles für eine angemessene Weier am dritten März vorzubereiten, ahnte er es nicht mehr nur.
00:19:13: Er wusste es!
00:19:15: Sauer zogen die Kölne ab.
00:19:17: Schon in der Tür hörten Anno und Lambert sie schimpfen.
00:19:20: – Anno?
00:19:21: Wer ist schon
00:19:22: Anno?!
00:19:23: Irgendein daher gelaufener aus dem verärmten Kleinhadel!
00:19:27: Und ein anderer pflichtete bei.
00:19:30: Einer wie der passt nicht zu uns!
00:19:34: In der Schankwirtschaft am alten Markt ging es einen Abend später hoch her.
00:19:40: Das ist eine Kampfansage des Kaisers an unser Köln, sagte Mombard ein schon älterer Kaufmann von der Hohenstraße.
00:19:48: Frühere Könige und Kaiser haben uns ihre Brüder geschickt, ihre Enkel oder wenigstens Mitglieder führender Fürstenhäuser Und Heinrich beruft diesen Anno.
00:19:59: Was ist er eigentlich?
00:20:01: Ich habe mich erkundigt, ergänzte sein Sohn Friedrich.
00:20:04: Er ist ein Mediani von der schwäbischen Alp – er kommt somit aus einer mittleren Adelsschicht!
00:20:10: Die Familie hatte also nicht das Geringste zu sagen, bestand vermutlich selbst nur aus besseren Schafzüchtern.
00:20:18: Höre sich das eine an, sagte Gebhardt, der Wohlhändler vom Neumarkt.
00:20:22: Er goss sich einen weiteren Becher Wein an was Wolbert verächtlich blickend
00:20:26: beobachtete.".
00:20:28: Der Händler war bekannt dafür, sich rasch zu betrinken und dann die Leute aufzupeitschen.
00:20:33: Heute Abend würde er nicht viel zu tun haben.
00:20:35: Die Kaufleute waren bereits verärgert genug.
00:20:38: Ihre Wortmeldung dreht sich aufgeregt um die Frage ob die Einwohnerschaft von Köln geschlossen der Einführung des neuen Erzbischofs fern bleiben solle, um ein Zeichen zu setzen, nicht alles mit sich machen zu lassen.
00:20:53: Freunde!
00:20:54: meldete sich nun volber zu Wort.
00:20:56: Ihr wisst, dass ich gestern den Koblenz genauso empört war wie ihr.
00:21:00: Aber ich habe inzwischen lange mit Lambert gesprochen.
00:21:03: Er kennt Anno schon seit er bei ihm als Schollaster in Bamberg gelernt hat.
00:21:07: Lambert hält sehr viel von ihm denn Anno gehört zu demjenigen die die Kirche reformieren und die verlotterten Sitten mit aller Kraft bekämpfen wollen.
00:21:17: Hört hört da hat Anno nicht nur den Lambert sondern gleich auch seinen Vater gekauft!
00:21:21: höhnte Gepard und erntete dafür lebhaften Beifall.
00:21:26: Das Gephard, das in seinem Zustand nicht mitbekommt ist leicht verständlich aber ihr Andern könntet ruhig auf das hören was ich gerade gesagt habe.
00:21:34: Anno will die Kirchenangelegenheiten auf das konzentrieren was Aufgabe des Glaubens ist.
00:21:40: Jedenfalls ist mein Sohn davon überzeugt!
00:21:42: Und wer könnte davon den Köln am meisten profitieren?
00:21:46: fragte Wolbert und erreichte dass nun alle aufmerksam zuhörten.
00:21:50: »Wir natürlich« rief er in die Runde.
00:21:54: »WIR sollten ihm also eine Chance geben und sehen, was er macht!
00:21:58: Sein Einfuß beim Kaiser spricht ebenfalls dafür, dass wir von Anno als Kölner Erzbischof profitieren können, fügte Wolbert hinzu.
00:22:07: Wenn er diese Chance nicht nutzt, bin ich der erste, der gegen ihn aufsteht.
00:22:11: Verlasst Euch drauf!«.
00:22:13: Wolbert prostete den anderen Kaufleuten zu, die nun ebenfalls die Becher oben und zustimmend momelten.
00:22:20: Gephardt sagte nichts mehr.
00:22:24: Elz konnte ihr Glück kaum fassen, dann bist du jetzt ständig in meiner Nähe und kannst uns jederzeit besuchen kommen?
00:22:31: fragte sie Lambert als er mit der Nachricht von seiner Berufung zum Berater des neuen Erzbischofs zu seinem Bruder und dessen Frau gekommen war.
00:22:39: Das ist wirklich mal eine gute Nachricht, sagte auch Robert.
00:22:42: Leise fügt er hinzu.
00:22:44: Und was die Familie anbelangt Eine noch viel bessere.
00:22:49: Unsere Eltern haben schon kritisch gefragt, ob Johannes unser einziges Kind bleiben soll.
00:22:55: Lamberts Gesicht lief Feuerrot an.
00:22:58: Ich weiß nicht, sagt er unschlüssig.
00:23:01: Elz schaute sich im Raum um und als sie niemanden außer ihnen dreien und Johannes sehen konnte drängte sie Lambert sanft aber bestimmt Stufe für Stufe die Treppe hoch.
00:23:12: »Du hast noch gar nicht richtig unser neues Haus bewundern können«, sagte sie als sie die Tür zum Schlaf gemacht öffnete.
00:23:21: Rasch hatte sie sich ihrer Tuniker entledigt und begann Lambert zu entkleiden.
00:23:27: »Du musst doch auch eine unstellbare Lust haben, wo wir uns schon so viele Monate nicht mehr richtig gesehen haben!« flüsterte sie ihm ins Ohr, während sie seine Hände auf ihre nackten Brüste legte.
00:23:40: Augenblicklich durchfuhr es ihn.
00:23:43: Er umarmte sie, säufzte und küsste sie lang und leinschaftlich.
00:23:48: Es dauerte nicht lange und sie lagen verschwitzt nebeneinander im Bett.
00:23:53: Plötzlich hielten beide den Atem an weil sie auf der Treppe Stimmen gehört hatten.
00:23:59: Darf ich euch einen Tee machen oder möchtet ihr lieber ein Dünnbier?
00:24:03: rief Sarah in Richtung der verschlossenen Tür.
00:24:15: Weiter geht es an dieser Stelle mit Episode twenty-neun in der nächsten Woche.
00:24:21: Wenn Ihr so lange nicht warten wollt, das ganze Buch im Zusammenhang lesen oder verschenken wollt auf www.d-uda-sager.de Erfahrt Ihr wie es gedruckt oder als E-Book bekommt?
00:24:36: Wir wünschen Euch eine spannende Lektüre!
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