Die Uda-Saga, Band 1, Episode 26

Shownotes

Elß hat der verheerenden Anschlag überlebt. Aber um welchen Preis! Sie will so von niemandem gesehen werden, besteht darauf, im Pferdestall ihres Mannes ihre Verletzungen zu pflegen. Verblüfft stellt sie fest, dass sie ihr Kind bei der brutalen Übergriffen doch nicht verloren hat. Mit Hilfe ihres Mannes schafft sie es unter allergrößten Schmerzen, das falsch herum liegende Kind kurz vor der Geburt zu drehen. Ein neues Leben beginnt - mit überraschenden Erkenntnissen über das Leben von Tünn, dem Pferdeknecht.

Transkript anzeigen

00:00:12: Herzlich Willkommen zur Episode XXVI von ELZ.

00:00:17: Das ist der erste Band der Udasager, jenem neuen historischen Roman vom Niederrhein mit der besonderen Perspektive.

00:00:26: Taucht ein in das spannende Leben der ganz normalen Menschen – den Bauern und Bürger, Soldaten und wie sie im elften Jahrhundert und in vielen Generationen danach ihren Alltag erlebten!

00:00:40: Vor dem Hintergrund der realen Ereignisse begleiten wir zusammen diejenigen, Die-Uda-sager.de.

00:01:17: Also los, mit Episode XXVI von ELZ hatte die Brandwunden an Bauch, Rücken, Armen und Beinen mit einer Salbe eingerieben und alles neu gewickelt.

00:02:03: – Sach alt!

00:02:05: Ells wat es?

00:02:06: The badest is och du Und hälf hoch auf den endlich Blackevils!

00:02:12: Es war hier anfangssichtig schwergefallen Die Kölner Mundart zu verstehen, die Thünn von der Metropole am Rhein in das Dorf an der Niers mitgebracht hatte.

00:02:21: Thünn beherrschte aber auch das niedereinige Deutsch und hatte die Sätze dann stets wiederholt und klargemacht, dass Seen zum Beispiel Blicke hieß.

00:02:31: Und Lambert im kölzischen Sprachgebrauch oft Bethes genannt wurde.

00:02:36: Doch auch dieses Mal bekam er von der seltsamen Frau nur ein energisches Kopf schütteln – sie wollte Lambert nicht sehen!

00:02:43: Und die Gespräche mit Robert waren immer schon nach wenigen Setzen beendet….

00:02:48: Diese Frau schien lieber tot sein zu wollen und hatte darauf bestanden, im Stall beim Vieh untergebracht zu werden.

00:02:55: »So soll mich keiner sehen!« hatte sie flüsternt als Begründung stets wiederholt.

00:03:01: Dabei zeigte er Körper zugleich offenbar einen unglaublich starken Lebenswillen wie Robert und Lambert immer wieder erfahren durften, seit sie am Morgen nach der Hochzeit fast zeitgleich die Katastrophe in Öd entdeckt hatten.

00:03:14: Schon in der Nacht war Flora aufgeschreckt.

00:03:17: Die Hündin von Els war wie vernarrt in Robert und hat ihn auch nach Süchteln begleitet.

00:03:22: Doch plötzlich war sie aufgeschreckt, und wie von Sinnen durch die Reisegesellschaften im Hütten-und-Zeltdorf auf den Süchtelner Höhen gerannt.

00:03:29: Nach dem Robert seine Eltern dazu gebracht hatte der Gräfin ein anderes Haus in Köln anzubieten – und ihm die geplante neue Unterkunft für den Fall einer Rückkehr nach Kölne zu belassen hätte er eigentlich wieder aufbrechen und den Rest der Nacht in der Mühle in Öd verbringen können!

00:03:46: Doch weil der Mond hinter dichten Wolken verschwunden war, hat er das Angebot dankend angenommen auf einer der Schlafstätten für Pilger zu nächtigen.

00:03:54: Diese Entscheidung würde er noch lange bereuen, denn seine Frau war mehr tot als lebendig, als er sie am frühen Morgen in Öd wieder sah.

00:04:03: Das Feuer war zwar gelöscht aber umso heißer schien es auf der Haut von Els zu brennen allerdings nur dort wo noch größere Reste der Haut vorhanden waren.

00:04:13: An den Beinen hatte sie etliche Stellen ohne Schmerzen, denn dort schien Vieles völlig zerstört.

00:04:20: Als die Dorfbewohner Sie in frische Tücher gewickelt hatten war ihnen das Ausmaß der Verbrennungen klar geworden und sie hatten zu Beten begonnen um ihre Seele angesichts des offenbar kurz bevorstehenden Todes Gott zu empfehlen.

00:04:35: Wenig später war auch Lambert eingetroffen und hatte sofort entschieden, Els so nach Gladbach zu bringen wie es auf ihre Empfehlung hin Jahre zuvor mit Waldrick geschehen war.

00:04:45: Sehr vorsichtig in ein schnell herbeigeschafftes leichtes Boot und dann nirschaufwärts paddelt ziehend und tragend bis zum Abteiberg Der Hospitarius also der Leiter der Krankenstation hat er zunächst abgewunken Die Brandwunnen seien viel zu groß als das ein starker und widerstandsfähiger Mann sie überleben könne.

00:05:04: und hier handelte es sich ja nur um eine einfache Frau vom Land.

00:05:08: Das wäre das Ende gewesen, wenn sich Lambert den Mitbruder nicht gepackt und ihm den Auftrag erteilt hätte, dieses Geschöpf Gottes im Namen der heiligen Mutter Maria zu retten – sich so darum zu bemühen als hing das Seelenheil aller Münche in Gladbach davon ab!

00:05:25: Für das Besorgen von zusätzlichen Salben unter Arznein hat er ihm einen dicken Geldsack in die Hand

00:05:30: gedrückt.".

00:05:31: fragt nicht woher und wofür, fangt endlich an, lautete seine Aufforderung.

00:05:38: Tatsächlich hatte sich Els nach drei Wochen erstmals leicht aufrichten um mit großem Erstaunen die Wölbung an ihrem Bauch vorsichtig befühlen können.

00:05:46: Hatte sie das Kind doch nicht verloren?

00:05:49: Wie sehr mochte Gott dieses Geschöpf ihrer Liebe wenn er Unmögliches an ihr zeigte!

00:05:56: Bald schon hatte sie auch erste Bewegungen gespürt.

00:05:59: Trotzdem empfand sie sich selbst nicht mehr als Elz, sondern nur noch als ein Haufen aus elend- und stinkendem Fleisch.

00:06:07: Das Liegentat ihr weh, das Bewegen, das Wasserlassen – das Stehen, das Gehen!

00:06:12: Und dann hatte Gott vor kurzem sein Verlangen hinzugefügt, dass Sie zu all den Schmerzen auch noch eine Wehe nach der anderen zu ertragen hatte.

00:06:21: Er wollte dieses Kind Auch wenn alle sie eingeschlossen nicht mehr glaubten, dass ein gesunder Mensch das Licht der Welt erblicken würde.

00:06:31: Vielleicht war sie ungerecht gewesen zu Hans, als Sie ihn bei einem Besuch nach dem Flandernfeld zu gebeten hatte, das mit der Mühle verimmert zu vergessen – ungerecht zu Robert!

00:06:41: Als sie von ihm verlangte, sie nicht in irgendeiner Kammer sondern im Stall unterzubringen, wo eine wie sie hingehöre….

00:06:48: Ungerecht zur Lambert, dem sie ins Gesicht geschrien hatte, sie bloß nie mehr zu besuchen und lieber die Ells im Kopf zu behalten mit der Sie jetzt nicht das Geringste mehr zu tun habe.

00:06:59: Sie würde dieses Kind zur Welt bringen!

00:07:02: Und dann bei nächster Gelegenheit zur Ende bringen voran die Knurros und Luchos dieser Welt nun schon zum dritten Mal knapp gescheitert waren.

00:07:12: Sie hatte als einfaches Mädchen vom Land unverhofft mehr Glück erfahren dürfen als viele andere... Und so würde sie vor Gott treten, sollte er doch entscheiden, ob sie wirklich für alle Zeiten in der Hölle brennen würde wie es allen drohte die Selbsthand an sich legten.

00:07:29: Aber es brannte jetzt auch schon und zwar höllisch – jeden kleinsten Augenblick nicht seit Tagen, nicht seit Wochen sondern seit Monaten!

00:07:38: Es war mehr als ein Mensch allein zu ertragen vermochte.

00:07:42: Und dann kam auch schon die nächste Wehe, es schmerzte brutaler als sie es sich jähde vorstellen können.

00:07:49: Sie begannen ihren Bauch abzutasten – da!

00:07:52: Die nächste Wehre.

00:07:53: und wieder waren die Schmerzen kaum auszuhalten.

00:07:58: »Jet los, Watt« hörte sie tünn wie durch eine dichte Nebelwandfragen.

00:08:03: »Ich john ins der Heaven-Holle watt?

00:08:06: Den wehen willst du holen?« fragte Elze und stöhnte erneut auf.

00:08:11: Die Hebamme übersetzte Thünn, sie nickte.

00:08:15: Ein Anflug von Dankbarkeit breitete sich in ihrem Gesicht aus.

00:08:19: Doch im nächsten Augenblick riss sie entsetzt die Augen auf!

00:08:23: Denn beim Abtasten ihres Bauches war ihr klar geworden, dass Ihr Kind falsch herumlag – deshalb auch die wahnsinnigen Schmerzen.

00:08:30: Sie mußte das Kind drehen.

00:08:33: Die wenigsten Hebammen beherrschten das So weit fortgeschritten.

00:08:37: während der Geburt bekam er das kaum mehr hin, weil der Hintern des Kindes schon unten feststeckte.

00:08:43: Also würde die gute Frau gleich zum Kaiserschnitt ansetzen, den vermutlich misgebildeten Körper aus ihr rausschneiden und sie selbst ruhig verbluten lassen.

00:08:52: Dann wäre auch das geschafft – und Sie könnte mit größerem Selbstbewusstsein vor Gott treten!

00:08:58: Er hatte wirklich an alles gedacht, brachte alles in die richtigen Bahnen.

00:09:03: Helz begann leise zu beten….

00:09:05: Hoffentlich kam die Hebamme, bevor ihr Kind und sie gleichzeitig bei der Geburt starben wie es so oft bei vergleichbaren Schwangerschaften geschah.

00:09:14: Vielleicht war's ja doch keine Missbildung – und würde die Familie von Robert und seinen Eltern in die nächste Generation führen?

00:09:22: Wenn es ein Sohn wäre und er die Talente seiner Eltern geerbt hätte, wäre er sicher der ideale Kaufmann!

00:09:30: Die Abfolge dieser Gedanken brachte neue Kraft in den Körper von Els.

00:09:35: Zu gerne würde sie ihren Sohn wenigstens einmal sehen, bevor er aus der Welt schied.

00:09:41: Zu gerne wüsste sie, ob er gesund und kräftig wäre, bevor Sie sich von ihm verabschiedete!

00:09:47: Zu gerne wurde sie dabei noch einmal in das Gesicht von Lambert blicken, ihn ein letztes Mal küssen – auch wenn er sich anschließend angewidert wegdrehen würde.

00:09:58: Aber sie musste ihn zugleich bitten, ihr in Ihren letzten Momenten die Beichte abzunehmen... Sie hätte viel zu beichten.

00:10:05: Besonders das, was sie in den Monaten, in denen sie hilflos ihren Gedanken ausgeliefert war und sich nicht durch Arbeit davon ablenken konnte immer wieder in den Kopf gekommen war – wie sie Knodo tötete, ihn verscharrte!

00:10:19: Mehr als einmal hatte sie sich dann an ihrem nackten Hals gegriffen.

00:10:23: Ihre Kette würde sie irgendwann als seine Mörderin entlarven.

00:10:27: Sie musste beichten um ihren Seelenfrieden gefunden zu haben bevor sie sich aus dieser Welt verabschiedete.

00:10:35: Wieder eine Wehe!

00:10:36: Sie richtete sich auf gegen den Schmerz und verstärkte ihn nur noch, sie durfte nicht pressen – sie mußte, mußtet diesen Menschen erst zurück in ihren Bauch drücken auch wenn es ihnen beiden noch so große Schmerzen bereitete.

00:10:50: Nur dann hatte sie die Chance, den kleinen Körper ein wenig zu drehen sodass er hoffentlich selbst den Rest erledigte und den Kopf dort hinbrachte wo er jetzt eigentlich hätte sein müssen.

00:11:01: Die Pause zwischen jeder Wehe nutzte sie jetzt, um das was unten raus wollte gegen einen immer stärker werdenden Schmerz nach oben zu ziehen.

00:11:10: Zu drücken, zu kneten den kleinen Körper Stückchen für Stückchen nach links zu drehen.

00:11:16: Was hatte Grasiana ihr noch einmal eingeschärft?

00:11:19: Macht das nicht zum Schluss wenn es zu spät ist!

00:11:22: Macht das möglichst Stunden davor und lagere das Becken der Frau so hoch wie möglich damit es der Säugling beim Drehen bequemer hat.

00:11:32: Elz hörte Stimm, Robert kam mit mehreren Mäkten zu ihr auf den Boden geklettert.

00:11:37: So sollte er sie am allerwenigsten sehen!

00:11:41: Doch es half nichts.

00:11:43: »Welking hoch?

00:11:45: Was drunter

00:11:48: legen?!«

00:11:49: stammelte sie jedes Wort von einem schmerzhaften Stöhnen unterbrochen.

00:11:54: Robert verstand nicht, was sie meinte.

00:11:56: Dafür schaltete eine Mark sofort, stürzte nach unten und griff sich mehrere Pferdedecken, wuchtete einen nach der anderen nach oben und bat Robert sie zu Rollen zu drehen und unter das Becken von Els zu legen.

00:12:07: Das Stroh um sie herum war inzwischen eine einzige blutige Masse.

00:12:12: Auch einige verkrustete Brandwunden waren wieder aufgebrochen.

00:12:15: Trotz der Schmerzen, die nun so stark wurden, dass sie jeden Moment mit einer Ohnmatt rechnete, spürte Els die zunehmende Entspannung ihres Kindes.

00:12:26: Nur noch ein kleines Stück und sein Po würde wohl ganz von allein nach oben gleiten – eine neue Wehe presse das Kind in Seitenlage nach unten!

00:12:35: Das würde einen Kaiserschnitt unumgänglich machen.

00:12:39: Gleichzeitig hatte er Kinder nur noch wenig Zeit wenn es das Manöver überleben sollte….

00:12:46: fest.

00:12:47: Bart Ells und zog Roberts Hand an ihre Seite, wo die Wölbung nun weit aus dem Bauch ragte.

00:12:53: Jetzt!

00:12:54: Nach oben fest!

00:12:56: Ganz fest!

00:12:58: Robert drückte.

00:12:59: FESTER!

00:13:00: Rief Ellz und schrie vor Schmerz.

00:13:03: Robert drückt fester.

00:13:05: Spürte, wie sich etwas bewegte.

00:13:07: Noch FESDER!

00:13:09: Schrie Elles und merkte, wie die nächste Wehenahte.

00:13:12: JEEEEEEZ!

00:13:14: Brüllte sie.

00:13:15: Die Wehe erfasste das Kind, kurz nachdem sein Kopf sich Richtung Ausgang gedreht hatte und preste es schon fast hindurch.

00:13:23: Els spürte wie das Geweber ist – sie hatte oft davon gehört, wie schmerzhaft dieser Moment für jede Gebärende war.

00:13:29: Doch für sie war's wie eine Befreiung, kaum zu merken angesichts der vielen anderen Schmerzen, denn nun rutschte das Kind sofort nach draußen!

00:13:39: Geistesgegenwärtig fing es die Markt auf, griff nach dem von der anderen Markt angereichten Eimer mit Wasser und wischte dem Kind Blut und Dreck aus dem Gesicht.

00:13:48: Mund-und Nase waren jetzt frei!

00:13:51: Und es tat einen kräftigen Schrei!

00:13:54: Es

00:13:54: lebt!".

00:13:56: Ein Gefühl grenzenloser Dankbarkeit durchfuhr Els.

00:13:59: Ihr schossen die Tränen in die Augen.

00:14:01: Schnell gab die Marc das Kind an Robert weiter, zog die Stoffbein unter dem Becken von Els, legte sie unter ihren Kopf und ihre Schulter und zog vorsichtig an der Nabelschnur.

00:14:11: Bald würde die Nachgeburt ebenfalls im Stroh landen.

00:14:15: Jemand stieg die Stufen herauf!

00:14:18: Könne ich ja wieder gehen oder?

00:14:20: Die Hebamme verschaffte sich einen Überblick über die bizarre Situation – dann nahmen Sie den Mann das Stoffbindel aus der Hand Wickelte es vorsichtig auseinander, füllte an den Händen und an den Füßen, drehte es auf den Rücken und fingerte ein Messer aus einem Tuch ihrer Tasche.

00:14:35: Reichte es Robert?

00:14:37: Hier sagte sie und zeigte auf eine Stelle der Nabelschnur.

00:14:40: einfach durch!

00:14:42: Robert schnitt und die Hebamme wickelten ein weiteres Tuch um den Säugling.

00:14:46: »Mein Glückwunsch ist ein gesunder Junge« bemerkte sie.

00:14:50: »Das nächste Kind kriegt ihr aber bitte im Patero in dem Bett ja?

00:14:55: Mit großer Genugtuung bemerkte Robert, wie die seit Monaten verherrteten Gesichtszüge von Els weicher geworden waren.

00:15:03: Wie sie zu Lächeln begann, nachdem sie ihn so lange nur wütend angeschaut hatte!

00:15:08: Wie sie regelrecht strahlte als sie sah, wie auch Lambert in den Stall kam – Robert ihm das kleine Bündel reichte und der Priester dem kleinen Jungen mit dem Daumen ein Kreuz auf die Stirn zeichnete, ein Gebet sprach und ihn küste.

00:15:23: Seinen Sohn Die Verwandlung hielt an.

00:15:29: Und es schien, dass der Körper von Els durch die Milch, die er schon kurz nach der Geburt eingeschossen war – auch für sie selbst neue Abwehrkräfte gegen die Folgen der Verbrennungen, gegen den Eiter und die Schmerzen ausbildete!

00:15:41: Als die Männer mit dem Jungen den Stall verlassen hatten, bat Els zuerst die Märkte nach unten zu gehen, stieg dann langsam Stufe-für-Stufe die schmale Leiter hinunter.

00:15:55: Sie ließ sich gründlich waschen, sich die Salben auftragen, nahm ein mit Kräutern gegen neue Wunschschmerzen und Entzündungen versehenden Lappen zwischen ihre Beine.

00:16:04: Und ließ sie vorsichtig weiche Kleidung umlegen.

00:16:07: Erstmals seit Monaten lehnte sie die wärmenden Lederstiefel auch nicht mehr ab – und wechselte mit ihnen von Thönn und einer Marktgestützt in ihr Zimmer, zog sie vorsichtlich wieder aus und legte sich ins Bett!

00:16:23: Robert kam zu ihr Das schreiende Kind auf dem Arm.

00:16:27: »Er hat Hunger!

00:16:28: Ich habe nach einer Amme suchen lassen, wenn es gerade eine gibt hier in Gladbach.

00:16:33: Und Thön hat schon eine Idee – dann sollte sie bald da sein.«.

00:16:37: Doch Elz schüttelte den Kopf und machte Robert klar, ihr das Kind in den Arm zu legen.

00:16:42: Sie entblößte eine Brust und bald war das Schreien von schmatzenen Trinkgeräuschen abgelöst.

00:16:48: Ein wohliges Gefühl durchströmte den Körper, der eben noch von unerträglichen Schmerzen gepeinigt worden war.

00:16:56: Sie würde leben und sie würde dieser Familie und sich selbst weitere Kinder schenken – wenn Gottes so wollte!

00:17:04: Offenbar hatte er einen Plan, der größer war als die Knodos und Luchus dieser Welt.

00:17:10: Wie heißt er?

00:17:12: fragte Els.

00:17:13: Ich weiß nicht, sagte Robert.

00:17:16: Vielleicht nach meinem

00:17:16: Vater?!

00:17:17: »Also, Wolbert?« Hils rundselte die Stirn.

00:17:21: »Wie hieß dein Großvater?«.

00:17:23: – »Ich glaube Giovanni!«.

00:17:26: Und dessen Vater also der, der aus Italien nach Köln gezogen war?

00:17:31: Meines Wissens nach Ehmfahrts Giovanni.

00:17:35: Also Johannes?

00:17:36: Robert nickte.

00:17:38: »Willkommen, Johannes!«.

00:17:41: Die Wochen verging und die Heilung schien nun mit doppelter Geschwindigkeit abzulaufen.

00:17:46: Robert hatte auf ihre Bitten hin einige Bücher beschafft und mir zusammen begonnen, ihre Fähigkeiten zum Schreiben lesen und Rechnen zu verbessern.

00:17:55: Nur wenn Lambert da war – und das geschah fast jeden Tag – überließ er es immer mehr den beiden sich intensiver mit Lateinenlesen und Schreiben zu befassen.

00:18:03: Niemand sagte ein Wort, wenn Lamberth mit Els am Tisch saßt, den kleinen Johannes an der Brust, und Thünn wortlos mit Robert im Schlafzimmer verschwand.

00:18:12: Beide verschwitzt nach einer Weile wieder raus kam.

00:18:15: Und niemand wunderte es, wenn der kleine Johannes mehr in den Armen seines vermeintlichen Onkels lag als in denen seines offiziellen Vaters.

00:18:24: Die Zeit zwischen den Mahlzeiten und den Besuchen des neuen Priors von Gladbach nutzte Els sich das Dorf näher anzuschauen.

00:18:32: Bei ihrem ersten Besuch vor nun zehn Monaten hatte sie sich so schnell wie möglich nach dem Haus des Kaufmanns durchgefragt und nicht auf die Straßen- und Wege geachtet.

00:18:41: Jetzt betrachtete sie jeden einzelnen Hof und stellte sich mit geschlossenen Augen vor, wie rund um die Abtei eine ganze Stadt entstehen würde.

00:18:50: Wenn sie dann die Augen wieder öffnete, sah sie jedoch, wie weit Gladbach davon noch entfernt war.

00:18:57: Es schien hier verwunderlich, dass Robert das Kölner Stadtkind hier auf dem Dorf so lange ausgeharrt hatte.

00:19:03: Bei einem dezenten Nachfragen war ihn ihr der Verdacht gereift dass sie darauf gesetzt hatten, das Wachsen des Benediktinerordens als zentraler Versorger begleiten zu können und aber ebenfalls immer wichtiger und reicher zu werden.

00:19:18: Doch die meisten Klöster waren auf die Eigenversorgung ausgerichtet, bedient sich zwar inzwischen der Kaufleute um seltene Wehren wie Salz aus dem Norden oder Gewürze aus dem Süden zu beziehen – aber dafür bedurft es keine eigenen Handelsniederlassungen

00:19:33: glattbar.".

00:19:34: Würden Vater und Sohn den Irrtum irgendwann einräumen, Els erinnerte sich wie Maggie mit ihr schon im vergangenen Sommer in Öd darüber gesprochen hatte.

00:19:44: Jetzt hatte sie ihr bei einem Besuch in Gladbach unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass sie ihren Enkelsohn gerne in ihrer Nähe hätte.

00:19:53: Zwei Monate nach der Geburt ging es Els bereits wieder so gut, daß die Robertvorschlug seine Eltern zu besuchen.

00:20:00: Unterwegs bat sie ihn, ihr Köln genau zu beschreiben, damit sie sich besser darauf einstellen könne.

00:20:07: Dabei hatte sie ihn in so begeisterten Worten von seiner Heimatstadt sprechen hören, dass am Ende des Besuches wohl der Auftrag stehen würde, Ihr Haus in Kölnen für einen Umzug herzurichten.

00:20:19: Wenigstens der Name sollte sie an ihre Heimat den Öd erinnern können.

00:20:24: Das Haus lag an der Hohenstraße, über die man vom Haus der Schwiegereltern am Heumarkt zur zentralen Kirche St.

00:20:30: Peter kam.

00:20:31: Vermutlich würden Maggie und sie nur kurz noch sehr versteckte Andeutung machen müssen!

00:20:37: Und tatsächlich schon am nächsten Morgen überraschten Robert und Wolbert ihre Frauen mit der Nachricht dass sie entschieden hätten, die Dependants in Gladbach zu verkleinern und Robert die Möglichkeit zu geben seinen Sohn schon bald an die Aufgaben eines erfolgreichen Kölner Kaufmannes heranzuführen.

00:20:55: Sie könnten mit ihrem Kind so lange bei ihnen wohnen bis ihr eigenes Haus hergerichtet sei, ergänzte Miggelindt – mit sehr fröhlichem Gesichtsausdruck.

00:21:03: Sie war verwundert als Elsie zwar umarmte und sich herzlich bei ihr bedankte, daß er aber erst noch einmal nach Gladbach zurückmüsse.

00:21:11: Warum?

00:21:12: fragte Robert.

00:21:14: «Wolltest du Islamat nicht persönlich sagen?« erwiderte Els.

00:21:19: »Dem können wir einen Boden schicken, dann kommt er sicherlich an einem der nächsten Wochenenden rüber und ihr könnt es hier alles besprechen, wandte Wolbert ein.

00:21:31: –Ich muss mich doch noch um die ganzen Kräuter kümmern!« sagte Els und wuß demselben Augenblick das sie sich nicht gerade überzeugend anhörte.

00:21:42: Da fiel jedoch auch Robert ein, welche Vorteile es hätte während der Umbauarbeiten erst einmal noch in Gladbach zu bleiben statt mit seinen Eltern und deren Bediensteten unter einem Dach zu wohnen.

00:21:53: Und Els hatte noch etwas anderes vor was sie von Gladbach aus unternehmen wollte.

00:21:58: Sie hatten in Köln zusammen ihren Geburtstag gefeiert.

00:22:05: Die ganze Rückreise über versuchte sie sich vorzustellen, was Außerschlüsselblumen Auserwählte und Helferinnen miteinander verbannt – und ihre Mutter so am Herzen lag.

00:22:17: Nicht mehr lange?

00:22:19: Dann würde sie es endlich erfahren!

00:22:24: XXIII.

00:22:25: Kapitel.

00:22:26: Wieder Mal eben alleine nach Öd Was noch ein Jahr zuvor so einfach zu sein schien Bereitete Els nun schier unlösbare Probleme.

00:22:39: Sie hatte Robert gesagt, mit Johannes nach Öl zu wollen um ihren engsten Freunden und Verwandten Ihren Sohn vorstellen und selbst an Ort und Stelle überlegen zu können was nun aus der Mühle werden könnte.

00:22:50: Robert hatte sofort angeboten sie zu begleiten doch weil sie tatsächlich nur etwas anderes vorhatte von dem er wirklich nichts wissen durfte hatte sie dankend abgelehnt.

00:23:02: Es sei doch viel wichtiger, daß er nach Köln reite um zu kontrollieren wie es mit dem Herichten ihres künftigen Hauses vorangehe und ob ihre Vorstellung auch berücksichtigt würden.

00:23:12: Daß leuchtete ihm sofort ein – doch bestand der zugleich darauf, dass Thyn sie dann eben begleite.

00:23:19: Nie mehr wieder würde er Sie in Öd allein lassen!

00:23:23: Thyn müsse sein Schwert stets kräfbereit haben, in ihrer Nähe bleiben und dürfe weder Bier noch Wein trinken.

00:23:30: Deshalb überlegte Els fieberhaft, unter welchem Vorwand sie ihn öd mit so vier unter vier Augen sprechen konnte.

00:23:38: Sarens-Els begann Thynne als sie in der Nähe von Nersen eine kurze Rast an der Nirs eingelegt hatten um ihren Pferden vor dem letzten Stück des Weges eine Pause zu gönnen.

00:23:49: Jaa...Thynn?

00:23:50: Els hatte den Burschen längst lieb gewonnen wie ein Freund fast wie ein Bruder.

00:23:55: Er war sehr ordentlich, gar nicht raubeinig wie es von Stallboschen gewöhnlich erwartet wurde und auch sehr gebildet, wie sie unterwegs mehrfach bemerkt hatte als über die Niers ein paar Mühlen, Kirchen- und Dörfer geplaudert und dabei auf die Besitztümer der Abtei Gladbach zu sprechen gekommen waren.

00:24:12: Doch dieses Mal tat sich dünn schwer, die richtigen Worte zu

00:24:16: finden.".

00:24:18: »Du weißt denn doch von Dinge Käl und mir?

00:24:21: Und dat mal!

00:24:22: Wie soll ich

00:24:22: sagen?"

00:24:23: trugst er herum.

00:24:25: »Ich weiß, Thynne.

00:24:26: Und es ist gut so!

00:24:27: Gut für Robert, gut für dich und gut für mich« unterbrach Els.

00:24:32: Sie vermutete, daß er es auch einmal von ihr hatte hören wollen und dachte die Sache bei der niemand mithören durfte damit beendet zu haben.

00:24:40: Doch Thynn wollte offenbar auf etwas anderes heraus.

00:24:44: »Man kenne uns sick fillin yaw!

00:24:46: Ach« entfuhrs Els.

00:24:48: Für sie hatte sich das besondere Verhältnis der beiden Männer irgendwann zwischen Herrn und Knecht einfach so entwickelt und nicht schon seit vielen Jahren bestand.

00:24:57: »Und ich bin extra Stahlbuchsche geworden, damit wir uns immer nur sehen können!

00:25:03: Damit ihr euch immer nahe sein könnt, bis du Stahlbuchsche geworden« fragte Els überrascht.

00:25:09: – Ja, sagte Thünn.

00:25:12: Was wärst du denn sonst geworden?

00:25:14: Mit dir Düssel hätt' ich auch Kaufmann wedekönnen.

00:25:18: Du

00:25:19: Kaufmann?!

00:25:21: Ja... Und dann erzählte Thün, dass seine Eltern jüdische Geldverdauer gewesen seien und sich in Köln hätten niederlassen wollen.

00:25:29: Unterwegs von Mainz kommt aber überfallen, beraubt und ermordet worden sein.

00:25:35: Er habe nur überlebt weil er sich hinter einem Sack mit schon verschimmelten Möhren versteckt hatte.

00:25:40: Die Wegelagere hätten nur in den Möhern herum gestocht und das Weite gesucht.

00:25:46: Er habe dann den Stallburschen eines nahegelegenen Gasthofes gebeten, seine Eltern und ihn zurück nach Mainz zu bringen um sie dort beizusetzen.

00:25:54: Er habe gewusst wo weitere Geldsäcke vergraben worden waren für den Fall dass es in Köln auf Anhieb nicht geklappt hätte.

00:26:01: Bei seinem Onkel in Mainz haben Sie ihm aber nicht gefallen Und mit seiner Tante habe er sich schnell derart zerstritten, dass er das ganze Geld genommen in sein Wams genäht und dann mit einer Pilgergruppe auf einem Schiff nach Köln gefahren sei.

00:26:15: Am Hafen sei ein Kaufmann gerade damit beschäftigt gewesen einen Schiff zu beladen.

00:26:20: Sein Sohn habe ihm dabei geholfen.

00:26:23: Er habe Robert gesehen und sofort gefragt ob er an Bord helfen könne.

00:26:28: Dann seid ihr ein Paar geworden?

00:26:30: fragte Els, die mit Spannung diesen Ausführungen gefolgt war.

00:26:33: – Nicht direkt ever bald!

00:26:37: Und warum sprichst du dann dauernd Kölsch, obwohl du aus Mainz stammst?

00:26:42: Zur Tarnung sagte Thün nun zu ihrer Überraschung.

00:26:46: Aber inzwischen ist es Gewohnheit, außerdem wirkt so alles irgendwie überzeugender, fügte er hinzu.

00:26:52: und weil dich mich eheß ins Metkölsche Stadtbursche rumgetrebe hat, sprach er

00:26:57: weiter.".

00:27:04: Weiter geht es an dieser Stelle mit Episode siebenzwanzig in der nächsten Woche.

00:27:09: Wenn ihr so lange nicht warten wollt, das ganze Buch im Zusammenhang lesen oder verschenken wollt auf www.die-uder-sager.de erfahrt Ihr wie er es gedruckt oder als E-Book bekommt!

00:27:24: Wir wünschen Euch eine spannende Lektüre.

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