Die Uda-Saga, Band 1, Episode 24

Shownotes

Was sich Elß angesichts ihrer Schwangerschaft als Lösung ausdachte, bekommt nun immer mehr Konturen. In der Gladbacher Abtei erhält Lambert dazu sehr erstaunliche Erkenntnisse, auch wenn seine Nachforschungen von einem Unbekannten unterbunden werden sollen. Und plötzlich darf aus Liutfried wieder Hanß werden.

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00:00:10: Herzlich Willkommen zur Episode Vierundzwanzig von ELZ, dem ersten Band der Udersager.

00:00:17: Dem neuen historischen Roman vom Niederrhein mit der besonderen Perspektive.

00:00:22: Sie bezieht sich hier auf die zweite Hälfte des Elften Jahrhunderts.

00:00:27: Taucht ein in das spannende Leben der ganz normalen Menschen – der Bauern, der Bürger, der Soldaten und wie sie im Elfen Jahrhundert und in den vielen Generationen danach ihren Alltag erlebten.

00:00:42: Vor dem Hintergrund der realen Ereignisse begleiten wir zusammen diejenigen, die in der Geschichtsschreibung zu oft, zu kurz gekommen sind.

00:00:50: Deshalb spielt in jedem Band eine starke Frau aus dem Volk die Hauptrolle.

00:00:56: Wir wünschen spannende Stunden mit der Uda-Saga.

00:01:03: Er hört Band eins der Udasager mit dem Titel ELZ.

00:01:08: Wie er ihn als Buch oder E-Book bekommt, erfahrt ihr auf www.di-udar-saga.de.

00:01:20: Also los!

00:01:21: Mit Episode twenty-four von ELZ.

00:01:35: Blitzschnell war er hellwach, schnellte hoch und lief ihm untergewandt wie viele andere Mönche in die Richtung in die alle anderen Randen.

00:01:44: Schon roch er den Qualm, der über den Kreuzgang in die Unterkünfte krocht.

00:01:48: Dann sah er die Quelle!

00:01:50: Die Bibliothek!

00:01:52: Oh mein Gott!

00:01:54: Nicht Waldricks Chronik!

00:01:56: Bitte nicht, oh

00:01:57: Herr!"

00:01:57: bittete er innenbrünstig.

00:01:59: Gerade kippte ein Mitbruder einen großen Eimer mit Wasser auf einen der Lesetische – auf dem gerade noch Feuer hochaufgelodert war.

00:02:08: Aus der Kiste aus Campen.

00:02:11: Zur großen Verwirrung gab es erst eine große neue Flamme, dann viele kleine brände Tröpfchen und dann herrschte Dunkelheit im Raum.

00:02:20: »Gott sei Dank!« sagte der Bibliothekarius, gerade noch einmal Glück gehabt, kein einziges Buch verbrannt – nur diese Folge kritzelten Zettel.

00:02:30: Er war mit einer Kerze aus dem Gang gekommen und bekreuzigte sich.

00:02:34: Dann sah er die Bestürzung im Gesicht von Lambert.

00:02:37: War da etwas wertvolles darunter?

00:02:39: Und warum hast du dann die Kerze daneben brennen lassen?

00:02:42: Das hätte unsere ganze Bibliothek in Brand setzen können.

00:02:45: Lambert schossen Bilder vom Abend durch den Kopf, er – Die Kerze.

00:02:51: mit aller Kraft versuchte er sich zu erinnern.

00:02:55: Der Abt war reingekommen, hat ihm klargemacht ihm unverzüglich zu folgen.

00:03:00: Daraufhin hatte er schnell noch die wenigen Seiten zu den Jahren rund um Tausend Fünfvierzig herausgeholt und in der Tasche seines Obergewandes verschwinden lassen.

00:03:09: Aber die Kerze?

00:03:11: Eigentlich hatte er noch nie im Kloster einen Raum mit einer brennenden Kerze zurückgelassen, wenn nach ihm keiner mehr darin sein würde.

00:03:19: Warum sollte er das dann ausgerechnet in der kostbaren Bibliothek getan haben?

00:03:24: War ihm das in der Eile passiert als er mit seinen Gedanken noch in der Lektüre und den spannenden Erkenntnissen steckte?

00:03:32: Es wollte ihm einfach nichts einfallen – dafür sogar jetzt nicht nur den Brandgeruch ein!

00:03:39: Konnte es sein, dass die Küchengerüche bis hierhin reichten?

00:03:44: Aber wer würde jetzt schon mit Öl hantieren?

00:03:47: Lambert näherte sich dem immer noch qualmenden Kästchen.

00:03:51: Dupfte mit dem Finger in einige der Tröpfchen neben der ausgebrannten Kiste und schmeckte daran Wasser.

00:03:59: Er dupfte in einige andere ... Wasser!

00:04:03: Doch dann Leinöl wie es in der Werkstatt verwendet wird, um die Gerätschaften besser zu konservieren.

00:04:11: Diese Erkenntnis behielt er für sich – da hatte jemand nachgeholfen, um ihn von seinen Informationen abzuschneiden und er wollte nicht dass der Täter von diesem Verdacht gegen ihn wusste.

00:04:25: Verdacht?

00:04:26: Noch etwas anderes schoss Lambert durch den Kopf!

00:04:29: So schnell wie möglich rannte er zu seiner Zelle auf der anderen Seite der Klosteranlage.

00:04:34: Unterwegs verlor er zuerst die eine, dann die andere Sandade.

00:04:37: Das war jetzt nicht so wichtig!

00:04:39: Völlig außer Atem erreichte er seine Schlafstadt – die Tür stand weit offen.

00:04:43: Natürlich hatte sie ja nicht geschlossen als sie alle zum Feuer liefen.

00:04:48: Am Ende des Flures sah eine brennende Kerze.

00:04:51: Eilig holte er sie, betrat seine Zelle und erschrak.

00:04:56: Sein Obergewand war verschwunden… Und damit die Pergamentseiten von vielleicht unschätzbarem Wert.

00:05:04: Sofort lief er zur Wäscherei.

00:05:06: Dort erfuhre er, dass einer der Brüder tatsächlich zu so früher Stunde damit begonnen hatte alle Kutten einzusammeln – von jedem der Bruder!

00:05:14: Insgeheim räumte Lambert ein, das er tatsächlich dringend ein frisch gewaschenes Obergewand brauchte.

00:05:20: Nach dem scharfen Ritt am Vortag hat er gestern bestimmt übel gestunken, während er zuerst in eine Bibliothek gelesen und dann im Refektorium mit den anderen gespeist und erzählt.

00:05:31: Er beobachtete, wie ein Kloster bediensteter alle Taschen der Gewänder lehrte und den Inhalt in einen Eimer warf.

00:05:37: Voll mit Abfällen – offenbar auch aus der Küche!

00:05:41: Sofort stürzte sich Lammett darauf und kippte den Eimer um.

00:05:44: Alles verteilte sich über den Boden eine stinkende Brühe aus Knochen, Schalen entstofffetzen einem Rest Suppe und mittendrin die zusammengerollten Pergamentblätter.

00:05:55: Die Schrift hatte sich schon größtenteils aufgelöst.

00:05:58: Vorsichtig trug Lambert sie ins nahegelegene Refektorium, breitete sie sorgfältig und langsam nebeneinander aus.

00:06:05: Und während sich einige Mitbrüder neugierig um ihn versammelten, versuchte er die wenigen noch erhaltenen Zeilen zu

00:06:12: entziffern.".

00:06:13: Da war von Streit zwischen zwei der einflussreichsten Familien in Öd die Rede, der sich immer brutale entwickelt habe bis die Mühle in Flammen aufging.

00:06:22: Antemolendium combustum errat war im folgenden Satz noch gut zu lesen, also vor dem Brand der Mühle.

00:06:30: Doch dann fehlten einige Wörter bis wieder Domo Montis zu erkennen war.

00:06:35: Als ein Wohnhaus auf einem Berg oder einem Hügel – das musste der von Waldrick erwähnte Brand zuvor in der Höwelburg von Knoto gewesen sein!

00:06:44: Lambert erinnerte sich dass Knotos Frau dabei ums Leben gekommen war und der Hans der Brandstiftung beschuldigte.

00:06:51: Deshalb die Vernichtung der Mühle als Akt der Rache.

00:06:55: Die nächsten Zeilen waren so verwischt, dass kaum etwas zu lesen war.

00:06:59: «Z'et par terre», buchstabierte Lambert.

00:07:03: also kam nach der Beschreibung der Beschuldigung von Hans als Brandstifter ein aber der Vater.

00:07:09: Lambert ging ganz dicht an das Pergament doch er konnte kein Wort wirklich deutlich lesen.

00:07:15: »Lass mich mal« bat der Abt, der inzwischen hinzugetreten war.

00:07:19: »Biswohlen bist du gekommen?

00:07:21: Bis Setpater berichtete ein enttäuschter Lambert.

00:07:25: Da steht etwas von KONF.

00:07:28: Konfessus ergänzte der ebenfalls hinzugetretenen Bibliotheker, es ging also um eine Beichte.

00:07:35: Sofort stürzte sich Lambert wieder auf das Pergament.

00:07:38: Beichte?

00:07:39: Was wurde gebeichtet?

00:07:41: Irgendwas mit Oxy und Uxo rief ein junger Mönch nachdem er lange Zeit die verwaschene Zeile studiert hatte.

00:07:49: Aber das Wort dazwischen ist kaum zu lesen.

00:07:52: Also eben stand da noch Sua, jetzt ist es weg", berichtete ein weiterer Mitbruder.

00:07:59: Lambert sagte die drei Wörter immer wieder vor sich her.

00:08:03: Oxy-Sua Uxso macht keinen Sinn!

00:08:07: Dann wusste der Bibliothekarius weiter.

00:08:09: Oxidit Sua Uxsor, er tötete seine eigene Frau!

00:08:15: Lambert sprang auf.

00:08:16: Ja... Das ist das ganze Geheimnis.

00:08:19: Hans ist unschuldig, denn Knodo hat seine eigene Frau verbrannt und es dem Sohn der verfeindeten Familie in die Schuhe geschoben.

00:08:28: Keiner konnte es wissen nur Waldrick weil er es Confessus von irgend jemandem durch die Beichte erfahren hatte der es mitbekommen hatte.

00:08:37: Von wem redest du?

00:08:39: fragte der abt.

00:08:40: Zulange zu kompliziert.

00:08:42: ich muss aufbrechen.

00:08:43: sofort rief Lambert.

00:08:45: das ändert alles »Zuerst solltest du dich selbst noch ein wenig ändern«, meinte der Abt.

00:08:52: Alle lachten und schauten ihn belustigt von Kopf bis Fuß an – da erst bemerkte Lambert das er immer noch im Schlafgewand im Speisesaal stand.

00:09:01: Von Gladbach bis Süchteln war es nicht weit.

00:09:04: Schon am frühen Nachmittag hatte Lambert die kleine Ortschaft zu Füßen der kleinen Högelkette erreicht.

00:09:10: Ein Bauer konnte ihm den genauen Weg zu den Hütten der Gräfin erklären.

00:09:14: Er sprang ab, als er die kleine Scharre von Hügelbewohnern gefunden hatte.

00:09:18: Meere Männer und Frauen schauten ihn verärgert an, hielten sich die Zeigefinger vor ihre Münder – dann hörte auch Lambert die einsamen Gesänge!

00:09:27: Sie kam aus der kleinen Kapelle, die neben einer gewaltigen Eiche errichtet worden war.

00:09:32: Nahezu lautlos band Lambert sein Pferd an einen Balken, an dem bereits zwei weitere Rösser standen.

00:09:38: Leise trat Lambert an einen der muskulösen Männer.

00:09:41: Seid ihr Hans?

00:09:43: Flüsterte er, der schüttelte unwirsch den Kopf und verwies wieder auf die Kapelle.

00:09:48: Nach einer Weile erwiederte er ebenfalls flüstern – Einen Mann dieses Namens haben wir hier nicht!

00:09:56: Lambert zermatete sich den Kopf.

00:09:58: Er hatte doch tatsächlich den Namen vergessen unter dem Hans seit dem Brand der Mühle unterwegs war.

00:10:04: Kennt ihr Sweet Bert?

00:10:08: Cuny Bert?

00:10:10: Louis Bolt?

00:10:12: Versuchte es weiter.

00:10:14: »Liudfried!« flüsterte der angesprochene, fasste Lambert an den Schultern und schob ihn zu seinem Kameraden.

00:10:22: Offenbar hatte er den Bruder von Els gefunden.

00:10:24: – Ich bin Bruder Lambert?

00:10:28: ich kenne eure Schwester!

00:10:29: – flüstert er ihm ins Ohr.

00:10:32: –Ich bin Liudfried und ich habe keine Schwester, antwortete der.

00:10:38: Der Gesang brach ab.

00:10:40: Die vor einem Kruzifix kniende Frau erhob sich.

00:10:44: Wer stört, rief sie mit höhrbarer Verärgerung.

00:10:48: Lambert verneigte sich.

00:10:49: Entschuldigt bitte erwürdige Gräfin!

00:10:51: Das ausgerechnet ein Benediktiner Mönch mit der Erfahrung einer Rom-Pilgerschaft euch an diesem besonderen Ort in eurem Gebet stört wird sich dieser nie verzeihen.

00:11:02: Ihr wart ihn Rom?

00:11:04: fragte sie nun mit deutlich weniger Verärgarung und wachsendem Interesse in der Stimme.

00:11:09: Wann?

00:11:10: Es ist jetzt schon einige Jahre her, antwortete Lambert Ruhig und beglückwünschte sich innerlich die Verärgerung der Kräfen mit diesem kleinen Trick verscheucht zu haben.

00:11:20: Spontan war ihm eingefallen, dass sie gerade sehr lange in Rom gewesen sein musste und sicherlich voller Erinnerungen steckte, die sie wohl gerne teilen wollte.

00:11:30: Und so war es!

00:11:31: Sie saßen bald beieinander – Der Gesprächsfluss wollte keinen Ende nehmen in welchen Kirchen sie in den Monaten in Rom gewesen war, wie Sie mit dem heiligen Vater in Privataudienz hatte sprechen können.

00:11:41: Dass diese ein ganz besonderer Mann sei, dessen Reform der Kirche nur gut tun könnten!

00:11:47: Wie Sie selbst versuche einen höheren Grad der Reinheit vor Gott zu erringen und dass sie wohl im nächsten Jahr ein weiteres Mal nach Rom pilgern werde.

00:11:55: Sie werden das dann jedoch wahrscheinlich nicht von Süchteln aus unternehmen sondern von Köln – der Stadt mit den vielen Kirchen und noch mehr

00:12:03: Heiligen.".

00:12:04: Der Tag ging allmählich zu Ende, als die Gräfin davon sprach, bald mit dem Abend Gebet beginnen zu wollen.

00:12:11: Bis dahin hatte sie von Lambert's Romfahrt wenig wissen wollen.

00:12:15: Plötzlich hat er eine Idee wie er das Gespräch unverdächtig auf den Anlass seines Besuches bringen konnte.

00:12:22: »Haben Euch Eure Milites die ganzen Monate in Rom begleitet?«.

00:12:25: – »Ihr meint Ljudfrid und Diring?« Und schaute erwartungsvoll und abwechselnd den einen, und den anderen an, die sich rechts und links ihrer Herrin ihm gegenüber an den Tisch gesetzt hatten.

00:12:38: – Nein!

00:12:39: sagte sie.

00:12:40: Aber das können Sie Euch sicher besser selbst erzählen, welche Helden taten Sie in der Zwischenzeit genau hier vollbracht haben?

00:12:47: Sie wollte sich erheben, und sofort standen auch beide Männer auf.

00:12:50: Bei der Gelegenheit, sagte sie zu Liudfried und hielt inne Wir wollten uns doch bei den Süchtelnern und den Ötern erkennt nicht zeigen.

00:12:59: Wie weit sind die Vorbereitungen für die beiden Feste?

00:13:02: Wir erwarten, die Köche unmerkte in der nächsten oder übernächsten Woche Gräfin.

00:13:06: Wisst ihr schon einen Tag?

00:13:08: Und ob ihr selbst die Bevölkerung mit eurer Anwesenheit beähren wollt?

00:13:12: fragte Lambert.

00:13:13: Klärt das mit Diering oder Lyudfridt!

00:13:15: Ich habe jetzt Wicht ihres zu tun.

00:13:18: Sie blieb noch einmal stehen Aber klärt es leise wenn ich bitten darf.

00:13:23: – Nein, Gräfin!

00:13:24: Ich bete mit Euch zusammen.

00:13:26: Es wird mir eine Ehre

00:13:27: sein.".

00:13:28: Das Gespräch mit Hans konnte noch etwas warten.

00:13:32: Die Dinge hatten sich besser entwickelt als es sich Lambert hatte erträumen lassen.

00:13:37: Eine Feier im Dorf der Braut unter Anwesenheit einer der auch in Köln bekanntesten Gräfinnen die auch noch die Braut kannte?

00:13:47: Er wußte worauf seinen Vater reagierte sollte er mit großen Zweifeln nach Öd reisen, während diese sicherlich spätestens dann verflogen, wenn er das sah.

00:13:58: Es blieb noch viel zu organisieren, aber es gab einen Weg, Els für immer an seine Familie zu binden.

00:14:06: Sein Deograzias – Das Dankebeet an Gott – fiel an diesem Abend in der kleinen Kapelle auf den Süchterner Höhen so nachtrücklich aus wie selten zuvor in Lambert's

00:14:18: Leben.".

00:14:22: Kapitel XXI – Feier.

00:14:28: Konnte es eine größere Genugtuung für eine junge Frau geben, der über so viele Jahre so übel mitgespielt worden war als an der Seite ihres Bruders zu sehen wie alles wieder in Ordnung kam?

00:14:42: Es war Anfang August, als der Schmied das große Gewinde testweise antrieb.

00:14:49: Die Männer des Dorfes den Seilzug in Bewegung brachten und dann die schweren Müllräder an ihren Bestimmungsort setzten.

00:14:56: Ein Wink durch das Fenster zu Benzo reichte damit der am Ufer der Nias das kleine Wehrhoch zog.

00:15:04: Augenblicklich suchte sich die Nias wieder den Weg, den sie bis vor neun Jahren gewohnt war.

00:15:10: An der Mühle vorbei Das Rad antreibend, dann im Bohr unter der neuen Brücke hindurch um die Mühle herum und zurück in ihr altes Bett.

00:15:20: Der Jubel der Öther war unbeschreiblich!

00:15:23: Sie hatten alle mit angepackt als sich Els und Hans vor zwei Wochen an sie gewandt und darum gebeten hatten viele kleine Wunder zu schaffen die Fertigstellung des von Elz schon vor Monaten begonnenen Erweiterungsbaus ihrer Hütte, das Ausheben des alten Grabens, den Bau einer kleinen Brücke, Das Behauen der Mühlsteine.

00:15:44: Das Schreinern des großen Müllrats Der Schütten und der anderen Utensilien Die eine Mühle ausmachten.

00:15:51: Als Elz an einem Abend zwei Reite hatte näher kommen sehen hätte sie das noch nicht für möglich gehalten.

00:15:58: Bis dahin hatte sie selbst Hans bitten wollen, sich endlich dem Vogt zu stellen und zu beteuern das er Knudels Frau damals nicht umgebracht habe.

00:16:07: Doch als Sie den im fernen Ungarn vermuteten Lambert Seite an Seite mit Hans zu ihr Reiten sah, ahnte sie dass etwas alles Veränderndes im Gange war.

00:16:18: Hans hat ihr dann stundenlang all die erstaunlichen Neuigkeiten erzählt und so lange nachgebohrt bis auch eher die Hintergründe der Heiratspläne von Els erfahren hatte unter dem dicksten Siegel der Verschwiegenheit, weil der Kreis der Wissenden jetzt schon aus vier Leuten bestand und auf keinen Fall größer werden durfte, um nicht alles zu gefährden.

00:16:40: Sonst würden buchstäblich Köpfe

00:16:42: rollen.".

00:16:43: Das mußte allen Beteiligten klar sein.

00:16:46: Lambert war umgehend weiter nach Kempengeritten, um sich mit Kaplan Reinhardt zu treffen dort in dessen Fahrhaus zu übernachten und gleich am nächsten Morgen den Vogt aufzusuchen.

00:16:57: So sehr sich Els auch nach Nähe sehnte, so sehr war sie sich mit Lambert einig, dass in der nächsten Zeit alle Gelegenheiten vermeiden wussten bei denen man sie zusammensehen könnte.

00:17:08: Selbst die Umarmung zum Abschied fiel von außen betrachtet sehr förmlich aus und diente lediglich einer kurzen geflüsterten Verständigung darüber das Lambert Robert zu einer Nacht in der Mühle überreden würde, bei der dieser durchaus gesehen werden

00:17:24: durfte.".

00:17:25: Alle folgenden Schritte und Entwicklungen brauchten jetzt die Logik, die die vorangegangenen nicht hatten.

00:17:32: Mit großer Erleichterung hatte Hans die Nachricht aufgenommen dass der Vogt ihn nicht mehr verfolgen und ins Gefängnis stecken wollte.

00:17:40: Der einst mal so feindselige, verbündete Knodus schien auf einmal sehr umgänglich zu sein nachdem er gehört hatte, dass in der Abteidokumente aufgetaucht seien.

00:17:49: Denen zufolge Karl und Johann – und somit nun auch Hans und Els – die Besitzer und Erben nicht nur des Müllrechtes mitsamt Grund-und Bodensein sondern sogar Rechte auf die Niersphäre, die Schenke und weiteren Grundgelten machen könnten.

00:18:05: Lambert hatte bei diesem Hinweis lediglich die Ergänzung «vergessen» dass es die Dokumente inzwischen leider nicht mehr gebe.

00:18:13: Aber er hatte sich hervorgenommen, intensiv nach Kopien der Privilegien schreiben zu suchen.

00:18:18: Zur Entspannung trug bei, das Hans und Els auf Fair- und Schankrechte so lange verzichten wollten, solange die Abgaben ordnungsgemäß an Vogt und Abtei entrichtet und alle Bediensteten weiter beschäftigt würden.

00:18:31: Anders wären sie auch nicht verfahren wenn Sie selbst die beiden Gewerbe übernommen hätten.

00:18:37: Während Hans mit wachsender Nervosität den nun anstehenden Begegnungen mit der Gräfin in Süchteln und deren Schwester und Bruder auf Burg Aspel entgegensah, blickte Els mit ähnlichen Befürchtung der Nacht mit Robert entgegen.

00:18:51: Hans wusste nicht ob die Grafen ihn entlassen würden wenn er ihnen eröffnete so viele Jahre unter falschem Namen und erfundener Identität für sie gearbeitet zu haben – und Els konnte sich nur schwer vorstellen wie Robert nun über sie dachte Nachdem er sie bei ihrer Begegnung in Gladbach mit der Bemerkung, dass sei nur eine unsinnige Idee regelrecht rausgeworfen hatte.

00:19:14: Schon hatte sie mit dem Gedanken gespielt ihr Kind in einem fernen Kloster zur Welt zu bringen und es von Nonnen erziehen zu lassen aber dann hatte sie den Vorsatz gefasst das Lambert eine Idee haben müsse wenn ihre nicht so verwirklichen sein würde.

00:19:28: Wie gut, dass sie nun gemeinsam daran arbeiteten den Plan in eine Form von gemeinsamen Leben zu bringen wie Sie sich noch im Monat zuvor kaum hätten erträumen können.

00:19:41: Das größte Problem aber blieb!

00:19:44: Wie würden der ehrgeizige Kölner Kaufmann und seine Frau reagieren?

00:19:49: Robert war nur neunundzwanzig – fast alle Männer in seinem Alter waren verheiratet und bereits Väter von drei, vier oder fünf Kindern.

00:19:58: Wolbert hatte längst damit begonnen, mit Miglind nach geeigneten Töchtern anderer mächtiger Kaufmannsfamilien Ausschau zu halten.

00:20:05: Doch auch die meisten im Haarratsfähigen Alter waren bereits unter der Haube oder im Kindbett gestorben – nur eine war noch in der engeren Auswahl!

00:20:13: Die Versprach macht politisch eine großartige Gelegenheit zu sein das Ansehen und den Einfluss in Köln zu steigern.

00:20:21: Und hatte nicht der Kaiser in diesem Sommer vorfühlen wollen?

00:20:25: Ob eine Vermählung seiner gerade erst geborenen Tochter Judith mit dem ersten einjährigen Königssohn Salomon die Ungarnfrage lösen könne?

00:20:34: Jedenfalls hatte das Lambert erzählt, als er von seinen Vorbereitungen für den Ungarnfeldzug berichtete.

00:20:39: Doch für Balding Nachwuchs war die erste achtjährige Kölner Kaufmanns Tochter eher ungeeignet.

00:20:45: Deshalb hatten Wolbats Augen geradezu geleuchtet – als Robert ihm eröffnete, dass sie im nächsten Jahr Großeltern sein würden!

00:20:53: Dem folgte ein gewaltiges Donnerwetter, als seine Eltern erfuhren, dass es ein Mädchen vom Dorf sei, in das er sich leider heils über Kopf verliebt habe.

00:21:02: Irritiert hatten sie reagiert, als sie hörten, daß sie sogar schreiben und lesen könne und mit ihrem Bruder die älterliche Mühle geerbt haben!

00:21:10: Und als Robert dann noch wie zufällig darauf hinwies, dass Els über exzellente Kontakte zum niedereinigen Adel verfüge, hätten sie um ein Haar noch am selben Abend die Pferde bestiegen, um ihre zukünftige Schwiegertochter selbst kennenzulernen.

00:21:25: »Es darf uns jetzt kein Fehler passieren!« wiederholte Robert wohl zum zehnten Mal.

00:21:33: Els schenkte ihm einen weiteren Becher mit Wein nach und spielte mit ihm eine neue Version durch, wie sie sich so kennen und lieben gelernt haben könnten dass es zwar keiner mitbekriegt hatte.

00:21:44: Es aber unbedingt logisch erschien.

00:21:47: Sie einigten sich dann darauf das sein Bruder ihm von ihren Kenntnissen als Hebamme und Kräuterfrau erzählt habe und er eine Geschäftsidee gewittert und sie deshalb aufgesucht habe und schon sei es um sie geschehen gewesen.

00:22:00: Die anderen Varianten mit dem schwunghaften Handel mit Kräutern, mit dem Zufälligen hinzukommen bei einer Geburt.

00:22:06: Mit einer Begegnung in einem Wirtshaus in Gladbach, mit den Treffen am Rande einer Messe hatten sie alle wieder verworfen.

00:22:14: Alles wäre nachprüfbar gewesen und hätte sie in Schwierigkeiten gebracht.

00:22:18: Und dass die Mühle noch so neu aussah und noch kaum Mehlsäcke darin lagerten sollte Hans erklären Auch, dass die Öter ihn solange für Tod gehalten hatten und warum sich so viele erst an den Gedanken gewöhnen mussten wieder eine eigene Mühle neben der anderen wenige Malenlias abwärts zu haben.

00:22:36: Der Zufall kam ihnen zur Hilfe als sie gerade daran gehen wollten sich das Lager zuteilen und nicht recht wussten wie Sie es einrichten sollten.

00:22:46: Es klopfte.

00:22:50: Hörte sie den um Atem ringenden Anselm rufen, Den Jungbauern vom Kastanienhof.

00:22:55: Sie lief sofort zur Tür.

00:22:58: »Entschuldige!

00:22:59: Ich bin nicht allein« sagte sie in gespielter Verlegenheit und öffnete die Tür nur einen Spaltfallt.

00:23:06: »Wir haben doch alle den Reiter gesehen«, sagte Anselmen.

00:23:11: Und Walli vermutete das er.

00:23:13: damit unterbrach er sich selbst.

00:23:16: –Walli sagt es geht los und sie fragt ob du sofort kommen kannst?

00:23:20: Kann ich oder...?

00:23:22: Mit gespielter Besorgnis blickte sie zum Bett hinüber, in dem Robert Geiss es gegenwärtig Platz genommen hatte.

00:23:27: Er war nackt wie Elz nun auch Anselm sehen ließ.

00:23:31: Sie selbst hatte so an ihrer Tunica gezerrt, dass er so wirkte als habe sich die nur schnell übergeworfen.

00:23:38: »Du bist die Hebamme hier«, hörte sie Robert sagen.

00:23:42: »Das ist deine Pflicht!«.

00:23:45: Vermutlich wäre das mit jedem anderen Verlobten nicht zu einfach gewesen... Wahrscheinlich hätte er ihr längst verboten, selbst eine Arbeit außerhalb der eigenen Küche nachzugehen.

00:23:57: Und vermutlich hätte Walli nun ihr Kind zur Welt bringen müssen.

00:24:01: Aber das mit Robert ließ sich so fremd und zugleich so gut an, dass ich Elz selbst beglückwünschte diesen Einfall gehabt zu haben.

00:24:11: Es würde vermutlich eine ihrer letzten Entbindung sein Wenn sie in Gladbach die brave und treusorgende Kaufmannsfrau sein würde, wäre das vermutlich nur noch unschicklich.

00:24:23: Wallis und Anselm's Tochter war keine Stunde später auf der Welt.

00:24:27: Inzwischen hatte Elz eine erstaunliche Routine für eine vierzehnjährige.

00:24:32: Das Kind hatte zwar verkehrt herum herausgewollt aber mit ein paar schmerzhaften beherzten, gelungenen Handgriffen hatte Elzes Wenden und umgehend die Geburt auslösen können.

00:24:43: Was Grasianna ihr in langen Tagen und Nächten wieder und wieder erklärt und mit dir durchgespielt hatte, war mindestens zehn Jahre eigenes Sammeln von Erfahrung wert gewesen.

00:24:54: Ach, Grasiana!

00:24:57: Wie gern hätte Elzi jetzt an ihrer Seite?

00:25:00: Ob sie ihre Kinder wiedergefunden hatte?

00:25:02: Ob Sie es überhaupt so weit den Jakobsweg entlang geschafft hatte?

00:25:08: Walli und Anselm hatten ihre Tochter glücklich in den Armen haltend Els umgehend gefragt, ob sie etwas dagegen hätte ihr Kind Elsbett zu nennen und mit diesem Namen ihre Hochachtung gegenüber Els auszudrücken.

00:25:21: Sie könnten ihrem Kind gleichzeitig ein großartiges Beispiel für eine selbstbewusste junge Frau vom Lande mit auf den Lebensweg geben.

00:25:30: Els wunderte sich zwar, spürte aber zugleich, dass es gut für das Dorf wäre wenn es sofort einen neue Els gäbe, während sie erst einmal in Gladbach leben und ihren Bruder oder dessen Mühlenpächter nur gelegentlich würde besuchen können.

00:25:48: Als sie zu ihrer Hütte zurückkehrte, hatte sich Robert eine dünne Tunica übergezogen und einige Pergamente in der Hand.

00:26:01: Weiter geht es an dieser Stelle mit Episode twenty-fünf in der nächsten Woche.

00:26:07: Wenn ihr so lange nicht warten wollt das ganze Buch im Zusammenhang lesen oder verschenken wollt auf www.dminusuda.

00:26:19: Wir wünschen Euch eine spannende Lektüre.

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