Die Uda-Saga, Band 1, Episode 23

Shownotes

Lambert ist längst auf einem Feldzug, als Elß entdeckt, dass sie von ihm schwanger ist. Wie soll sie das im Dorf erklären. Aber sie lässt sich eine ganz besondere Lösung einfallen und reitet nach Gladbach zu Lamberts Bruder. Der hält das zunächst für einen Scherz, kommt aber allmählich zu einer anderen Einschätzung, Besonders als Lambert nach der Königskrönung in Aachen zu ihm eilt. In den Archiven der Abtei erwartet Lambert daraufhin eine besondere Überraschung.

Transkript anzeigen

00:00:11: Herzlich Willkommen zur Episode Dreiundzwanzig von ELS, dem ersten Band der Udersager.

00:00:17: Dem neuen historischen Roman vom Niederrhein mit einer besonderen Perspektive.

00:00:22: Sie bezieht sich hier auf die zweite Hälfte des Elften Jahrhunderts.

00:00:27: Taucht ein in das spannende Leben der ganz normalen Menschen – der Bauern, der Bürger, der Soldaten und wie sie im Elften Jahrhundert und in den vielen Generationen danach ihren Alltag erlebten!

00:00:41: Vor dem Hintergrund der realen Ereignisse begleiten wir zusammen diejenigen, Also los mit Episode Dreiundzwanzig von ELZ.

00:01:34: Übelkeit war verflogen.

00:01:36: Stattdessen breitete sich eine unbändige Freude in den Gedanken von ELS aus, die auf ihren ganzen Körper überzugreifen schien.

00:01:44: So schnell wie möglich müsste Lambert davon erfahren und dann bräuchten sie einen Plan.

00:01:50: Das Kind hatte Gott gewollt Aber ob er ihn auch sagen würde Wie sie das jetzt organisieren sollten?

00:01:57: Ihre Schwangerschaft würde in spätestens zwei Monaten sichtbar werden, und er dann vermutlich noch im fernen Ungarn sein.

00:02:04: Sie würde wohl von Heribold verheiratet werden, damit dem Dorf alles seine Ordnung hätte.

00:02:09: Da gab es schon einige Anwärter die um die schöne allein lebende Frau warben.

00:02:14: Bisher hatte man sie in Ruhe gelassen – spätestens immer dann wenn sie mit Liudfried drohte vordem alle seit dem nächtlichen Überfall unter seiner Führung großen Respekt hatten!

00:02:25: Er hatte auch allen eingeschärft, Els in Ruhe zu lassen.

00:02:29: Sie müsse doch erst einmal selbst verstehen dass sie nicht Maria sei und habe jedes Recht in der älterlichen Mühle zu leben – auch allein!

00:02:37: Vermutlich würde sich auch ihr Bruder irgendwann melden und die Dinge klären.

00:02:43: Doch damit war so schnell nichts zu rechnen und wenn sie nicht mit irgendeinem groben Lüsternen- und schlechten Kerl verheiratet werden wollte musste sie selbst etwas

00:02:52: unternehmen.".

00:02:53: Sie entschied, umgehend Walli auf dem Feld aufzusuchen ihr einzuschärfen bloß niemandem etwas von ihrer Schwangerschaft zu erzählen und sich dann abseits der anderen auf einem Feld zu schaffen zu machen wo sie in Ruhe bei eintöniger Arbeit nachdenken konnte.

00:03:09: So beschäftigt dauerte es auch gar nicht lange bis hier eine Lösung in den Sinn kamen.

00:03:16: In den folgenden Stunden betrachtete Els ihre Idee immer wieder von allen Seiten und dann wusste sie Das war die beste aller Möglichkeiten.

00:03:26: Gleich morgen würde sie in aller Frühe aufbrechen.

00:03:36: Er freute sich sehr diesen historischen Akt aus der Nähe genau verfolgen zu dürfen.

00:03:41: Arno hatte Lambert mit in die Kirche genommen, wo sich alle Oberen des Reiches versammelten – gleich würde es geschehen!

00:03:47: Der vierjährige stand oben auf der Empore vor dem Stuhl Karls des Großen.

00:03:52: Erzbischof Hermann von Köln begann die Formel zu sprechen.

00:03:55: Gleich würde Heinrich IV.

00:03:57: im Beisein von Kaiser-Heinricht III.

00:03:59: König des Römischen Reiches sein und Mitregent seines Vaters, der Knabe wirkte ungemeingefasst.

00:04:06: Bereits im vergangenen Jahr hatten die Reichsführsten ihn auf Druck des Kaisers zum König wählen müssen sich aber die Freiheit genommen eine Bedingung einzubauen er werde nur dann König sein wenn er sich als gerechter Herrscher erweist.

00:04:21: Damit die Zweifel nicht überhand nahmen, hatte Heinrich III.

00:04:24: darauf bestanden an diesem siebzehnten Juli des Jahres Tausendfünfzig in Aachen die Krönung vorzunehmen.

00:04:31: Es war für Lambert ein erster Einblick in die Rolle, die Annoim in der Zukunft zuschreiben wollte.

00:04:37: Zieh deine Kapuze über und frage doch einmal in dem Zelter drüben ob die Herren noch einen Wein trinken wollen!

00:04:44: hatte er ihm am Vorabend auf dem großen Feldlager zugeraunt und dann hinzugefügt, aber sprich erst wenn du gefragt wirst.

00:04:51: Und versuche schon von außen so viel wie möglich davon mitzubekommen worüber sie gerade

00:04:56: reden.".

00:04:57: So wusste Lambert jetzt das einige der Grafen-und Herzöge selbst die Krönung – und ihre gebeugten Knie an Landtags nicht für das letzte Wort in der Sache der Herrschaftsnachfolge hielten.

00:05:10: Wenn Heinrich III.

00:05:11: Tod sei Könne man durchaus neu beraten?

00:05:15: Und Anno wusste das nun auch.

00:05:18: Aber das war es nicht allein, was ihm in Aachen immer wieder durch den Kopf ging!

00:05:22: Er hatte in den letzten Wochen schon so viele neue Gedanken und Erfahrungen neu ordnen müssen.

00:05:28: In den Tagen vor dem vermeintlichen Aufbruch nach Ungarn war Anno mit ihm alle möglichen Entwicklungen durchgegangen hat er ihm von dem Erstarken des benachbarten Königreiches erzählt und ihm die wichtigsten Akteure und deren vermutete Interessen eingeschärft.

00:05:41: Wieder war ein ungarischer König ins Lager der Feinde Heinrichs gewechselt, deshalb wolle der Kaiser in Ungarn einen für alle Mal aufräumen.

00:05:49: Arno hatte sich derweil intensiv im Kriegshandwerk schulen lassen und mehrfach davon gesprochen, sich unter den Augen des Kaisers auch in dieser Hinsicht als verlässlicher Diener erweisen zu wollen.

00:06:01: Doch als das ansehnliche Heer in die andauernden Kampfhandlungen in Ungern eingreifen wollte hatte ein kaiserlicher Boote die Bische für Priester, Mönche Milites und Bauern schon im Rheinland zum Anhalten gebracht.

00:06:15: Sie sollten statt nach Osten nach Westen ziehen.

00:06:18: Es ging nicht mehr gegen Ungarnskönig Andreas sondern gegen Flanderns Grafen Baldwin.

00:06:24: Der Graf hatte mit viel Mut und noch mehr Machtinstinkt den Einfluss sowohl des Französischen als auch des deutschen Königs Stück für Stück zurückgedrängt und sich selbst als einfache Graf praktisch in die Rolle eines Königs gebracht der seine Bündnispartner nach Belieben wechselte und für Heinrich so unberechenbar wie gefährlich geworden war.

00:06:45: Schon seinen eigenen Vater hatte Baldwin mithilfe von aufständigen flämischen Baronen vertreiben wollen, nach dessen Tod Zucker in den Krieg gegen Kraft Dietrich von Holland und sicherte sich dabei Seeland als Lehen obwohl Heinrich II seinerzeit dem Grafen von Holland anvertraut hatte.

00:07:03: Daraufhin wechselte Baldwin ins Lager von Gottfried dem Bärtigen, um gemeinsam gegen Heinrich III.

00:07:08: um die Herrschaft in Lothring zu kämpfen.

00:07:11: An dieser Front konnten ihn die kaiserlichen Truppen zwar bezwingen – doch im Bündnis mit dem Grafen von Holland zog Baldwin von der Eroberung zur Erobergung.

00:07:19: und schade auch noch die Truppen von Gott Fried um sich!

00:07:23: Wie entschlossen Baldwin in unmittelbarer Nachbarschaft des Reiches Vorgäng hatte er vor wenigen Jahren gezeigt, als der Graf von Hennigau starb und Balduin dessen wittwege Fangen nahm um ihre Grafschaft seinem eigenen Sohn zu übergeben.

00:07:38: Gerade hatte er Lüttich erobert das wertvolle Thün zerstört und war dabei sich hin hui südwestlich von Lütthich an der Maas festzusetzen.

00:07:47: Das war die Lage als Heinrich entschied mit den Ungarn eine vorübergehende diplomatische Verständigung zu suchen und stattdessen, den Unruhsstifter im Westen zu bekämpfen.

00:07:59: Hachen war der geeignete Ort das Kaiserliche herzusammeln und auf den Angriff gegen Flandern vorzubereiten – und es war auch der Königskrönung.

00:08:08: Heinrich III.

00:08:09: selbst war hier als Zehnjähriger vor einem guten Vierteljahrhundert gewählt und gekrönt worden.

00:08:15: Zuvor hatten die Erzbischöfe von Mainz und Ravenna an dieser Stelle Kaisersohn Otto III sogar schon als Dreijährigen zum König erhoben.

00:08:23: Der vierjährige Kaiserson Heinrich IV bildete also keine Ausnahme, und als nun die ersten Huldigungen einsetzten schien die Zukunft des Reiches wohlgeordnet – auch die Auseinandersetzung mit Ungarn schien diplomatisch beilegbar.

00:08:38: Gerade war Heinrichs Tochter Judith zur Welt gekommen.

00:08:42: Ungarnskönig Andreas hatte bereits Reitschaft erkennen lassen, durch eine Heirat Juditz mit seinem gerade vor einem Jahr geborenen Sohn Salomon die Königreiche dauerhaft und friedlich eineinander zu binden.

00:08:56: Hanno stieß Lambert an und zeigte auf das gegenüberliegende Kirchenschiff.

00:08:59: – magst du dich gleich in der Nähe jener Fürsten darüber auffalten und mit ihnen zum Fest mal ziehen?

00:09:07: Hier wartet ich am Rande des Marktplatzes bei dem Roten Haus!

00:09:11: Doch nicht nur der Reichskarplan stand dort, als der Mönch ohne nennenswerte neue Erkenntnisse von seiner Mission zurück war.

00:09:18: Auch sein Bruder Siegbert wartete dort erkennbar auf ihn und sprach gerade mit Anno.

00:09:23: Nachdem Lambert kurz ein Paar nach seine Auffassung belanglose Sätze Anno ins Ohr geflüstert hatte, fasste der ihn mit beiden Hennen an den Schultern drehte ihn seinem Bruder zu unsagte – es gibt jetzt wichtigeres zu tun!

00:09:35: Kommt doch einfach nach Flandern nach wenn ihr das hier erledigt habt….

00:09:40: Stirnrunzelnd blickte Lambert seinen Bruder an.

00:09:43: »Ja, sagte der unvorfort – du solltest dich mit Robert treffen!

00:09:47: Der will dich dringend sehen!«.

00:09:49: Lambert blickten sich um.

00:09:51: »Wo ist er?

00:09:52: Nicht hier in Gladbach.

00:09:54: Er hat einen Boden geschickt.

00:09:56: Klang ziemlich dringent.

00:09:58: Er sollte ausrichten, daß es um Vaters Erbe gehe.

00:10:01: Oh!

00:10:01: sagte Lambert erschreckt.

00:10:02: Vater geht es

00:10:03: schlecht?!

00:10:04: Glaub ich nicht, dann hätte Robert uns nach Köln gerufen.

00:10:07: Und wenn Vater gerade in Gladbach ist und er dort?

00:10:10: Höchste Zeit, dass du hinreitest.

00:10:12: Und wenn es schlimm steht, versuche ich auch zu kommen – auch wenn das Mitten im Feldzug nicht so einfach sein wird!

00:10:18: Jedenfalls gut, daß wir gerade nicht den Ungarn kämpfen, sondern nur in Aachens Nachbarschaft.

00:10:23: Da kann man bei Schafenbrett schnell beider Familie

00:10:25: sein.".

00:10:26: Der sonst nicht-zu-redselige Bruder schien ernsthaft besorgt zu sein, wenn er zu einem derartigen Redefluss ansetzte….

00:10:34: Und Lambert beallte sich ins Herlager am Rande der Stadt zu kommen, wo sie Stallburschen um die Pferde kümmerten.

00:10:41: Es war schon später Vormittag gewesen als die Menschen aus dem Archner Dom gekommen waren und Lambert von Roberts dringender Bitte erfuhr.

00:10:48: So hatte Lambert größte Mühe es an diesem siebzehnten Juli Tausendfünfzig bis Gladbach zu schaffen – auch wenn er seinem Pferd das Letzte abverlangte!

00:10:57: Nur dank des hellen Mondscheins mußt er unterwegs nicht übernachten und erreichte das Haus mit dem großen Lagerraum unterhalb des Abteiberges noch vor Mitternacht.

00:11:06: Sofort kam Robert auf die Straße.

00:11:08: »Gut, dass du da bist!« sagte er und schloss ihn in die Arme.

00:11:13: Sein Knicht nahm das Pferd und führte es in den kleinen Stall hinter dem Haus.

00:11:17: »Komm rein – ich habe gerade einen guten Wein aufgemacht, weil ich ahnte, dass Du es heute noch schaffen wirst.«.

00:11:24: »Sag wie geht's Vater?

00:11:26: Wo ist der?«.

00:11:27: »Woher soll ich das wissen?«.

00:11:30: Er ist nicht hier?

00:11:31: Aber dann warst du bei ihm in Köln.

00:11:34: So weit ich weiß, ist er mit ein paar anderen Kaufleuten in London oder schon auf dem Rückweg –

00:11:39: warum?".

00:11:40: Siegbert sagte es ging um das Erbe des Vaters!

00:11:43: Da haben wir uns natürlich die größten Sorgen

00:11:44: gemacht.".

00:11:45: Robert schlug sich vor den Kopf.

00:11:48: »Oh, Entschuldigung.

00:11:49: So habe ich's nicht gemeint.

00:11:51: Ich dachte nur, dass Du schon mal anfängst nachzudenken wie das denn genau laufen soll was Ihr Euch da ausgedacht habt.

00:11:58: Wir?

00:11:59: Robert überhörte die Verwunderung in der Nachfrage seines Bruders, zog in Chattessen mit ins Haus.

00:12:05: »Muss ja keiner hören auch wenn alle längst schlafen sollten«.

00:12:08: – er schaute nach rechts, nach links und über die Straße und den ganzen Weg entlang.

00:12:13: »Man weiß ja nie hier ist es oft so still das ein einzelner Reiter schon Aufsehen erregen kann.

00:12:19: Auf dem Tisch brannten mehrere Kerzen.

00:12:21: Brot- und Käselagent daneben ohne zu fragen Grifflammwetter nach.

00:12:25: Hab heute nicht mehr gefrühstückt!

00:12:27: lautete seine Erklärung.

00:12:29: »Dann weg ich die Markt und lass dir noch was Warmes kochen!«.

00:12:32: – »Nein, lasst nur!

00:12:33: Ich will viel lieber hören, was ich mir angeblich ausgedacht habe auch wenn mich die förmliche Anrede etwas irritiert, Lieber Bruder!«–.

00:12:41: »Ich meine ja auch wirklich nicht nur dich sondern euch beide, dich und diese Els!«.

00:12:47: Überrascht riss Lambert die Augen auf, verschluckte sich an dem Wein von dem er gerade einen Schluck genommen hatte.

00:12:55: Du hast sie doch erst einmal gesehen, und da erhielten wir sie noch für Maria.

00:12:59: Ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, dass diese schöne große Frau irgendetwas mit dem kleinen Mädchen zu tun hat, das dich damals schon um den Finger gewickelt hat!« Erwiderte Robert mit einem spöttischen Lächeln um die Mundwickel.

00:13:14: »Jetzt sag schon – was ist mit ihr?

00:13:16: Und was mit dem Erbe von Vater?« bat Lambert mit höhrbarer Ungeduld.

00:13:21: »Genau das!« sagte Robert und verstärkte das Lächel.

00:13:25: Lambert schaute ihn nur verständnislos an.

00:13:28: »Na, sie hat den Erben!

00:13:31: Sie ist schwanger und einer von uns beiden dürfte wohl der Vater sein!«.

00:13:36: Entsetzt ließ sich Lambert an die Stuhlähne zurückfallen.

00:13:39: »Was ist?

00:13:41: Wieso weißt du, warum hat sie?« stammelte er zusammenhanglos.

00:13:46: Robert grinnste.

00:13:47: »Offenbar hast du es wirklich nicht gewusst, dass du Vater wirst.

00:13:51: Soll ich dich jetzt beglückwünschen oder bedauern?

00:13:54: Als Bruder darfst du mich heimlich Beglück wünschen, als gläubige Christ wohl nur noch bedauern.

00:14:00: Lambert kam aus dem Kopfschüttel nicht mehr

00:14:03: heraus.".

00:14:04: Ich hatte sie so verstanden dass das unser Geheimnis bleibt wenn wir irgendwann tatsächlich Kinder haben würden aber ehrlich gesagt habe ich noch nie darüber nachgedacht wie das dann werden soll.

00:14:15: Da hat sie eindeutig den besseren Plan sagte Robert.

00:14:18: in allen Einzelheiten erzählte er wie die junge Frau sich von seinen Dienern Nichthaber abweisen lassen Wie sie darauf bestanden hätte, ihn nur unter vier Augen zu sprechen und wie sie ihm dann den ausgeklügelten Vorschlag unterbreitet hatte.

00:14:32: Lambert hörte mit offenen Mund zu und erfuhr welche Rolle sein Bruder und Er selbst nach Meinung von Els in ihrer gemeinsamen Zukunft zu Dritt spielen sollten.

00:14:43: Während seine Gedanken sich auf eine lange Wanderschaft begaben bekam er nur Waage mit – wie Robert zu der Auffassung kam das alles mit ihm also Lambert abgesprochen sei und sie nur die Überbringerin des Vorschlags sei, weil sie – also Els – und er selbst Lambert noch auf längere Zeit in Ungarn wehnt.

00:15:02: Erst gestern habe er von der Königsgrünung in Aachen erfahren und davon dass der Kaiser ein Herr gegen den Grafen von Flandern führen wolle und sich gedacht das auch seine beiden Brüder gar nicht in Ungern sondern in der Nähe sein dürfte.

00:15:15: Und was denkst du darüber?

00:15:17: fragte Lambert in dessen Gesicht allmählich die Farbe zurückkehrte.

00:15:21: Zuerst habe ich ihr gesagt, dass sie sich das aus dem Kopf schlagen soll.

00:15:24: Dass meine Eltern das niemals mitmachen würden, weil ihr älterster Sohn sicherlich nicht mit einem Bettelarmen Mädchen vom Dorf erratet sein

00:15:32: dürfe.".

00:15:33: Und was hat sie darauf gesagt?

00:15:35: »Das Sie zwei im Moment nichts haben!

00:15:38: Das eine Kaufmanns-Familie aber sicherlich die Vorteile einer eigenen Mühle in einer wachsenden Region zu schätzen, wisse.

00:15:45: Das ist Els immer für eine Überraschung.

00:15:48: gut, meinte Lambert.

00:15:49: und krossig einen weiteren Becher Wein

00:15:51: ein.".

00:15:51: »Du magst sie wirklich, auch wenn Sie keine richtige Frau ist.

00:15:54: Stimmt?« wollte Robert wissen.

00:15:56: – »Keine richtige

00:15:58: Frau?!

00:15:59: Wie meinst du das?«.

00:16:02: Eine richtige Frau angelt sich keinen Priester, sondern lässt sich schon als Mädchen von ihrem Vater verheiraten.

00:16:09: Eine richtige Frauburgt sich nicht, dass fährt des örtlichen Priesters ohne ihn zu fragen und reitet auch nicht breitbeinig im Galap nach Gladbach.

00:16:18: kümmert sich um den Haushalt und erwartet die Anweisung ihres Mannes oder ihres Vaters, und schmiedet nicht solche Pläne.

00:16:25: Und eine richtige Frau behält das Geheimnis für sich, dass sie ein Priester über die nun Besonderheiten seines Bruders anvertraut hat – und macht daraus nicht auch noch ein Geschäftsmodell", listete Robert auf.

00:16:40: »Soll ich fortfahren?« Lambert hob abwährend die Hände.

00:16:44: Ich käme auch niemals auf die Gedanken, als Priester eine gewöhnliche Frau lieben zu können ohne damit sofort aufzufliegen.

00:16:50: Dann liebst du sie?

00:16:52: Jeden Tag mehr – jetzt erst recht!

00:16:55: Aber es kann trotzdem nicht funktionieren, was er sich da gedacht hat…

00:17:00: Wieso?!

00:17:01: Mit wem soll denn mein Vater welche Mitgift aushandeln?

00:17:05: Da lässt sich etwas machen … Was

00:17:07: denn!?

00:17:08: Nun war's Robert der seinen Bruder überrascht ansah.

00:17:11: Sie hat einen Elternbruder mit Beziehung zu sehr reichen, sehr einflussreichen Gräfinnen.

00:17:16: Wenn ich den finde und mit ihm die Sache durchspreche wird er bestimmt alles tun damit der Plan seiner Schwester aufgeht.

00:17:24: Eine ganze Weile starten sie beide in ihre Becher und brüteten intensiv über diesen so warnwitzigen wie naheliegenden Plan für ihrer beider Zukunft.

00:17:33: Und magst du sie auch?

00:17:34: Kannst Du Dir das alles vorstellen was sie dir vorgeschlagen hat?

00:17:38: fragte Lambert und blickt seinen Bruder erwartungsvoll an.

00:17:42: Wie gesagt, zuerst habe ich das nur für eine unsinnige Idee gehalten und mich darüber amüsiert.

00:17:47: Und jetzt?

00:17:49: Jetzt habe ich ein paar Mal drüber geschlafen und halte das längst nicht mehr für eine schlechte Idee – besonders wenn du das mit dem Bruder von ihr hinbekommst!

00:17:57: Dann werde ich ihn gleich morgen suchen und dir hoffentlich noch in dieser Woche berichten ob du Vater in Köln mit dieser besonderen Nachricht besuchen kannst.

00:18:07: Aus dem Ritt nach Süchteln gleich am nächsten Morgen wurde nichts….

00:18:11: Denn beim Einschlafen war Lambert etwas eingefallen, was er längst hätte tun sollen und vor lauter Anno hier kämpfen dort und vor allem wegen Ells aus dem Blick verloren hatte.

00:18:21: Erst sein Gedanke an Hans hat er bei ihm wieder eine Ahnung wach werden lassen – so ging Lambert den kurzen Fußweg hoch zur Abtei.

00:18:29: Schon zum Morgengebet hatte er sich der Gemeinschaft angeschlossen Dem überraschten Abt von der Königsgrünung berichtet und dann gemurmelt, er müsste im Auftrag von Anno etwas überprüfen und brauche dafür ein paar Stunden in der Bibliothek.

00:18:42: Das war zwar nicht ganz falsch – denn Anno hatte ihn ja tatsächlich beauftragt die Familienangelegenheit zu erledigen aber so konkret waren seine Vorgaben auch nicht gewesen wie es nun erscheinen ließ um sich mit Annos Autorität Vorteile im Kloster zu sichern.

00:18:58: Doch seine Neugierde verdrängte umgehend sein schlechtes Gewissen.

00:19:03: Hast du in den letzten Wochen einen kleinen Kasten aus Campen zugeschickt bekommen?

00:19:07: fragte Lambert wenig später den Bibliothekarius.

00:19:11: Ja aber leider bin ich noch nicht dazu gekommen reinzuschauen, außerdem weiß ich gar nicht unter welcher Angelegenheit ich es archivieren soll und wollte damit auf dich warten lautete seiner Antwort.

00:19:21: Das ist von Kaplan Reinhardt komme habe der Bote gesagt Und für Bruder Lambert sei Der wisse dann schon worum es sich handele.

00:19:30: So genau wusste es Lambert noch nicht, aber er hatte eine Vermutung.

00:19:35: Die Handwerke hatten beim Ausmessen für den Neubau des Pfarrhauses dieses Kästchen vergraben gefunden und es ihm schon vor einiger Zeit geben wollen als er noch selbst die Pfarre in Kempten geleitet hatte.

00:19:46: Allerdings hatten sie vermutet das Pfarrer Waldrick gehörte und solange Lambert sie in der Hoffnung bestärkte dass ihr Pfarrers gesund wieder zurückkommen würde hatten Sie es zurückgehalten Aber danach konnte sie nichts mehr damit anfangen, weil sich darin viele Pergamentseiten befanden alle handschriftlich in Lateinen abgefasst und hatten es nach Gladbach geschickt.

00:20:06: Lambert nahm nun die vielen Seiten heraus und sortierte sie oberflächlich.

00:20:11: Manche waren offenbar Berechnung für einen Kirchenneuber in Kämpfen andere bloße Notizen für Briefentwürfe.

00:20:17: den größten Teil bildeten aber zahlreiche Blätter mit einer Art Pfarrekronik.

00:20:22: Feinsäuberlich hatte Waldrick seit den ersten Monaten seines Dienstes in Kempten die wesentliche Ereignisse festgehalten.

00:20:30: Es war eine wahre Fundgrube für denjenigen, der irgendwann einmal die Geschichte der Kämpener Pfarre verfassen würde.

00:20:37: Gleich auf einer der ersten Seiten hatte Waldric notiert welches Gerücht seiner Zeit über die besondere Verbindung zwischen der Abtei in Gladbach und dem neuen Müllerin Öd-Inumlauf war und was nachzuprüfen etwas Musim Archiv der Abteil erfordern würde.

00:20:52: Lambert staunte nicht schlecht.

00:20:54: Es musste sich ja um einen besonderen Gefallen handeln, den dieser Karl dem Abte getan hatte wenn dieser ihm aus Dank das Müllrecht übertrug.

00:21:02: und offensichtlich nicht nur dass wie Lambert überrascht Lars auch weitere Länder reingehörten jedenfalls in den ersten Jahren von Waldrick entkämpfen noch dazu mit samt dem Fährrecht und dem Recht ein Gasthaus am Überweg über die Niers zu betreiben.

00:21:17: Lambert schüttelte den Kopf über diese schnelle Entdeckung.

00:21:20: Das war doch alles kaum zu glauben.

00:21:22: Wenn er dies mit Gopin von Urkonn im Archiv der Abtei belegen konnte, wären Hans und Els nicht nur Nicht-Arm sondern wirklich Reich!

00:21:32: Reicher als es sich viele Kölner Kaufleute als Mitgift für ihren Ältesten erhoffen könnten.

00:21:38: Die Lektüre der Chronik faszinierte in der Art dass er begann Zeile für Zeile zu lesen Er ist.

00:21:44: als es draußen schon zu Dämmern begonnen hatte und der Bibliotheker ihm eine hellleuchtende Kerze brachte, bemerkte er dass er tatsächlich schon den ganzen Tag die häufig nicht leicht zur entziffernden Einträge von Waldrich studiert hatte.

00:21:58: Er zwang sich einige Jahre nur noch zu überfliegen bis er die Seiten gefunden hat, die er im Jahr Tausendfünfvierzig aufgeschrieben hatte.

00:22:05: Was würde er nun über den Brand der Mühle und mögliche Hintergründe erfahren?

00:22:10: Mein lieber Lambert!

00:22:11: hört er plötzlich hinter sich.

00:22:13: Es war die Stimme von Abtheinrich.

00:22:21: die Pläne von Kaiser und Reich, und die Königsgrünungen Aachen zu erfahren.

00:22:45: Das Abendmal wartet auf dich!

00:22:47: Die Lektüre kannst du morgen in aller Frühe

00:22:49: fortsetzen.".

00:22:51: Damit drehte sich der Abt um und bedeutete Lambert mit einer entschiedenen Handbewegung ihm umgehend zu folgen.

00:22:59: Hin-und hergerissen zwischen der unmittelbar bevorstehenden Entdeckung und dem Gehorsam, den er dem Abt immer noch schuldete, entschied sich Lambert für ein Mittelweg.

00:23:10: Er legte den Stapelpergament in das Kästchen zurück, steckte die Blätter aus den Jahren Tausend zweiundzwanzig bis tausend sechsenvierzig jedoch in die Innentasche seines weiten Habits.

00:23:19: Die wollte er vor dem Einschlafen in seiner Zelle noch unbedingt lesen.

00:23:24: Es wurde jedoch unerwartet spät.

00:23:27: Immer mehr begehrten.

00:23:28: die Mitbrüder von ihm zu wissen Schenken ihm mehrfach Wein nach sodass er nach dem Nachtgebet nur noch ins Bett fiel.

00:23:35: In wenigen Stunden würde er der ersten Andacht folgen und sich dann wieder in die Lektüre stürzen.

00:23:41: Wilde Träume überfielen ihn, von einer brennenden Mühle inmitten eines Klosters.

00:23:46: Von verzweifelt mit Löscheimern herbei' allen Mönchen, von unersetzbaren Folianten die ein Raub der Flammen zu werden drohtten.

00:23:55: Immer wieder riefen die Mitbrüder Feuer zur Hilfe.

00:23:59: es brennt!

00:24:00: Er war so in seinen Träumen verfangen, kämpfte so verzweiffelt gegen das Feuer dass er erst wach wurde als sein Mitbruder kräftig an ihm rüttelte.

00:24:10: Bruder Lambert, wacht euch nicht auf!

00:24:13: Es brennt.

00:24:22: Weiter geht es an dieser Stelle mit Episode Vierundzwanzig in der nächsten Woche.

00:24:28: Wenn ihr so lange nicht warten wollt das ganze Buch im Zusammenhang lesen oder verschenken wollt Auf www.d-uda-sager.de erfahrt Ihr wie er ist gedruckt oder als E-Book bekommt.

00:24:44: Wir wünschen Euch eine spannende Lectüre.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.